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02.01.2007

18:37 Uhr

Marktbericht Frankfurt

Dax geht mit Gewinnen ins Börsenjahr 2007

Mit Metro und ThyssenKrupp an der Spitze startet der Leitindex Dax am Dienstag auf einem Sechs-Jahres-Hoch in das Börsenjahr 2007. Nun prophezeien einige Händler bereits, dass der Dax noch im Januar die 7 000-Punkte-Marke schafft.

HB FRANKFURT. Der Leitindex legte 1,3 Prozent auf 6 681 Punkte zu und notierte damit so hoch wie seit Februar 2001 nicht mehr. Der Nebenwerteindex MDax erreichte mit einem Plus von ebenfalls 1,3 Prozent auf 9 527 Punkte sogar ein Rekordhoch. Der TecDax rückte um 1,44 Prozent auf 759,07 Punkte vor, der Eurostoxx 50 gewann 1,51 Prozent auf 4 182,12 Punkte.

Händler sprachen von geringen Umsätzen, da die Anleger in Tokio und New York nicht am Handel teilnahmen. Die Börsen in Japan und den USA blieben geschlossen: Während in Japan noch Neujahr gefeiert wird, ehrten die USA ihren verstorbenen früheren Präsidenten Gerald Ford mit einem Staatstrauertag.

„Zum Jahresauftakt fließt wie üblich frisches Geld in den Markt und treibt die Kurse“, sagte ein Händler. „Die Prognosen sind für das neue Jahr positiv, da will am ersten Tag niemand dagegen halten“, erklärte ein anderer die Kursgewinne. Die Marke von 7 000 Punkten im Dax könnte noch im Januar getestet werden.

Neue fundamentale Impulse werde es aber erst am Mittwoch geben, wenn die ursprünglich für Dienstag erwarteten - wegen des Staatstrauertages aber verschobenen - US-Konjunkturdaten veröffentlicht werden. Dazu zählt auch der mit Spannung erwartete ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe, der Hinweise auf die weitere US-Zinspolitik geben könnte.

Die Aktien des Handelsriesen Metro legten 5,7 Prozent zu. „Es gibt vage Gerüchte, dass die Familie Haniel den Rest an Metro kaufen will“, sagte ein Händler. Metro-Großktionär Haniel wies allerdings Gerüchte über den Aufkauf freier Metro-Aktien zurück.

Metro gehört mit derzeit 50,2 Prozent mehrheitlich den drei Unternehmerfamilien Haniel, Beisheim und Schmidt-Ruthenbeck beziehungsweise den von ihnen kontrollierten Unternehmen. Im vergangenen Jahr hatten die Metro-Titel mit 18 Prozent etwas weniger als der Dax mit 22 Prozent dazu gewonnen. Somit sprachen einige Händler auch von einem Nachholbedarf und Anschlusskäufen, nachdem die Aktie die seit Mitte 2001 nicht mehr übersprungene 50-Euro-Marke genommen hatte.

Stahlwerte waren gefragt. Händler verwiesen auf einen Pressebericht, wonach der indische Stahlkonzern Tata Steel sein Übernahmegebot für den britisch-niederländischen Konkurrenten Corus Group um sieben bis zehn Prozent erhöhen dürfte. Zudem will der amerikanische Stahlproduzent Nucor seinen Wettbewerber Harris Steel für mehr als eine Milliarde Dollar übernehmen. Die Aktien von ThyssenKrupp knüpften an die Kursgewinne des vergangenen Jahres an und legten 2,8 Prozent zu. 2006 hatten ThyssenKrupp ihren Wert mehr als verdoppelt und damit die beste Kursentwicklung im Dax aufgewiesen.

Mit einem Plus von 1,7 Prozent zählten auch DaimlerChrysler zu den größten Dax-Gewinnern. Die Analysten des Frankfurter Bankhauses Metzler empfahlen die Aktien mit Blick auf die laufenden Restrukturierungen zum Kauf, nachdem sie sie bisher auf der Verkaufsliste hatten. Favorisiert wurden auch die Aktien der Commerzbank, die 2,3 Prozent gewannen, und die der Deutschen Börse, die 2,5 Prozent zulegten.

Im MDax setzten Deutz ihren Höhenflug vom Vorjahr fort und stiegen um 8,5 Prozent. Firmenchef Gordon Riske hatte am Wochenende in einem Interview für 2007 eine Dividende in Aussicht gestellt. Es wäre die erste Ausschüttung des Herstellers von Dieselmotoren seit mehr als 20 Jahren. Eine Analystenempfehlung trieb laut Händlern die Aktien des Abfüllanlagenherstellers Krones um sechs Prozent in die Höhe.

Die Papiere der Deutschen Börse legten um 2,54 Prozent auf 142,96 Euro zu. Die Frankfurter wollen nach dem Scheitern der Fusion mit der Euronext aus eigener Kraft überdurchschnittlich wachsen. Dies sei zwar ein Rückschlag für Europa gewesen, nicht aber für die Deutsche Börse als Unternehmen, sagte Vorstandschef Reto Francioni der „Börsen-Zeitung“ (Samstagausgabe).

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