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26.01.2010

14:57 Uhr

Marktbericht New York

Wall Street schließt uneinheitlich

Die US-Börsen haben am Dienstag nach einer Berg- und Talfahrt uneinheitlich geschlossen. Der Dow trat auf der Stelle, während S&P und Nasdaq Verluste hinnehmen mussten. Auch wenn das Verbrauchervertrauen überraschend hoch ausfiel, ist die Konsumklima-Euphorie verpufft. Die Händler sorgen sich vor allem um Chinas Finanzpolitik und warten vor wichtigen Politikentscheidungen ab.

Händler an der Wall Street: Die Börsianer warten ab. ap

Händler an der Wall Street: Die Börsianer warten ab.

HB NEW YORK. Im Verlauf schöpften die Anleger Hoffnung aus dem überraschend guten Konsumklima: Der Index zum Verbrauchervertrauen erreichte im Januar den höchsten Wert seit Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise. Doch viele Händler warteten ab, weil den USA noch in dieser Woche wichtige Ereignisse bevorstehen - so der Zinsentscheid der Federal Reserve Bank und US-Präsident Barack Obamas erste Rede zur Lage der Nation. Auch die Ungewissheit über eine zweite Amtszeit Ben Bernankes als Fed-Chef sowie Sorgen um strengere Kreditregeln in China lasteten auf der Wall Street.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10 285 und einem Tief von 10 155 Zählern. Er schloss kaum verändert bei 10 194 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,4 Prozent auf 1092 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 2203 Zähler. In Frankfurt ging der Dax 0,7 Prozent höher bei 5668 Punkten aus dem Handel.

Die US-Börsen waren mit Verlusten in den Handel gestartet, drehten dann unter dem Eindruck des Konsumklimas vorübergehend ins Plus. Der Index für das US-Verbrauchervertrauen stieg den dritten Monat in Folge und übertraf mit 55,9 Punkten die Erwartungen der Analysten. Dies ist der höchste Wert seit September 2008, als die Pleite der US-Bank Lehman Brothers die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte auslöste.

"Der Markt hat sich mit den Zahlen zum Verbrauchervertrauen gedreht", sagte Jim Awad von Zephyr Management. "Die Leute bejubeln die Wirtschaftserholung." Doch Alan Lancz, Präsident von Alan B. Lancz & Associates, warnte: "Aber es gibt trotzdem noch viel Ungewissheit über die Bankenregulierung in China, die Investoren sind in einer Zwickmühle."

Laut Branchenkreisen waren einige Banken der Volksrepublik angewiesen worden, ihre Kapitalreserven zu erhöhen. Dies schürte Befürchtungen, der Schritt könnte zu Zinserhöhungen führen und so den Aufschwung der Weltwirtschaft abwürgen. Nervosität herrscht an der Wall Street auch deshalb, weil die Bestätigung Bernankes als Fed-Chef durch den Senat weiter aussteht. Der Mehrheitsführer der Demokraten, Harry Reid, rechnet noch in dieser Woche mit einer Entscheidung. Unter dem Eindruck der Personalie tagt der Fed-Offenmarktausschuss, von dem aber keine einschneidenden Änderungen der Zinspolitik erwartet wurden.

Bei den Einzelwerten mussten die Aktien des Pharmariesen Johnson & Johnson und des Telekom-Unternehmens Verizon Communications Abschläge hinnehmen. Beide konnten mit ihren Quartalszahlen nicht überzeugen. J&J-Anteilsscheine verbilligten sich um 0,7 Prozent, Verizon-Titel um 1,7 Prozent.

Die Titel des Herstellers von Mac-Computern, iPods und iPhones, Apple, legten dagegen einen Tag nach Vorlage erfreulicher Zahlen 1,4 Prozent auf 205,94 Dollar zu. Die Aktien des Versicherers Travelers verteuerten sich nach überraschend guten Quartalszahlen um 2,7 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,1 Mrd. Aktien den Besitzer. 1092 Werte legten zu, 1943 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,4 Mrd. Aktien 869 Titel im Plus, 1797 im Minus und 123 unverändert.

Die zehnjährigen Staatsanleihen legten im späten Handel auf 98-01/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 3,61 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen auf 97-07/32 Zähler. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,55 Prozent.

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