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09.01.2007

18:36 Uhr

Marktbericht Frankfurt

Dax kommt nicht vom Fleck

Kurz vor Beginn der US-Bilanzsaison haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt kalte Füße bekommen. Zum Handelsschluss am Dienstag rutschte der Dax auf das Vortagesschlussniveau und schloss mit einem mageren Plus von 0,1 Prozent auf 6 614 Zählern. Am Vormittag hatte der Leitindex noch ein Tageshoch von 6 665 Zählern erreicht.

HB FRANKFURT. „Einige Analysten haben warnend den Finger gehoben und gesagt, dass die Earnings-Saison in den USA vielleicht doch nicht so gut laufen wird“, sagte ein Händler. „Viele sind nervös.“ Nach US-Börsenschluss wird am Abend der Aluminiumkonzern Alcoa sein Quartalsergebnis vorlegen und damit traditionell die Berichtssaison eröffnen. Gegen den Trend stützten vor allem die im Index schwer gewichteten Aktien von Siemens. Die im vergangenen Jahr zu den fünf schwächsten Dax-Titeln zählenden Siemens-Titel legten 1,8 Prozent zu. „Die sind charttechnisch ausgebrochen und haben nach der grauenvollen Performance vom letzten Jahr Nachholbedarf“, sagte ein Händler. Während der Dax im vorigen Jahr mehr als 20 Prozent gewonnen hatte, hatten Siemens schlappe vier Prozent zugelegt.

Durchweg höher schlossen die Aktien der Banken, wobei die Commerzbank-Titel mit einem Plus von 1,8 Prozent zu den größten Gewinnern zählten. Die Analysten von JPMorgan empfahlen die Aktien als die „billigste Bank in Europa“. Schließlich habe sie im vergangenen Jahr unter einer „ernsthaften Underperformance“ gelitten. 2006 hatten die Commerzbank-Titel nur etwa halb so viel wie der Dax gewonnen. Die Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate waren im vergangenen Jahr dem Dax noch stärker hinterher gehinkt. Mit einem Plus von zwei Prozent zählten sie am Dienstag zu den größten Gewinnern. Eine Analystenempfehlung trieb die Aktien der Deutschen Börse um zwei Prozent höher.

Vor der Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums bei VW fielen die Aktien von Europas größtem Autokonzern um 1,7 Prozent. Es wird erwartet, dass der neue VW-Chef Martin Winterkorn eine neue Konzernstruktur sowie personelle Änderungen vorschlägt, bei denen VW-Markenchef Wolfgang Bernhard Börsianern zufolge den Kürzeren ziehen könnte. Nach Informationen aus Konzernkreisen steht auch die geplante Lkw-Allianz von MAN und Scania - VW ist Großaktionär bei beiden Konzernen - auf der Agenda der Aufsichtsräte. MAN zogen am Dienstag im Schlussgeschäft um 2,5 Prozent an.

Gerüchte über eine Gewinnwarnung drückten die Aktien von Vortagesfavorit SAP um 0,6 Prozent. Noch am Vortag hatten Spekulationen auf ein sehr gutes Jahresschlussgeschäft die Aktien des Softwarekonzerns angetrieben. Der wieder fallende Ölpreis löste bei den Aktien von RWE und E.ON Gewinnmitnahmen aus. Beide Titel verloren je rund ein Prozent.

Im MDax behielten die Käufer dagegen bis zum Schluss die Oberhand. Der Nebenwerteindex stieg um 0,5 Prozent auf 9438 Punkte. Zu den Favoriten zählten nach einer Kaufempfehlung von Merrill Lynch die Aktien des Immobilienkonzerns IVG mit einem Aufschlag von 5,4 Prozent. Die Titel der IKB-Bank legten gut fünf Prozent zu, nachdem die HSBC-Analysten die Aktien hochgestuft hatten. Spitzenreiter im MDax waren die Aktien von Wacker Chemie, die nach einigen Analystenstudien der vergangenen Tage sechs Prozent zulegten.

Auf der Verliererseite im MDax standen die Papiere des Kosmetikkonzerns Beiersdorf, die 2,3 Prozent verloren, obwohl das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals die Umsatzmarke von fünf Mrd. Euro knacken konnte.

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