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12.01.2007

18:17 Uhr

Marktbericht Frankfurt

Dax schließt auf Sechs-Jahres-Hoch

Ein Kursrutsch der SAP-Aktie hat den Aufwärtstrend des Dax am letzten Handelstag der Woche gebremst. Das deutsche Börsenbarometer schloss am Freitag dennoch zum ersten Mal seit rund sechs Jahren über der Marke von 6 700 Punkten und beendete den Handel dank leichten Rückenwinds von der Wall Street bei 6 705,17 Zählern - ein Plus von 0,27 Prozent.

HB FRANKFURT. Papiere des Walldorfer Softwareriesen SAP büßten in der Spitze fast zehn Prozent an Wert ein. Das Unternehmen hatte die Anleger mit seinen vorläufigen Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr enttäuscht. Beinahe die Hälfte des gesamten Umsatzes mit Aktien im Dax ging auf das Konto von SAP. Börsianer äußerten sich überrascht, wie gut der Markt den Kurssturz von SAP verkraftete: „Es ist schon erstaunlich, dass auch so eine Hiobsbotschaft wie die von SAP den Markt nicht wirklich runterkriegt“, sagte Aktienstratege Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg.

SAP hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass 2006 weniger Software-Lizenzen verkauft werden konnten als erwartet. Einige Analysten machten dafür hausgemachte Probleme verantwortlich. Zum einen seien SAP wegen seiner verwirrenden Angebotspalette wohl Aufträge durch die Lappen gegangen, sagte JMP-Analyst Pat Walravens. „Vielleicht ist aber auch der Wettbewerbsdruck einfach härter geworden, und nach drei, vier Jahren mit phänomenalem Wachstum in den USA können sie das Tempo nicht halten“, kommentierte JP-Morgan-Analyst John Segrich. Am Abend lagen die Titel noch knapp 7,8 Prozent im Minus bei glatt 39 Euro. Im Sog der SAP-Zahlen büßte auch der Kurs der Software AG 2,8 Prozent ein.

An der Spitze der Dax-Gewinner etablierten sich die Aktien von Bayer mit einem Plus von bis zu 3,6 Prozent auf 43,55 Euro. Frankfurter Händler erklärten die hohe Nachfrage mit der Hoffnung auf eine baldige Einigung in einem Rechtsstreit mit dem Schweizer Pharmakonzern Novartis. „Die Frist im Streit um das Mittel Betaferon sollte eigentlich bis Dienstag laufen, jetzt ist sie offensichtlich auf Wunsch beider Seiten verlängert worden. Das deutet auf eine bevorstehende Einigung hin“, sagte ein Börsianer. Betaferon wird zur Behandlung von Multipler Sklerose eingesetzt und ist einer der Umsatzträger des Pharmageschäfts von Bayer.

Chemie- und Pharmawerte waren europaweit gefragt. Am deutschen Markt legten BASF-Titel bis zu 1,7 Prozent zu. In der zweiten Reihe stiegen Wacker Chemie um 2,4 Prozent. Mit einem Plus von 2,9 Prozent auf 106 Euro waren Schwarz-Pharma-Aktien ebenfalls gefragt. Die belgische UCB kündigte an, den Arzneimittelhersteller komplett schlucken zu wollen. Die Kleinaktionäre würden dann wohl abgefunden. „Da hoffen jetzt wohl einige auf einen guten Preis“, sagte ein Händler.

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