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23.01.2009

17:53 Uhr

Marktschlussbericht: Börse Frankfurt

Dax schließt trotz Schlussspurt erneut schwächer

Der deutsche Aktienmarkt hat vor dem Wochenende erneut Verluste eingefahren. Dank einer positiven Stimmung an der US-Technologiebörse Nasdaq konnten die deutschen Indizes ihr Minus am Freitag zum Handelsende aber etwas reduzieren.

Der Blick auf die Monitore verheißt nichts Gutes. An den Börsen geht es wieder kräftig bergab. Foto: dpa dpa

Der Blick auf die Monitore verheißt nichts Gutes. An den Börsen geht es wieder kräftig bergab. Foto: dpa

HB FRANKFURT/M. Aus Furcht vor einer milliardenschweren Abschreibungswelle bei den Versicherern haben Anleger am Freitag ihre Aktien verkauft. Der Dax fiel zeitweise auf ein Zwei-Monats-Tief bei 4 067 Punkten. Der Leitindex schloss schließlich 0,96 Prozent tiefer auf 4 178 Zähler. Im Wochenvergleich schlug für den deutschen Aktienindex so ein Minus von 4,3 Prozent zu Buche. Der MDax der mittelgroßen Werte fiel um 2,38 Prozent auf 4 764 Zähler. Der TecDax rutschte 1,65 Prozent auf 449,89 Zähler ab.

"Die Negativschlagzeilen nehmen einfach kein Ende", stöhnte ein Börsianer. "Erst überbieten sich die Banken mit Abschreibungen, und jetzt kommt ein Gerücht nach dem anderen zu den Versicherern." Auslöser der neuen Schockwelle war Händlern zufolge eine Studie von Morgan Stanley über drastische Kursverluste von Hybridanleihen. Analysten zufolge haben einige Versicherer solche Papiere im Portfolio. Dieser Zwitter zwischen Aktie und Anleihe bietet zwar die Chance auf höhere Renditen, birgt gleichzeitig aber das Risiko eines Totalausfalls.

Allianz-Aktien verloren als Folge der Spekulationen am Schluss 3,49 Prozent auf 60,64 Euro. Zudem verwiesen Börsianer auf sehr schlechte Vorgaben der US-Versicherer, nachdem die Papiere von Aflac nach der pessimistischen Morgan-Stanley-Studie am Vorabend schon mehr als ein Drittel an Wert verloren hatten. Robert Halver, Kapitalmarktexperte bei der Baader Bank, machte Sorgen um die Branche an sich für die Kursverluste verantwortlich.

Die Nachricht, dass Hannover Rück das ING-Rückversicherungsportfolio von Scottish Re übernimmt, belastete deren Aktie zunächst. Bis Handelsende erholten die Titel sich aber wieder und stiegen um 0,39 Prozent auf 20,84 Euro. Der Rückversicherer kann bei der Erneuerungsrunde für Rückversicherungen wie erwartet höhere Preise durchsetzen. Außerdem bestätigte die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit des Unternehmens mit „AA“.

Auch in der kommenden Woche erwarten Börsianer keine Besserung. „Es sieht nicht gut aus, das fundamentale Umfeld ist eine Katastrophe“, sagte Aktienhändler Thomas Stengl von der Postbank. Immer neue Gerüchte aus dem Banken- und Versicherungssektor lasteten auf der Stimmung. „Der Dax steht auf des Messers Schneide, und wenn die Marke bei 4 000 Punkten nicht hält, wird es bitter“, warnte er.

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