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21.01.2009

07:01 Uhr

Marktschlussbericht: Börse New York

Vier Prozent Minus – Wall-Street-Absturz nach Obama-Rede

Die US-Börsen zeigten sich enttäuscht über die Antrittsrede des neuen US-Präsidenten Barack Obama. Marktteilnehmer hatten sich Einzelheiten und neue Impulse zur Bewältigung der Finanzkrise erhofft. Der Ausverkauf bei Finanztiteln verschärfte die Talfahrt schließlich noch und so standen am Ende herbe Verluste.

Blick auf die NYSE auf der Wall Street in New York. Foto: dpa Quelle: dpa

Blick auf die NYSE auf der Wall Street in New York. Foto: dpa

rtr NEW YORK. Die US-Börsen zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Barack Obama mit herben Verlusten geschlossen. Börsianer zeigten sich enttäuscht, da Obama in seiner Antrittsrede am Dienstag keine weitere Einzelheiten im Kampf gegen die Wirtschaftskrise nannte. „Ich denke, dass die Leute auf neue Pläne oder Hoffnungen gewartet haben“, sagte Joe Saluzzi vom Handelshaus Themis Trading.

Zudem begründeten Händler die Talfahrt mit einem Ausverkauf bei Finanztiteln, nachdem am Montag die Royal Bank of Scotland (RBS) den größten Verlust eines Unternehmens in der britischen Geschichte bekanntgegeben und damit die Sorgen um den Zustand der Welt-Finanzbranche verstärkt hatte. Außerdem gab es Befürchtungen, dass es in der gerade begonnenen Berichtssaison der Konzerne viele böse Überraschungen geben werde. Im Vorfeld der Quartalszahlen des US-Technologieunternehmens IBM trennten sich die Börsianer auch in großem Umfang von High-Tech-Papieren.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging vier Prozent tiefer bei 7949 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 5,3 Prozent auf 805 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 5,8 Prozent auf 1440 Punkte nach. Damit verbuchten alle drei Marktbarometer den größten prozentualen Tagesverlust seit dem 1. Dezember. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss in Frankfurt 1,8 Prozent tiefer bei 4239 Punkten.

Obama kündigte zwar ein entschiedenes Vorgehen gegen die schwere Wirtschaftskrise an, die das Land seit Monaten fest im Griff hat. Die Stimmung am Markt blieb aber trotz der Feierlichkeiten schlecht. „So glücklich wir über den Regierungswechsel sind (...), so realistisch schauen wir leider auf die Quartalszahlen der US-Konzerne“, sagte Arthur Hogan von Jefferies & Co. Es werde keine attraktive Berichtssaison geben.

Nach den Verlusten der britischen RBS gaben auch US-Bankentitel deutlich nach. Die Papiere der Bank of America rauschten um 29 Prozent in den Keller, Citigroup-Aktien büßten 20 Prozent ein. JPMorgan-Dividendenpapiere ließen 21 Prozent Federn.

Die Aktien des Finanzdienstleisters State Street Corp verloren sogar über die Hälfte ihres Wertes, nachdem der Konzern unerwartet hohe Verluste im Wertpapiergeschäft und im Investment-Portfolio bekanntgegeben hatte.

Bei den Hochtechnologiepapieren brachen IBM-Papiere um 3,5 Prozent ein. Die Aktien des Computergiganten Apple gingen um fünf Prozent zurück, Microsoft-Papiere mussten 6,2 Prozent Federn lassen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,72 Mrd. Aktien den Besitzer. 321 Werte legten zu, 2785 gaben nach und 50 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,01 Mrd. Aktien 362 im Plus, 2350 im Minus und 93 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gingen die zehnjährigen Staatsanleihen um 10/32 auf 111-31/32 zurück. Sie rentierten mit 2,374 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen um 37/32 auf 129-30/32 und hatten eine Rendite von 2,964 Prozent.

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