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18.04.2006

18:07 Uhr

Marktbericht Frankfurt

Dax schließt knapp über 5 900 Punkten

Belastet vom rekordhohen Ölpreis haben die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Dienstag überwiegend nachgegeben. Unter Druck standen vor allem Automobilwerte, Titel aus der Solarbranche waren dagegen gefragt.

HB FRANKFURT. Der Dax schloss 0,3 Prozent tiefer bei 5 902,6 Punkte, nachdem er zeitweise 0,9 Prozent im Minus gelegen hatte. Börsianer bezeichneten das Geschäft am ersten Handelstag nach den Osterfeiertagen als schleppend. „Der Anstieg des Ölpreises ist negativ für den Aktienmarkt“, sagte Marktstratege Tobias Basse von der NordLB. „Der Markt wird sich zunehmend der weltpolitischen Risiken bewusst, und das schlägt sich im Ölpreis nieder.“ Ein Händler verwies auf die robuste Verfassung des Aktienmarktes. „Der Markt hält sich trotz des hohen Ölpreises noch sehr stabil“, sagte er. Für Unterstützung sorgten Kursgewinne an den US-Börsen.

In der Auseinandersetzung um das Atomprogramm des Iran schließen die USA eine militärische Option nicht aus. Neben den geopolitischen Unsicherheiten breiteten sich damit auch die Befürchtungen über Lieferengpässe aus dem weltweit viertgrößten Ölexportland aus. In der Folge kletterte der Ölpreis auf Rekordstände. Der Preis für ein Barrel (Fass zu 159 Litern) der in Europa führenden Nordseesorte Brent stieg um 74 Cent auf bis zu 72,20 Euro. Leichtes US-Rohöl verteuerte sich um bis zu 51 Cent auf 70,88 Euro.

Wegen der angespannten Lage am Ölmarkt standen Werte aus dem Automobilsektor auf der Verliererseite. Die Aktien von Daimler-Chrysler verloren 0,7 Prozent, die Titel von BMW büßten 0,6 Prozent ein.

Die Anteilsscheine von VW gaben sogar 1,6 Prozent nach. Börsianern zufolge sorgen die Querelen um die Vertragsverlängerung von Konzernchef Bernd Pischetsrieder für Verunsicherung. Der Aufsichtsrat berät am Mittwoch und Donnerstag über die zur Sanierung der Kernmarke VW erforderlichen Maßnahmen. Dabei könnte auch die Zukunft von Pischetsrieder entschieden werden.

Mit einem Abschlag von 1,4 Prozent zählten die Titel des Touristikkonzerns Tui ebenfalls zu den Verlierern unter den Standardwerten.

Die Gewinnerliste führten die Aktien des Nutzfahrzeug- und Maschinenbauers MAN mit einem Plus von 1,3 Prozent an. Auch Titel der Versicherer Allianz und Münchener Rück wurden gekauft.

Gefragt waren bei den Investoren vor allem Solarwerte, die dem Technologieindex TecDax ein Plus von 1,1 Prozent bescherten. Die Aktien von Q-Cells verteuerten sich um 6,5 Prozent, Ersol und Solarworld kletterten jeweils mehr als sieben Prozent. „Größte Triebfeder ist der hohe Ölpreis“, sagte ein Händler. Deshalb steige das Interesse der Anleger an erneuerbaren Energien.

Im Nebenwerteindex MDax stießen Investoren Papiere des Stahlkonzerns Salzgitter ab. Sie verbilligten sich um 2,4 Prozent. Premiere-Titel fielen in der Gunst der Anleger weiter und notierten 2,3 Prozent im Minus. „Die Abschläge wundern inzwischen niemanden mehr, diese Entwicklung ist nur konsequent“, sagte ein Händler. Die Nachricht, dass der Pay-TV-Sender die Live-Übertragungsrechte für die Bundesliga ab der kommenden Saison verloren hat, hatte den Aktienkurs binnen Stunden Ende 2005 um 40 Prozent einbrechen lassen. Davon haben sich die Titel nicht erholt.

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