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16.09.2014

02:32 Uhr

Mega-Börsengang

Alibaba hebt den Aktienpreis an

Der Onlineriese Alibaba hebt den Ausgabepreis seiner Anteilsscheine an. Damit wird der größte Börsengang in der Geschichte noch ein bisschen größer. Die Nachfrage der Investoren ist enorm.

Das Firmenlogo des chinesischen Onlineriesen Alibaba: An der New Yorker Börse erwarten die Aktionäre den größten Börsengang aller Zeiten. dpa

Das Firmenlogo des chinesischen Onlineriesen Alibaba: An der New Yorker Börse erwarten die Aktionäre den größten Börsengang aller Zeiten.

New YorkAlibabas Mega-Börsengang nimmt noch größere Dimensionen an als erwartet. Der chinesische Internetriese hat das obere Ende der Preisspanne für seine Aktien wegen der großen Nachfrage der Anleger von 66 auf 68 Dollar angehoben. Das teilte das Unternehmen am Montag (Ortszeit) der US-Börsenaufsicht SEC mit.

Damit könnte das Maximalvolumen des Börsengangs von 24,3 bis auf 25 Milliarden Dollar (19,3 Mrd Euro) steigen. Dafür müssten allerdings die an der Platzierung beteiligten Investmentbanken ihre Zeichnungsrechte ausüben. Ansonsten würden die etwa 320 Millionen Aktien, die Alibaba zunächst anbieten will, 21,8 Milliarden Dollar einbringen.

9 Tipps die Sie bei Neuemissionen beachten sollten

Tipp 1

Ob Twitter, Facebook, Rocket Internet  oder Alibaba: IPOs üben immer wieder einen großen Reiz auf Anleger aus. Doch es gibt einiges zu beachten, damit man sich an den Börsenneulingen nicht die Finger verbrennt. Beispielsweise: Wie soll der Emissionserlös, der Gewinn aus den Aktienverkäufen, verwendet werden? Fließt das Geld in das Unternehmen oder werden lediglich die Interessen Dritter befriedigt?

Tipp 2

Wie lange wollen die Altaktionäre ihre Anteile halten? An den Lock-up- oder Haltefristen können Sie gut erkennen, ob das Management an einen langfristigen Erfolg des Unternehmens glaubt oder nur auf einen kurzfristigen Kursgewinn spekuliert.

Tipp 3

Ist die Höhe des Emissionspreises, der Preis für die Aktien, angemessen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen aus der Branche? Ist das Unternehmen damit fair bewertet oder künstlich hochgespielt?

Tipp 4

Wie sehen die Umsatz- und Gewinnzahlen, die Kennziffern des Unternehmens in der Vergangenheit aus? Aber Vorsicht. In manchen wachstumskräftigen, aber riskanten Branchen (etwa in der Biotechnologie) ist es durchaus üblich, dass Unternehmen jahrelang Verluste einfahren, und trotzdem könnte eine Aktie zu empfehlen sein.

Tipp 5

Gibt es für die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens tatsächlich einen Bedarf, gibt es genügend Abnehmer? Nicht jede tolle Idee ist bei näherer Betrachtung auch wirklich marktfähig.

Tipp 6

Wie sieht die Konkurrenzsituation aus? Gibt es starke Wettbewerber mit hoher finanzieller Schlagkraft?

Tipp 7

Welchen Eindruck macht das Management auf Sie? Verfügt es über genügend Erfahrung und Kompetenz?

Tipp 8

Wie professionell kommuniziert das Unternehmen nach außen? Sind die Botschaften kompetent, stringent und informativ?

Tipp 9

Verstehen Sie die Geschäftsidee? Wenn nicht, dann sollten Sie auf diese Aktie verzichten und anderen den Vorzug geben/lassen.

Die Quelle

So oder so: Noch nie hat ein Unternehmen bei seinem Aktiendebüt mehr Geld bei Investoren einsammeln können. Bereits am Mittwoch - einen Tag früher als ursprünglich geplant - sollen die Orderbücher geschlossen werden. Danach dürfte dem Handel der Alibaba-Aktie unter dem Kürzel BABA an der New Yorker Börse nichts mehr im Weg stehen.

Derzeit tourt das Top-Management von Alibaba mit Werbeveranstaltungen um die Welt, um Investoren zu überzeugen. Die sogenannte „Roadshow“ war zum Wochenauftakt in Hongkong und damit erstmals in Asien angekommen. Nun geht es weiter nach Singapur.

Firmengründer Jack Ma zeigte sich vor Journalisten in Hongkong enttäuscht, dass die Erstemission nicht in Hongkong stattfinden kann. Die Hongkonger Börse hatte das Aktiendebüt wegen einer nicht ausreichend transparenten Firmenstruktur und der großen Macht von Ma abgelehnt. Daraufhin hatte sich Alibaba an New York gewandt.

Alibaba ist die führende Kraft im chinesischen Onlinemarkt. Der Konzern macht laut eigenen Angaben mehr Umsatz als Amazon und Ebay zusammen. Die Geschäftsmodelle sind aber nur begrenzt vergleichbar. Alibaba betreibt Taobao, einen Marktplatz für kleine und mittlere chinesische Unternehmen, sowie Tmall, eine Art Online-Kaufhaus für etablierte Marken.

Im kommenden Jahr soll die Volksrepublik laut Analysten-Prognosen zum größten Markt für den Onlinehandel aufsteigen. 2012 kauften Kunden nach Zahlen der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in China Waren im Wert von 190 Milliarden Dollar im Internet. Nur in den USA waren es mit 225 Milliarden Dollar noch mehr.

Von

dpa

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