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30.01.2009

22:42 Uhr

Marktbericht: US-Börsen

Miese US-Daten reißen Dow tief ins Minus

Der stärkste Einbruch der US-Konjunktur seit knapp drei Jahrzehnten hat die Wall Street zum Wochenschluss tief in die roten Zahlen gerissen. Zu den Verlusten am Freitag trugen noch weitere schlechte Konjunkturindikatoren bei.

Händler an der Wall Street. Foto: ap ap

Händler an der Wall Street. Foto: ap

HB NEW YORK. Präsident Barack Obama sah in den Daten ein weiteres Alarmsignal und will mit schnellen Stützungsmaßnahmen gegensteuern. Verstärkt wurde die ohnehin schlechte Stimmung durch einen Bericht des Fernsehsenders CNBC, wonach die Idee einer amerikanischen „Bad Bank“ vorerst auf Eis zu liegen scheint. Dies führte zu klaren Verlusten bei Finanztiteln.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 1,8 Prozent tiefer mit 8000 Punkten ins Wochenende. Im Verlauf fiel er kurzzeitig unter diese Marke und pendelte zwischen 7961 und 8195 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,3 Prozent auf 825 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 2,1 Prozent auf 1476 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Minus von zwei Prozent bei 4338 Punkten.

Für den Wochenverlauf ergab sich ein Minus von einem Prozent beim Dow und von 0,7 Prozent beim S&P. Der Nasdaq-Index tendierte unverändert.

Für den Monatsverlauf ergab sich ein Minus von 8,8 Prozent beim Dow, von 8,6 Prozent beim S&P und von 6,4 Prozent beim Nasdaq-Index. Für den Dow und den S&P ging damit der schlechtester Jahresauftakt ihrer Geschichte zu Ende.

Nach Angaben des Handelsministeriums schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Jahresende in einer Rate von 3,8 Prozent. Obama zeigte sich davon tief beunruhigt: Die Konjunkturflaute sei eine „fortdauernde Katastrophe“ für die Familien, sagte er. „Es scheint so, als wenn es jeden Tag eine neue Entlassungswelle gibt, eine weitere Runde von verlorenen Jobs, die das Leben der Familien auf den Kopf stellt.“ Auch die Auftragslage der Industrie passte in das trübe Bild. Der an den Finanzmärkten stark beachtete Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago fiel unerwartet stark im Januar. Das Vertrauen der Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung verbesserte sich zwar leicht. Ihre Stimmung ist jedoch insgesamt noch immer sehr gedrückt.

Dies hat auch im Geschäft des weltgrößten Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble tiefe Spuren hinterlassen. Der Hersteller von Tempo-Taschentüchern und Gillette-Rasierern verzeichnete für das zweite Quartal einen geringeren Gewinn als erwartet. Die Procter-Aktien gaben 6,4 Prozent nach.

Die Krisenstimmung auf dem Parkett heizte ein Fernsehbericht weiter an. Des Sender CNBC berichtete unter Berufung auf ungenannte Quellen, die Regierung habe sich noch nicht über die Arbeitsweise einer „Bad Bank“ zur Entlastung der Banken von unverkäuflichen Wertpapieren einigen können. Daher könne die Idee vorerst auf Eis gelegt werden. Dies schürte bei vielen Anlegern erneut Sorgen um den Finanzsektor. Citigroup-Titel gaben neun Prozent ab, die der Bank of America drei Prozent. „Das Bankensystem ist immer noch in der Krise“, sagte der Präsident der Investment-Firma Barber Financial Group, Dean Barber. Es herrsche immer noch Unklarheit über die Hilfsmaßnahmen für die Branche.

Zu den Gewinnern gehörten dagegen die Papiere des Internet-Kaufhauses Amazon. Ein starkes Weihnachtsgeschäft bescherte dem Konzern einen überraschend großen Gewinnsprung. Die Papiere schossen um 17,6 Prozent in die Höhe.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,51 Mrd. Aktien den Besitzer. 791 Werte legten zu, 2224 gaben nach und 107 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,1 Mrd. Aktien 866 im Plus, 1797 im Minus und 139 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 1/32 auf 107-16/32. Sie rentierten mit 2,863 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 4/32 auf 116-00/32 und hatten eine Rendite von 3,609 Prozent.

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