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18.01.2008

08:04 Uhr

Marktbericht Tokio

Bush rettet den Nikkei

Zu Handelsbeginn kannte der Nikkei an der Börse Tokio nur eine Richtung: nach unten. Doch US-präsident George W. Bush rettete den Tag. Seine Ankündigung eines Konjunkturpakets in den USA verhalf den japanischen Aktienmärkten zu einer Wende ins Plus.

Quelle: ap

HB TOKIO. Zur Abwehr einer Rezession im Zuge der Immobilienkrise will US-Präsident George W. Bush der Wirtschaft mit zeitlich begrenzten Maßnahmen kurzfristig Impulse geben. Bush will Einzelheiten des Programms am Freitag vorstellen. Im frühen asiatischen Handel hatten Sorgen vor einer Rezession in den USA noch zu Kursverlusten geführt.

Der Nikkei-Index erholte sich um 0,6 Prozent auf 13 861 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index zog 0,8 Prozent auf 1 341 Zähler an. Im Handelsverlauf waren beide Marktbarometer mehr als drei Prozent gefallen. Die anderen Aktienmärkte in Asien zeigten sich uneinheitlich. Die Börsen in Südkorea und Taiwan profitierten ebenfalls von dem geplanten US-Konjunkturpaket und verbuchten Aufschläge. Die Aktienmärkte in Singapur, Hongkong, Shanghai und Australien folgten indes den negativen Vorgaben aus den USA.

Händler erklärten die Kursgewinne in Tokio auch mit einer technischen Erholung. Der Markt sei nach den herben Verlusten in den vergangenen Sitzungen überverkauft und reif für eine Aufwärtsbewegung, sagten Börsianer. Zu den Gewinnern zählten nach Ankündigung des US-Konjunkturprogramms die Finanzwerte. So rückten Mitsubishi UFJ um 0,3 Prozent und Mizuho Financial um ein Prozent vor. Gegen den Markttrend ließen indes die Exportwerte Federn, die unter einem stärkeren Yen litten. Die Aktien des Autobauers Toyota rutschten beispielsweise 0,6 Prozent ab.

Der Euro notierte in Fernost wenig verändert. Er lag bei 1,4633 Dollar und 156,58 Yen. Der Dollar tendierte zur japanischen Währung bei 107,04 Yen nach 106,97 Yen im New Yorker Handel. Am Vortag hatten Äußerungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke den Dollar unter Druck gesetzt. Der Fed-Chef signalisierte, die angeschlagene Wirtschaft mit kräftigen Zinssenkungen anzukurbeln.

Die New Yorker Börsen waren am Donnerstag nach unerwartet schlechten US-Konjunkturdaten eingebrochen. Der Dow-Jones -Index der Standardwerte schloss 2,46 Prozent tiefer bei 12 159 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 2,91 Prozent auf 1333 Punkte ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,99 Prozent auf 2346 Zähler. In Deutschland hatte der Dax nach einer Berg- und Talfahrt 0,8 Prozent niedriger bei 7 414 Punkten geschlossen.

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