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01.09.2014

10:15 Uhr

Mega-Börsengänge

Heißer Herbst in Frankfurt

Rocket Internet und Zalando arbeiten mit Hochdruck am Sprung auf den Aktienmarkt – es wären die beiden größten Börsengänge seit dem Ende des Neuen Markts. Was Anleger und Investoren von den IPOs erwarten dürfen.

Mitarbeiter der Firma Rocket Internet im Berliner Stammsitz des Unternehmens. Die IPO-Pläne werden konkreter. dpa

Mitarbeiter der Firma Rocket Internet im Berliner Stammsitz des Unternehmens. Die IPO-Pläne werden konkreter.

FrankfurtNach der Sommerpause dürfte es am Frankfurter Aktienmarkt wieder richtig heiß hergehen: Hinter den Kulissen arbeiten sowohl Rocket Internet als auch Zalando mit Hochdruck an ihren Börsengängen. Schon in wenigen Wochen kann es so weit sein. Die beiden größten Internetbörsengänge Deutschlands seit dem Ende des Neuen Markts könnten demnach Ende September oder Anfang Oktober stattfinden, heißt es in Finanzkreisen.

Dass die beiden Unternehmen einen solchen Schritt erwägen, deutet sich seit längerem an. Erst jetzt zeichnen sich jedoch Einzelheiten ab. Zu ihren Plänen wollen sich beide Firmen nicht äußern.

Was Sie über die Börsenkandidaten wissen sollten

Zalando

ZALANDO (Online-Versand von Schuhen und Bekleidung)

Zeichnungsfrist: bis 29. September 2014
Erstnotiz: 1. Oktober 2014
Eigentümer: Kinnevik (35,6 Prozent), Global Founders/Brüder Samwer (16,7 Prozent), Bestseller/Anders Holch Povlsen (10,5 Prozent), Juri Milner (8,1 Prozent), Holtzbrinck Ventures (7,6 Prozent), Tengelmann (5,6 Prozent) und weitere.
Bewertung: bis zu 5,6 Milliarden Euro
Volumen: 441 bis 633 Millionen Euro
Banken: Morgan Stanley, Goldman Sachs und Credit Suisse.

Rocket Internet

ROCKET INTERNET (Holding von jungen Internet-Unternehmen)
Zeichnungsfrist: 24. September bis 7. Oktober 2014
Erstnotiz: 9. Oktober 2014
Eigentümer: Brüder Samwer (52,3 Prozent), Kinnevik (18,1 Prozent), United Internet (10,4 Prozent), Philippine Long Distance Telephone (PLDT, 8,4 Prozent), Access Industries (Len Blavatnik, 8,3 Prozent), Holtzbrinck Ventures (2,5 Prozent)
Bewertung: bis zu 6,7 Milliarden Euro
Volumen: 1,34 bis 1,61 Milliarden Euro
Banken: JPMorgan, Morgan Stanley und Berenberg.

Tele Columbus

TELE COLUMBUS (Kabelnetzbetreiber)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: mehrere Hedgefonds

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: JPMorgan, Goldman Sachs

TLG Immobilien

TLG IMMOBILIEN (Gewerbeimmobilien in Ostdeutschland)

Zeitpunkt: Herbst 2014

Eigentümer: Lone Star

Bewertung: 1,5 Milliarden Euro (inklusive Schulden)

Volumen: rund 500 Millionen Euro

Banken: UBS, JPMorgan

Steinhoff

STEINHOFF (Möbelproduktion und -handel)

Zeitpunkt: nach dem 9. September

Eigentümer: börsennotiert, Gründer Bruno Steinhoff größter Aktionär

Bewertung: knapp 9 Milliarden Euro (Börsenwert)

Volumen: Wechsel von der Börse Johannesburg nach Frankfurt, Kapitalerhöhung im Juli durchgeführt, möglicherweise weitere Platzierung im Zuge des Wechsels des Börsenplatzes.

Banken: Kapitalerhöhung begleitet von Barclays, BNP Paribas, Citigroup, HSBC und Commerzbank

Hella

HELLA (Autoscheinwerfer-Hersteller)

Zeitpunkt: Herbst 2014 möglich

Eigentümer: Familie

Bewertung: rund 3,5 Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: Citi, Bankhaus Lampe

Armacell

ARMACELL (Dämmstoff-Hersteller)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Charterhouse Capital Partners

Bewertung: mehr als 600 Millionen Euro

Volumen: rund 300 Millionen Euro

Banken: Deutsche Bank, Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas

Goodgame Studios

Online-Spielehersteller

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015 möglich
Eigentümer: Gründer (Brüder Wawrzinek)
Banken: Bank of America Merill Lynch, Berenberg und Deutsche Bank

Scout24

SCOUT24 (Betreiber von Online-Marktplätzen)

Zeitpunkt: Ende 2014/Anfang 2015

Eigentümer: Hellman & Friedman (49 Prozent), Blackstone (21 Prozent), Deutsche Telekom (30 Prozent)

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: rund 400 Millionen Euro (für 20 Prozent der Anteile)

Banken: Goldman Sachs, Credit Suisse als Koordinatoren (erwartet)

Siemens Audiologische Technik

SIEMENS AUDIOLOGISCHE TECHNIK (Hörgeräte)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Siemens AG

Bewertung: ca. 2 Milliarden Euro

Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Siemens-Aktionäre

Banken: Auswahl in Kürze erwartet

Axel Springer Digital Classifieds

AXEL SPRINGER DIGITAL CLASSIFIEDS (Online-Anzeigenbörse)

Zeitpunkt: Anfang 2015

Eigentümer: Axel Springer SE (70 Prozent), General Atlantic (30 Prozent)

Bewertung: rund drei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Douglas

DOUGLAS (Parfümerie, Einzelhandel)

Zeitpunkt: Frühjahr 2015

Eigentümer: Advent International und Familie Kreke

Bewertung: rund zwei Milliarden Euro

Volumen: offen

Banken: noch nicht ausgewählt

Hapag-Lloyd

HAPAG-LLOYD (Reederei)

Zeitpunkt: Herbst 2015

Eigentümer: (vor Vollzug der Fusion mit CSAV ) Stadt Hamburg (37 Prozent), Kühne Maritime (28 Prozent), TUI (22 Prozent), Signal Iduna (5 Prozent), HSH Nordbank (3 Prozent), M.M. Warburg & Co (2,9 Prozent) und HanseMerkur (1,8 Prozent), CSAV erhält zunächst 30, später 34 Prozent.

Bayer Material Science

Bayer Material Science: Kunststoffe
Zeitpunkt: Herbst 2015/Frühjahr 2016
Eigentümer: Bayer AG
Bewertung: bis zu 10 Milliarden Euro
Volumen: möglicherweise als Spin-off mit Ausgabe von Aktien an Bayer-Aktionäre

Noch sind die Vorbereitungen nicht ganz abgeschlossen. Das betrifft etwa die Analysen, die den Investoren vor dem Verkauf der Aktien gegeben werden, berichten mit den Plänen vertraute Kreise. Doch die Lücken können bei Bedarf innerhalb von Tagen gefüllt werden.

Bei den Börsengängen handele es sich um reine Kapitalerhöhungen, berichten Insider. Die Alteigentümer werden keine Anteile abgeben. „Alles andere würde bei den Investoren aufstoßen, da es sich um Wachstumsunternehmen handelt, die ihren Wert noch entwickeln müssen“, heißt es.

Das Emissionsvolumen dürfte beim Modeversender Zalando nach Handelsblatt-Informationen bei etwa 750 Millionen Euro liegen. Das Unternehmen wird mit 3,8 Milliarden Euro bewertet. Bei Rocket Internet könnte der Wert der neuen Aktien 500 bis 750 Millionen Euro betragen. Das Unternehmen wird derzeit mit 4,3 Milliarden Euro bewertet.

Sowohl Rocket Internet als auch Zalando wollen in Frankfurt debütieren. Rocket Internet soll dabei in dem nur wenig regulierten Entry Standard gelistet werden. Für einen Börsengang in New York spricht zwar, dass US-Investoren offener für Unternehmen sind, die stark wachsen, aber noch keine oder nur geringe Gewinne schreiben. Dagegen zeigen sich die großen deutschen Fonds wie die Deutsche-Bank-Tochter DWS, Deka, Union Investment und Allianz Global Investors zurückhaltend, wenn es um neue Aktien geht.

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