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24.01.2008

18:28 Uhr

Marktbericht Börse Frankfurt

Dax erholt sich rasant

Begeistert feiern Börsianer die "atemberaubende Erholung". Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag zu einer rasanten Aufholjagd angesetzt und schreibt wieder Rekorde: Nach Experten-Berechnungen verzeichnete der Dax am Donnerstag den höchsten Anstieg nach Punkten innerhalb eines Tages seit Januar 2000.

Heute sind wieder die Bullen am Zug. Foto: ap ap

Heute sind wieder die Bullen am Zug. Foto: ap

HB FRANKFURT. Trotz eines Milliardenskandals bei der französischen Großbank Societe Generale hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag zu einer rasanten Aufholjagd angesetzt. "Heute sehen wir so etwas wie eine Panik in die entgegengesetzte Richtung. Manche denken, es sei zu schwarz gemalt worden", sagte Chefvolkswirt Carsten Klude von MM Warburg. Seinen Berechnungen zufolge verzeichnete der Dax am Donnerstag den höchsten Anstieg nach Punkten innerhalb eines Tages seit Januar 2000. Der Leitindex schloss 381 Punkte oder knapp sechs Prozent im Plus bei 6821 Punkten. Unklar bleibt Klude zufolge, ob der Aufwärtstrend von Dauer ist. Auch andere Marktteilnehmer sahen keinen Grund zur Entwarnung: "Ich glaube, die Erholung steht auf ziemlich wackeligen Beinen", sagte ein Händler.

Nach oben gezogen wurde der Markt von Kursgewinnen der US-Börsen. Zudem drängten sinkende US-Anträge auf Arbeitslosenhilfe die Angst vor einer Rezession in den USA erst einmal beiseite. Unterstützung gab es zudem von Unternehmensseite: Handyhersteller Nokia etwa meldete einen unerwartet kräftigen Gewinnanstieg im Quartal. Auch im Inland gab es Freudenbotschaften: so verzeichneten die schwergewichtigen Allianz -Aktien mit zwölf Prozent einen gewaltigen Kursanstieg, nachdem der Versicherungsriese trotz unerwartet hoher Abschreibungen bei der Tochter Dresdner Bank 2007 einen Rekordgewinn einfuhr. Zudem sorgte ein überraschend gestiegener Ifo-Geschäftsklimaindex für Erleichterung.

Gebremst wurde die Aufholjagd etwas von der Mitteilung von Societe Generale, von einem milliardenschweren Betrugsfall getroffen worden zu sein. Die Großbank erklärte, ihr sei durch betrügerische Machenschaften eines Händlers ein Verlust von 4,9 Milliarden Euro entstanden. Zudem gebe es wegen der US-Immobilienkrise für das vierte Quartal zusätzliche Abschreibungen von gut zwei Milliarden Euro. Ein Händler verwies darauf, dass Societe Generale am vergangenen Wochenende nach eigenen Angaben die verdächtigen Positionen aufgedeckt und anschließend so schnell wie möglich geschlossen habe. "Wir fragen uns hier, ob das etwas mit den massiven Schwankungen am Montag zu tun hatte", spielte ein Händler auf den Kurssturz der Börse zum Wochenanfang an.

Mit Erleichterung regierten Investoren auf die Zahlen der Allianz. "Die Zahlen sind operativ gut. Es gibt keine Gewinnwarnung, das sorgt für Erleichterung", sagte ein Händler. "Die erwarteten Abschreibungen sind etwas mehr als geschätzt, aber nicht dramatisch. Damit kann man noch leben", ergänzte er. Allianz -Aktien stiegen um 11,2 Prozent auf 123,56 Euro. Auch andere Finanztitel wie Deutsche Bank und Commerzbank legten jeweils über sechs Prozent zu.

Größter Gewinner waren die Aktien der Deutschen Börse, die 11,4 Prozent zulegten. "Die verdienen sich gerade eine goldene Nase", sagte ein Händler in Bezug auf die hohen Handelsvolumina der vergangenen Tage. Einziger Verlierer unter den Dax-Werten waren die Titel von Fresenius Medical Care, die 1,9 Prozent abgaben. Der Aktienkurs von Siemens kletterte in der Spitze um fast sieben Prozent, nachdem der Technologiekonzern seine Quartalszahlen vorgelegt hatte. Die LBBW sprach allerdings von "sehr durchwachsenen Zahlen". Merrill Lynch und JP Morgen bekräftigten dennoch ihre Kaufempfehlungen. Bis zum Handelsende schmolz das Plus auf 2,5 Prozent zusammen.

Auch bei den Nebenwerten gab es zunächst ein großes Aufatmen. Der MDax stieg um über fünf Prozent. Größter Gewinner waren die Aktien von Klöckner mit knapp 18 Prozent. Puma legten zeitweise bis zu fast 15 Prozent auf 249,70 Euro zu. Der Sportartikelkonzern hatte nach einem eher schleppenden Jahresverlauf ein starkes Geschäft im Schlussquartal gemeldet.

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