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04.01.2007

18:26 Uhr

Marktbericht Frankfurt

Dax schließt über Tagestief

Wieder aufkommende Ängste vor einer Konjunkturabschwächung in den USA haben am Donnerstag die Anleger am deutschen Aktienmarkt zu Gewinnmitnahmen veranlasst. Anleger machten vor allem bei den im im Vorjahr favorisierten Stahlwerten Kasse.

HB FRANKFURT. Grund dafür waren wieder aufkommende Spekulationen auf eine Konjunkturabschwächung in den USA. Gegen den Trend überraschten im MDax die Aktien von Merck mit einem Plus von 6,5 Prozent. Nach Aussagen aus Branchenkreisen strebt der Pharma- und Spezialchemiekonzern einen Verkauf seiner Generikasparte an.

„Es hagelt in New York Empfehlungen für Technologiewerte, was an der Nasdaq zu Kursgewinnen geführt hat“, begründete ein Händler die Erholung der Kurse in der letzten Handelsstunde. Ansonsten sprachen Händler von einem Strategiewechsel der Investoren: „Raus aus den Favoriten des letzten Jahres und rein in die Underperformer des letzten Jahres.“

Gegen den Trend waren daher bei hohem Umsatz die T-Aktien größte Gewinner mit einem Plus von 2,7 Prozent auf 14,45 Euro. Nachdem die Aktien des früheren Monopolisten in den vergangenen beiden Börsenjahren zu den Schlusslichtern im Dax gezählt hatten, sei nun ein Comeback zu erwarten, erklärte ein Händler. Erstmals seit Mai 2006 sprang der Kurs über die Marke von 14 Euro, was charttechnische Kaufsignale gab. Europaweit zogen die Telekomwerte am Donnerstag an. Im Dax waren die schwer gewichteten T-Aktien für zehn Plus-Punkte gut. Von den im Dax insgesamt gehandelten 143 Millionen Aktien gingen alleine 58 Millionen auf das Konto der Telekom.

Allerdings gab eine Reihe anderer Dax-Schwergewichte deutlich nach. So fielen die Aktien von E.ON und RWE um je zwei Prozent und drückten damit den Dax zusammen um 20 Punkte. Spekulationen auf im laufenden Jahr fallende Gewinnmargen und der niedrigere Ölpreis hätten die Verkäufe ausgelöst, erklärten Händler.

Gewinnmitnahmen drückten die im Vorjahr favorisierten Stahlwerte. ThyssenKrupp fielen im im Dax um 3,4 Prozent und Salzgitter im MDax um 6,2 Prozent. Beide Titel hatten im vergangenen Jahr ihren Wert mehr als verdoppelt. Am Vortag hatten Analysten den Anlegern geraten, die Aktien des gesamten Sektors künftig unterzugewichten.

Schwächer als der Dax tendierten auch die Autowerte. „Einige Investoren vermuten, dass die Mehrwertsteuererhöhung auf das Autogeschäft im Januar drücken wird“, erklärte ein Händler die Kursverluste. BMW verloren ein Prozent, was Händler auch mit einem negativen Analystenkommentar begründeten. „Da halfen auch die guten Absatzzahlen aus den USA nicht“, sagte ein Händler. BMW hat den Absatz in den Vereinigten Staaten im Dezember um 16 Prozent gesteigert. VW-Aktien büßten 1,5 Prozent ein und reagierten damit auf den 23-prozentigen Absatzrückgang im Dezember in den USA. Die Aktien von DaimlerChrysler verloren 0,7 Prozent.

Auch im MDax - seit Jahresbeginn auf Rekordniveau - machten die Anleger Kasse. Der Index der Nebenwerte rutschte um 0,5 Prozent auf 9486 Punkte. Den Kursgewinn bei Merck begründeten Händler mit den Spekulationen auf eine Abspaltung der Generika-Sparte, die dem Konzern nach Angaben aus den Kreisen rund vier Milliarden Euro einbringen könnte. „Da kommt Geld rein, und sie können ihre Schulden abbauen“, sagte ein Händler. „Das wird am Markt positiv eingestuft“, fügte ein anderer hinzu. Die Preisvorstellungen lösten bei den Aktien des Generika-Herstellers Stada Bewertungsphantasie aus. Der Stada-Aktienkurs legte 2,2 Prozent zu.

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