Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2010

15:07 Uhr

Marktbericht New York

Technologiewerte treiben US-Börsen an

Der Technologiesektor hat der New Yorker Wall Street am Donnerstag zu Gewinnen verholfen. Der weltgrößte Halbleiterkonzern Intel gab nach Börsenschluss seine Quartalszahlen bekannt und sorgte bereits im Vorfeld für gute Stimmung bei den Anlegern. Gebremst wurde die Freude der Anleger aber von enttäuschenden Konjunkturdaten.

Händler an der Wall Street: Vorfreude auf die Intel-Zahlen. ap

Händler an der Wall Street: Vorfreude auf die Intel-Zahlen.

HB NEW YORK. Enttäuschende Konjunkturdaten schränkten allerdings die Gewinne am Markt ein. Trotz der traditionell starken Verkäufe vor den Feiertagen fielen die Umsätze im Einzelhandel im Dezember um 0,3 Prozent. An der Börse kamen Zweifel auf, ob die US-Verbraucher den Aufschwung wirklich tragen können.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 10 710 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 10 666 auf 10 723 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent auf 1148 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 2316 Punkte. Der Dax in Frankfurt ging mit einem Aufschlag von 0,4 Prozent auf 5988 Punkte aus dem Handel. Auch im deutschen Handel schauten die Anleger auf den Beginn der heißen Phase der US-Bilanzsaison.

Intel legten 2,3 Prozent zu. "Dies ist ein Anzeichen dafür, dass Anleger die Unternehmensausgaben, nicht die Ausgaben der Verbraucher, als Wachstumstreiber bewerten. Deswegen verzeichnen Aktien wie Intel, IBM und Cisco Gewinne", sagte Burt White von LPL Financial. IBM verteuerten sich um 1,6 Prozent und Cisco um 1,2 Prozent. Auch Oracle verzeichnete Aufschläge und gewann 2,4 Prozent. Morgan Stanley hatte das Preisziel für den Wert hochgesetzt.

Auf Unternehmensseite standen zudem Bankaktien im Mittelpunkt. US-Präsident Barack Obama will mit einer Sonderabgabe die staatlichen Krisenhilfen für Finanzinstitute wieder eintreiben. Morgan Stanley fielen 0,2 Prozent, Bank of America hingegen legten 1,2 Prozent zu und JP Morgan Chase gewannen 1,0 Prozent.

Im Übernahmekampf um den britischen Schokoladenhersteller Cadbury arbeitet Hershey Kreisen zufolge nun ebenfalls an einer Offerte. Diese soll höher sein als das vorliegende, feindliche Angebot von Kraft im Volumen von 17 Mrd. Dollar. Während die Aktien von Hershey ein Prozent zulegten, verbilligten sich die Kraft-Papiere um 0,4 Prozent.

Die Papiere von Google gewannen 0,5 Prozent. Im Streit über Zensur im Internet zeigt sich die Regierung in Peking unnachgiebig und beharrt auf einer Kontrolle von Websites. Der Suchmaschinenbetreiber hat mit einem Rückzug aus der Volksrepublik gedroht. Die in New York gelisteten Papiere des chinesischen Google-Konkurrenten Baidu stiegen nach deutlichen Kursgewinnen am Vortag erneut um 5,6 Prozent.

Gewinne verzeichneten auch die Anteilsscheine von Eastman Kodak, die sich um 2,8 Prozent verteuerten. Das Unternehmen geht gerichtlich gegen Apple und Research in Motion wegen der Verletzung von Patentrechten vor.

Belastet von den Einzelhandelsdaten fielen die Aktien des Handelsriesen Wal-Mart 1,5 Prozent. Daneben trübten auf der Konjunkturseite auch Daten vom Arbeitsmarkt die Stimmung in den USA. In der Vorwoche stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 444 000. Analysten hatten lediglich mit 437 000 gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,89 Mrd. Aktien den Besitzer. 1727 Werte legten zu, 1290 gaben nach und 131 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,26 Mrd. Aktien 1561 Werte im Plus, 1105 im Minus und 124 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 17/32 auf 97-05/32. Sie rentierten mit 3,730 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 48/32 auf 96-05/32 und hatten eine Rendite von 4,616 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×