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28.03.2006

18:24 Uhr

Martkbericht Frankfurt

Dax schließt unter 5 900 Punkten

Vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag nachgegeben.

HB FRANKFURT. Der Dax rutschte um 0,4 Prozent auf 5 890 Punkte. Nach dem überraschenden Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex war der Leitindex zeitweise noch um 0,5 Prozent auf 5 940 Punkte gestiegen. Im Verlauf machte sich Händlern zufolge Ernüchterung breit. „Für die EZB heißt das: Eine Zinserhöhung im Mai ist sehr sehr wahrscheinlich. Bis zum Sommer sollte der Zins bei drei Prozent liegen, spätestens im August, vielleicht aber auch schon im Juli“, sagte Holger Schmieding, Volkswirt bei der Bank of America. Händler verwiesen zudem darauf, dass in den USA am Abend die 15. Zinserhöhung in Folge auf dann 4,75 Prozent ansteht.

Der Ifo-Geschäftsklimaindex für März war überraschend um zwei Punkte auf 105,4 gestiegen. Zudem beschleunigte sich im Euro-Raum die in der Geldmengenstatistik ausgewiesene Kreditvergabe unerwartet deutlich, so dass einige Analysten sogar für nächste Woche eine Zinserhöhung nicht ausschließen wollen. Die EZB hat seit Dezember zwei Mal die Zinsen um je 25 Basispunkte auf inzwischen 2,5 Prozent angehoben. Die nächste turnusmäßige Sitzung des EZB-Rates steht am 6. April an.

In den USA hat die Fed die Zinsen seit Sommer 2004 auf 4,5 Prozent von 1,0 Prozent hochgeschleust. „Wie immer sind wir gespannt, wie die Fed die weitere Lage einschätzt, also ob die Zinsen in den USA bald auf fünf Prozent oder darüber steigen“, sagte ein Händler. Mit höheren Leitzinsen nehmen die Refinanzierungskosten für die Unternehmen zu, was sich auf die Gewinnmargen auswirken kann.

Die Unsicherheit sorgte am Markt für große Zurückhaltung. Aus technischer Sicht ist beim Dax Börsianern zufolge eine Korrektur überfällig gewesen.

Größter Verlierer im Dax waren die Tui-Aktien mit einem Abschlag 2,7 Prozent. „Merrill Lynch hat bekräftigt, dass die Aktien verkauft werden sollte. Das ist schon ein Wort, dass viele Anleger ernst nehmen“, begründete ein Händler den Kursverlust. Auch Metro gaben überdurchschnittliche 1,6 Prozent nach, ohne dass Händler dafür eine fundamentale Erklärung hatten. Gewinnmitnahmen drückten die Aktien von Bayer um zwei Prozent ins Minus. Die steigenden Zinserwartung drückten die Aktien der Versorger RWE und Eon um je 1,4 Prozent.

MAN führten die Gewinnerliste mit einem Plus 1,8 Prozent an. Die wichtige Nutzfahrzeugsparte ist nach Darstellung des zuständigen Vorstands gut ins neue Jahr gestartet. MAN wies Gerüchte zurück, wonach der Maschinen- und Nutzfahrzeugbauer den Kölner Motorenbauer Deutz übernehmen will. „Wir haben kein Interesse an einer Übernahme von Deutz“, sagte ein MAN-Sprecher am Dienstag in München. Die Überschneidungen der Motorenprogramme von MAN und Deutz seien zu groß. Die im Kleinwerteindex SDax notierten Deutz-Aktien waren zunächst um sechs Prozent gestiegen, brachen nach dem Dementi aber um 6,6 Prozent auf 6,57 Euro ein.

Im MDax setzten Karstadt-Quelle ihre Talfahrt vom Vortag fort und verloren 6,6 Prozent. In einem Befreiungsschlag hatte der Konzern seine Kaufhäuser für 4,5 Milliarden Euro verkauft und sich damit schuldenfrei gemacht. Börsianer kritisierten aber, dass Karstadt an dem Käufer selbst beteiligt ist.

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