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15.09.2014

09:18 Uhr

Martkbericht

Asien-Börsen im Minus

Während die Finanzmärkte in Japan wegen eines Feiertags geschlossen blieben, zittern die restlichen asiatischen Börsen vor einer Konjunkturabkühlung in China. Auch die Fed-Sitzung könnte Devisenanleger schocken.

An den Devisenmärkten in Fernost stand der Australische Dollar im Fokus. Reuters

An den Devisenmärkten in Fernost stand der Australische Dollar im Fokus.

SydneyDie Angst vor einer Konjunkturabkühlung in China hat zum Wochenbeginn für Kursverluste an Asiens Aktienmärkten gesorgt. Auslöser waren enttäuschende Daten aus der Volksrepublik. Dort wuchs die Industrieproduktion im August so langsam wie seit fast sechs Jahren nicht mehr. Volkswirten zufolge zeigt dies einen Durchhänger der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. „Es bestätigt das Nachlassen der Wachstumsdynamik im dritten Quartal nach der Erholung im zweiten Quartal“, stellten die Analysten von Barclays fest. Sie senkten ihre Konjunkturprognose für China und erwarten nun nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr von 7,2 statt bislang 7,4 Prozent.

Der MSCI-Index für die Asien-Pazifik-Region ohne Japan büßte am Montag 0,9 Prozent ein. In Hongkong verlor der Hang-Seng-Index 0,5 Prozent. In Südkorea ging es 0,3 Prozent bergab, in Australien ein Prozent. Die Finanzmärkte in Tokio blieben wegen eines Feiertags geschlossen.

An den Devisenmärkten in Fernost stand der Australische Dollar im Fokus. Belastet von den chinesischen Wirtschaftsdaten notierte er mit 0,8981 US-Dollar so niedrig wie zuletzt Mitte März. China ist ein wichtiger Rohstoff-Kunde Australiens. Vor der geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank (Fed) in dieser Woche präsentierten sich andere große Währungen wenig verändert. Der Euro tendierte mit 1,2954 Dollar. Zur japanischen Währung lag der Dollar bei 107,22 Yen.

Die Geschichte der Federal Reserve

1791-1811

Der US-Kongress richtet mit der First Bank of the United States eine zentrale Bank ein. Ihr Hauptsitz ist Philadelphia. Ihr 20-jähriger Konzessionsvertrag läuft aus, ohne verlängert zu werden.

1816-1836

Die Second Bank of the United States wird als weiterer Versuch einer Zentralbank gegründet. Auch deren Charta läuft nach 20 Jahren aus, die Bank löst sich unter politischer Kontroverse langsam auf.

1836-1863

Ära des „Free Banking“: Banken existieren nur auf Ebene der Bundesstaaten. Sie tauschen Geld gegen Hartwährung wie Gold oder Silber ein.

1863-1913

Der „National Banking Act“ ermöglicht die Gründung Tausender landesweiter Banken, welche die von der US-Regierung gedruckte Währung ausgeben.

1907

Börsenspekulationen in New York treten einen landesweiten Ansturm auf die Banken los. Angesichts der Finanzpanik erweist es sich als Problem, dass die USA der einzige größere Staat ohne Zentralbank sind.

1912

Die Nationale Geldkommission empfiehlt Reformen für das Banken- und Währungssystem.

23. Dezember 1913

US-Präsident Woodrow Wilson unterschreibt den Federal Reserve Act. Damit wird ein Zentralbanken-System eingerichtet, zu dem zwölf regionale Banken gehören. Sie sollen unter anderem den Einfluss der Wall Street auf die Finanzen abschwächen.

1933-1942

In der Talsohle der Großen Depression werden einige Gesetzesänderungen eingeführt, darunter die Einrichtung des Offenmarktausschusses, der die Geldpolitik der Fed steuert.

1951

Ein Abkommen von US-Finanzministerium und Fed stellt die Rollenverteilung zwischen beiden klar: Die Fed fungiert als unabhängige Kontrollinstanz über die Geldpolitik, während das Finanzministerium für die Staatsfinanzen zuständig ist.

1971

Der US-Kongress verabschiedet eine Reihe von Reformen, die der Fed ein Doppelmandat auferlegen: Damit ist sie für stabile Preise zuständig, aber auch dafür, für größtmögliche Beschäftigung am Arbeitsmarkt zu sorgen.

1979-87

Fed-Chef Paul Volcker bekämpft die galoppierende „Stagflation“ – eine gefährliche Kombination aus wirtschaftlicher Stagnation und Inflation – mit Zinserhöhungen und schürt damit die Rezession 1982-83. Dafür bleiben die Preise in den darauffolgenden Jahren relativ stabil.

1987-2006

Fed-Chef Alan Greenspan führt die Praxis ein, nach Sitzungen Auskunft über die Notenbank-Politik zu geben. Seine Worte werden an der Wall Street auf mögliche Hinweise auf künftige Zinshöhen genau analysiert. Greenspan, am Ende dienstältester Fed-Chef, manövriert seine Bank, die Nation und die Weltwirtschaft 1987 durch den Börsen-Crash und 1997-98 durch die asiatische Finanzkrise.

Nach 2008

In der schlimmsten Finanzkrise nach dem Zweiten Weltkrieg gerät Greenspan in die Kritik. Er habe die Zinsen nach dem 11. September 2001 zu lange zu niedrig gehalten und damit die Preisblase am Immobilienmarkt begünstigt, deren Platzen die Krise auslöste. Zudem wird ihm vorgeworfen, er habe die Risikobereitschaft der Banken angesichts fauler Hypothekenkredite nicht genug im Blick gehabt.

31. Januar 2013

Fed-Präsident Ben Bernanke stemmt sich mit ultralockerer Geldpolitik gegen schwächelnde Konjunktur und anhaltend hohe Arbeitslosigkeit. Der Leitzins bleibt – wie seit Dezember 2008 – nahe Null. Zudem wird angekündigt, Monat für Monat Anleihen im Volumen von 85 Milliarden US-Dollar aufzukaufen. Ende Dezember verkündet Bernanke den allmählichen Einstieg in den Ausstieg aus diesem Programm.

1. Februar 2014

Sofern vom US-Senat bestätigt, wird die bisherige Vize-Chefin Janet Yellen zur Fed-Präsidentin ernannt und damit nach 14 männlichen Vorgängern die erste Frau im Amt.

Von

rtr

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