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13.01.2010

07:44 Uhr

Marktbericht Frankfurt

„Beim Dax wird die Luft dünner“

Der Dax rettet sich mit einem leichten Plus ins Ziel. Zwischenzeitlich sackte der Leitindex ins Minus. Die Zeiten der Höhenflüge scheint erstmal vorbei, raunen Händler. Bankaktien rutschen heute deutlich ins Minus. Und VW führt die Verliererliste an.

Händler an der Frankfurter Börse. Quelle: Reuters

Händler an der Frankfurter Börse.

HB FRANKFURT. Immerhin: Es hat für ein kleines Plus gereicht. Nach den deutlichen Vortagesverlusten ist der Dax heute wieder mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Börsianer sprachen von einer leichten Erholung, nachdem der Leitindex am Dienstag unter dem enttäuschenden Start der US-Berichtssaison gelitten hatte. Der Dax rückte nun wieder ein wenig an die psychologisch wichtige Marke von 6 000 Punkten heran und legte um 0,34 Prozent auf 5 963 Punkte zu. Für den MDax ging es um 0,96 Prozent auf 7 856 Punkte hoch. Der TecDax stieg um 1,16 Prozent auf 851 Zähler. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 114,7 (Dienstag: 129) Millionen Aktien. Der Umsatz sank auf 3,0 (3,52) Milliarden Euro.

Die Reaktion der Anleger auf die jüngsten Geschäftszahlen des US-Aluminiumriesen Alcoa habe gezeigt, dass der Markt weiter anfällig sei, sagte Händler Stefan Söllner von der Postbank. Die Luft nach oben werde immer dünner. Am Ende habe es der Dax vor allem durch die Hilfe der Wall Street noch ins Plus geschafft, meinten Börsianer.

Infineon

Technologies setzten sich mit einem Plus von 3,16 Prozent auf 4,111 Euro an die Dax-Spitze. Goldman Sachs hatte die Papiere des Halbleiterkonzerns auf die "Conviction Buy List" gesetzt und das Kursziel von 4,30 auf 6,00 Euro erhöht. Analyst Simon S. Schafer hob in einer Sektorstudie seine Gewinnschätzungen für Halbleiterwerte an, da er mit robusten Ergebnissen für das vierte Quartal 2009 rechnet. Titel von BASF stiegen um 0,94 Prozent auf 42,375 Euro. Der Chemiekonzern hatte den Patentstreit über Pflanzenschutzmittel mit seinem US-Rivalen DuPont beigelegt.

Bankenaktien aber zählten im Dax zu den größten Verlierern. Die amerikanischen Finanztitel wurden schon am Tag zuvor an der Wall Street von US-Präsident Barack Obama in Aufruhr versetzt, der den Instituten eine Sonderabgabe für die staatlichen Rettungsprogramme aufdrücken will. Zudem wirkte sich eine Gewinnwarnung der französischen Bank Societe Generale negativ aus, genauso wie eine Erhöhung der Anforderungen an die Mindestreserven durch die chinesische Notenbank.

Die Aktien der Deutschen Bank führten am Morgen lange Zeit die Verliererliste an und verloren am Ende noch 1,68 Prozent auf 50,34 Euro. Die Commerzbank-Aktien büßte nach einem charttechnisch getriebenen Zwischenhoch 0,62 Prozent auf 6,55 Euro ein.

Die Volkswagen-Vorzüge (VW) sackten am Indexende um 2,61 Prozent auf 63,50 Euro ab. Ein Händler wies darauf hin, dass die Papiere des Autobauers schon seit einigen Tagen zu den größten Verlierern im Leitindex zählten. Eventuell trennten sich einige Anleger vor der anstehenden großen Kapitalerhöhung von den Papieren, spekulierte der Börsianer.

Titel des Rüstungskonzern Rheinmetall rückten nach anfänglichen Verlusten mit positiven Analystenkommentaren und einem Plus von 8,50 Prozent auf 47,505 Euro unter die Top-Performer im MDax. Credit Suisse hatte an diesem Mittwoch das Kursziel für Rheinmetall von 50,00 auf 58,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen, nachdem Rheinmetall am Dienstag ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Lastwagenbauer MAN zum Bau militärischer Radfahrzeuge bekanntgegeben hatte. Das Unternehmen werde für Umsätze von insgesamt über einer Milliarde Euro sorgen, schrieb Analyst Pascal Spano. Auch andere Analysten fanden lobende Worte.

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