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28.07.2017

14:57 Uhr

Mega-Anleihe

AT&T räumt am Bondmarkt ab

VonAndrea Cünnen

Der US-Telekomkonzern AT&T holt sich auf einen Schlag 22,5 Milliarden Dollar bei Anleiheinvestoren. Damit begibt er den drittgrößten Bond aller Zeiten. Investoren stürzen sich darauf, die Bonds sind seit langem beliebt.

Der Telekomkonzern braucht Geld für die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner. AFP

AT&T in New York

Der Telekomkonzern braucht Geld für die Übernahme des Medienkonzerns Time Warner.

FrankfurtAm Aktienmarkt ist der Traditionskonzern AT&T nicht sonderlich beliebt. Mit einem Verlust von rund sieben Prozent gehört die Aktie des 1885 in den USA gegründete American Telephone & Telegraf in diesem Jahr zu den schwächeren Werten an der Wall Street. Bei Anleiheinvestoren ist AT&T jedoch der Hit. Mit 22,5 Milliarden Dollar hat der Konzern die größte Anleihe in diesem Jahr platziert und gleichzeitig den drittgrößten Bond aller Zeiten. Dabei war die Nachfrage gigantisch. Die beauftragten führenden Konsortialbanken – darunter BofA Merrill Lynch, Goldman Sachs und JP Morgan – sammelten Kaufaufträge über insgesamt mehr als 60 Milliarden Dollar ein.

Größere Anleihen als AT&T haben bislang nur der Bierbrauer Anheuser Busch Inbev im Januar 2016 mit 46 Milliarden Dollar und der Telekomkonzern Verizon im September 2013 mit 49 Milliarden Dollar begeben. Beide Unternehmen brauchten das Geld für die Refinanzierung von Übernahmen. So ist es auch bei AT&T. Geplant ist die Übernahme des Medienkonzern Time Warner für 85,4 Milliarden Dollar. Die im vergangenen Oktober angekündigte Übernahme ist auch großes Thema in Hollywood, schließlich stellt Time Warner mit dem Filmstudio Warner Bros. Kinostreifen wie „Batman“, „Harry Potter“ oder „Mad Max“ her. Außerdem gehören zu Time Warner der Nachrichtensender CNN, der Fernsehbezahlsender HBO und der Unterhaltungskanal TNT.

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Mit der Übernahme entsteht eines der größten Medienunternehmen der Welt. AT&T zielt auf Inhalte ab, die über die eigenen Netze verteilt werden können. Mit dem Zusammenspiel von Mobilfunk, Festnetz, Internet, Film und Fernsehen will sich AT&T unabhängiger vom dominierenden Mobilfunkgeschäft machen, wo kleinere Konkurrenten wie Sprint und die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US mächtig Druck machen.

In trockenen Tüchern ist die Übernahme von Time Warner aber noch nicht. Konzentration in der Medienbranche gilt in der Politik als unpopulär. Schärfster Gegner der Übernahme ist US-Präsident Donald Trump. Während des Wahlkampfs im vergangenen Oktober hatte er erklärt, dass er dem Deal als Präsident niemals zustimmen werde, weil er „zu viel Macht in die Hände von wenigen, ohnehin schon zu einflussreichen Leuten legt“. Später relativierte er allerdings diese Äußerung mit der Bemerkung, er habe die genauen Fakten noch nicht gesehen. AT&T-Chef Randall Stephenson betonte noch bei der Vorlage der Quartalszahlen am 25. Juli, er sei zuversichtlich, dass die Übernahme noch in diesem Jahr abgeschlossen werde.

Mit der Mega-Anleihe ist die Übernahme nun durchfinanziert. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg hätten fünf Milliarden Dollar gereicht, schließlich hat AT&T bereits Kredite aufgenommen und Anleihen in Euro und britischem Pfund platziert. Der Appetit der Anleiheinvestoren auf AT&T-Dollar Bonds war aber so groß, dass der Konzern die Gunst der Stunde nutzte.

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