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16.03.2011

19:31 Uhr

Marktbericht Osteuropa

Deutliche Einbußen in Ungarn und Warschau

Angesichts des drohenden atomaren Super-Gaus in Japan haben sich die wichtigsten osteuropäischen Börsen am Mittwoch mit Verlusten aus dem Handel verabschiedet. Besonders der Bankensektor schloss schwach.

Warschau/Prag/BudapestBelastend wirkte sich das insgesamt schwache internationale Umfeld für Aktienwerte aus. Die größten Verluste gab es an der Börse in Ungarn, die an den vergangenen beiden Handelstagen feiertagsbedingt pausiert hatte.

Nach der zweitägigen Pause fiel der ungarische Leitindex Bux um 1,52 Prozent oder 338,98 Punkte. In einem europaweit schwachen Bankensektor büßten OTP Bank und FHB 3,23 Prozent und 2,40 Prozent ein. Auch die Pharmatitel Egis und Richter Gedeon schlossen um 1,56 und 2,27 Prozent tiefer. Um 0,88 Prozent nach unten ging es zudem bei den Titeln von Magyar Telekom. Die Europäische Kommission sieht die im Oktober 2010 von Ungarn eingeführte Steuer auf den Telekomsektor als nicht mit dem EU-Recht vereinbar an. Die Experten von KBC Securities bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Abschaffung jedoch als eher gering. Im Falle einer Rücknahme der Steuer würde sich das aber positiv auf die Finanzergebnisse des Telekomkonzerns auswirken, so die Experten. Gewinne gab es indes bei den Titeln des Energiekonzerns Mol, die mit einem Plus von 0,35 Prozent auf 22700 Forint aus dem Handel gingen.

Deutlich nach unten ging es ferner in Warschau, wo der polnische Leitindex WIG-20 um 1,25 Prozent auf 2714,19 Punkte nachgab. Der breiter gefasste WIG-Index fiel um 0,71 Prozent auf 47103,90 Punkte. Wie schon in Ungarn gab es auch in Polen Verluste im Bankensektor. PKO Bank verloren 0,82 Prozent und Bank Pekao büßten gar 4,51 Prozent auf 165,1 Zloty ein. Kghm konnten sich dagegen dem schwachen Umfeld entziehen und stiegen um 0,89 Prozent auf 170,1 Zloty. Die derzeit stattfindende Atomdebatte habe die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen angeheizt und die Kohlepreise nach oben getrieben, hieß es am Markt zur Erklärung. Mit einem deutlichen Plus aus dem Handel gehen konnten auch Ipopema Securities, die 2,67 Prozent auf 15,4 Zloty gewannen. Das Unternehmen will die für Vermögensverwaltung zuständige Einheit der Credit Suisse in Warschau kaufen.

Auch in Prag hat sich der Leitindex PX im Minus verabschiedet. Er verlor 0,39 Prozent auf 1201,70 Punkte. Banken zeigten auch hier Schwäche. Komercni Banka verbilligten sich um 1,64 Prozent auf 4200 Tschechische Kronen und Erste Group verloren 0,70 Prozent auf 837,1 Kronen. Unter den Schwergewichten knüpften CEZ dagegen mit plus 0,50 Prozent auf 824 Kronen an die deutlichen Kursgewinne vom Vortag an und profitierten von anziehenden Energiepreisen. Der ebenfalls steigende Kohlepreis machte sich bei den Minentiteln von New World Resources mit einem kräftigen Kursplus von 2,49 Prozent auf 268 Kronen bemerkbar. Im Fokus standen zudem die Aktien von Unipetrol, die unverändert bei 175 Kronen schlossen. Den Finanzexperten von KBC Securities zufolge erwägt das Unternehmen, den Anteil von ENI an Ceska Rafinerska zu übernehmen.

Von

dpa

/ Verluste - Nervosität wegen Japan / Banken schwach

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