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05.10.2011

18:46 Uhr

Marktbericht

Dax schließt fast fünf Prozent im Plus

Wenige Minuten vor Handelsschluss sorgt eine Bombendrohung noch einmal für Trubel an der Frankfurter Börse. Der Dax lässt sich davon nicht beeindrucken und macht mächtig Boden gut.

Nach einigen verlustreichen Tagen hat der Dax heute wieder kräftig zugelegt. dpa

Nach einigen verlustreichen Tagen hat der Dax heute wieder kräftig zugelegt.

FrankfurtAm deutschen Aktienmarkt macht sich nach den jüngsten Kurseinbrüchen wieder Hoffnung breit. Anleger setzten am Mittwoch darauf, dass die Euro-Länder notleidenden Banken mit neuen staatlichen Hilfen unter die Arme greifen. Der Dax kletterte um 4,9 Prozent auf 5473 Zähler, nachdem er an den vergangenen vier Handelstagen 7,5 Prozent verloren hatte. Der EuroStoxx50 gewann 4,1 Prozent. „Wenn tatsächlich eine Aktion der Eurozone zur Rekapitalisierung der Banken zu erwarten ist, dürfte vielen Anlegern ein ordentlicher Stein vom Herzen fallen“, sagte ein Börsianer.

Der Tag an den Märkten (Stand 18:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

- 0,04Prozent

CSI300

- 0,5 Prozent

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Unterstützung bei der Bewältigung der Schuldenkrise bahnte sich auch vonseiten des Internationalen Währungsfonds (IWF) an: Bei Bedarf könne der IWF spanische und italienische Staatsanleihen kaufen, sagte Europa-Chef Antonio Borges am Mittwoch in Brüssel. „Das wäre für die Länder sicherlich eine Erleichterung“, urteilte ein Händler. „Insgesamt haben wir heute endlich mal einen Tag, der etwas Hoffnung bringt - sogar die US-Daten waren ermutigend.“ Die US-Privatwirtschaft hat im September mehr neue Stellen geschaffen als erwartet. Und auch der US-Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe fiel etwas besser aus als die Prognosen der Analysten. Der Dax zog daraufhin noch einmal an, die US-Börsen lagen zu Handelsschluss in Europa ebenfalls deutlich im Plus.

Kurz vor Handelsschluss sorgte eine Bombendrohung bei der Deutschen Börse für Unruhe. Das Gebäude im Zentrum Frankfurts, in dem mittlerweile nur noch wenige spezialisierte Händler arbeiten, wurde für rund eine Stunde geräumt. Der Handel über Xetra sei nicht beeinträchtigt gewesen, teilte die Deutsche Börse mit.

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Mit Blick auf mögliche Hilfen für europäische Banken warnten Experten am Mittwoch vor überzogenen Erwartungen. „Am Ende steht das Problem: Wenn man die Banken rekapitalisiert ohne das Schuldenproblem der Staaten in den Griff zu bekommen, ist es ein Fass ohne Boden. Wie viel Geld ist genug? Wie viel Rekapitalisierung ist ausreichend?“, sagte ein Londoner Analyst. Jeremy Batstone-Carr vom Fondsverwalter Charles Stanley stieß in dasselbe Horn: „Wir brauchen eine Strategie zur Bewältigung der europäischen Schuldenkrise. Wir brauchen eine Strategie im Kampf gegen das US-Schuldenproblem.“ Die Euro-Finanzminister hatten sich am Dienstag darauf verständigt, sich gegen eine neue Bankenkrise zu rüsten. Am Vortag hatte vor allem die taumelnde belgisch-französische Bank Dexia die Ängste vor einem Kollaps des Finanzsystems geschürt. Das Finanzinstitut ist im Strudel der griechischen Schuldenkrise in Schwierigkeiten geraten. Nach dem 22-prozentigen Kurssturz vom Vortag schlossen die Dexia-Aktien am Mittwoch 1,3 Prozent fester.

Kommentare (46)

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Novize

05.10.2011, 07:30 Uhr

@ Daytrader - vollkommen im Einklang...Die "Experten" und "Meister" - die Herabstufung sollte eigentlich kalter Kaffee sein - Moodys hat nur mit S&P gleichgezogen. Die Bewertung ist gleich. Nichts Neues - doch viel Laerm - weiss eigentlich Herr Meister was A2 bedeutet?...wenn nicht hier "An obligor rated 'A' has strong capacity to meet its financial commitments". Denn viele MdB's lassen nur Luft ab ohne zu wissen was sie damit anrichten! Da sollten die Aussagen von Ben B., die Wirtschaft zu stuetzen, doch mehr Gewicht haben. Doch man kann sich nie sicher sein ob die mediale Welt nicht mal wieder in der Geruechtekueche etwas aufschnappt.

mari

05.10.2011, 09:09 Uhr

Letztlich ist der einzige Ausweg aus der Euro-Krise, die eigentlich eine Banken- und Staatshaushaltskrise ist, der Umweg über die USA. Zieht die USA wirtschaftlich an, wird die Weltwirtsdchaft mit nach oben gerissen.

Deshalb bin ich für das Dollar-Druckprinzip, einfach um Zeit zu gewinnen. Dann aber müssten die Staatsfinanzen saniert werden und da sehe ich doch zu viele Zweifel.

Sollte sich die Wirtschaft normalisieren werden Staaten wie Italien oder Spanien etc. genauso weitermachen wie bisher. Es werden weiterhin Verträge gebrochen, es wird weiterhin verschleiert, die Banken werden weiterhin zu hohe Risiken eingehen. DAS ist das eigentlich Problem.

Zum Thema EFSF: I bin der Meinung, dass es besser wäre mit diesen Milliarden die US-Wirtschaft anzukurblen. Einfach gleich nach USA überweisen ,ehrlich.

Ein Bauer, der irgendwann frische Milch haben will, wird erst mal die Kuh füttern müssen. Und das müssen wir mit den USA machen, leider.

Account gelöscht!

05.10.2011, 09:10 Uhr

Jaja, die crazy hour der Amis...

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