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29.09.2014

13:53 Uhr

Mega-Börsengang in Dubai

Mall-Sparte bringt Emaar 1,6 Milliarden Dollar

Hunderte Privatanleger standen stundenlang Schlange: Sie wollten unbedingt Aktien der Shoppingmall-Sparte von Emaar ergattern. Die Aktie war 20-fach, bei institutionellen Investoren mehr als 30-fach überzeichnet.

Die Vorzeige-Mall von Emaar ist das weltgrößte Einkaufszentrum, rund 75 Millionen Besucher lockte es im vergangenen Jahr. ap

Die Vorzeige-Mall von Emaar ist das weltgrößte Einkaufszentrum, rund 75 Millionen Besucher lockte es im vergangenen Jahr.

Emaar Properties PJSC hat im größten Börsengang in Dubai seit sieben Jahren 1,6 Mrd. Dollar für seine Shoppingmall-Sparte eingenommen. Das Interesse, in den Einzelhandelssektor von Dubai zu investieren, war sowohl bei institutionellen als auch bei Kleinanlegern groß.

Der Börseneinführungspreis für die Aktie von Emaar Malls Group konnte am oberen Ende der Zeichnungsspanne bei 2,9 Dirham festgesetzt werden. Das Orderbuch war im Segment für institutionelle Investoren mehr als 30-fach überzeichnet, bei mehr als 470 Zeichnungsaufträgen.

Hunderte von privaten Anlegern hatten stundenlang Schlange gestanden, um sich als Investor registrieren zu lassen und Aktien ergattern zu können; ihre Tranche war mehr als 20-fach überzeichnet.

„Es besteht eindeutig Interesse an Dubais Einzelhandelssektor, da viele institutionelle Investoren aus dem Ausland Interesse gezeigt haben“, sagt Saleem Khokhar, Leiter Aktien beim Vermögensverwalter NBAD Asset Management Group in Abu Dhabi. Die Überzeichnung sei umfangreich und er rechne mit einem „sehr positiven“ Handel im Sekundärmarkt, fügte Khokhar an.

Mit dem Börseneinführungspreis wird Emaar Malls zum 20,5-fachen Unternehmenswert im Verhältnis zum Ebitda oder Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisierung bewertet, wie Taher Safieddine, Analyst bei Shuaa Capital PSC in Dubai, sagt. Das entspreche dem Durchschnitt für Einzelhandels-Real Estate Investment Trusts (REITS) weltweit, wie er erläutert.

Das IPO ist das größte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, seit 2007 der Hafenbetreiber DP World Ltd. an der Börse 4,96 Mrd. Dollar erlöste. Ein Boom im Einzelhandel, unterstützt durch höhere Touristenzahlen, hilft dem Wachstum in Dubai auf die Sprünge.

Rund 75 Millionen Besucher flanierten im vergangenen Jahr durch das Flaggschiff-Einkaufszentrum von Emaar – das weltgrößte Einkaufsparadies. Es verfügt über viele Läden mit hochpreisiger Ware sowie ein Aquarium und liegt in der Nähe von Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt. Der Internationale Währungsfonds hat Dubai für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von fünf Prozent vorausgesagt.

„Dies sieht nach einer guten Gelegenheit aus, um in den Markt einzusteigen“, sagt der 26-jährige Hochschulabsolvent Rashid Mohammed. Er hat einen Antrag ausgefüllt, um sich am Dubai Financial Market (DFM) erstmals als Investor registrieren zu lassen. „Emaar ist ein großes Unternehmen und jeder kennt Dubai Mall. Ich habe etwas Geld, und vielleicht kann ich daraus viel mehr machen.“

Seit Emaar mit der Zeichnungsperiode begann, ließen sich nach Angaben von DFM 2868 neue Investoren an der Börse registrieren und 1912 aktualisierten ihre Konten. Einige Banken ebneten Investoren mit Krediten den Weg zum Aktienbesitz. Vergessen scheinen die Erfahrungen mit DP World, dessen Aktienkurs absackte und der Finanzkrise von 2008, als die Börse um 72 Prozent einbrach.

Emaar hat sich im Börsengang von 15,4 Prozent der Shoppingmall-Sparte getrennt und will 5,3 Milliarden Dirham (umgerechnet 1,44 Milliarden Dollar) des IPO-Erlöses als Dividende an seine Aktionäre, darunter Dubai, verteilen. Die Marktkapitalisierung von Emaar Malls nach der Börseneinführung wird nach Angaben des Unternehmens bei rund 37,7 Milliarden Dirham liegen. Der Handel in den Aktien soll am 2. Oktober beginnen.

Dubais Benchmark Aktienindex DFM General Index weist mit einem Anstieg von 48 Prozent in diesem Jahr die weltweit zweitbeste Entwicklung auf. Das lockte auch andere Unternehmen an die Börse, darunter Marka PJSC, mit Handelsstart in der vergangenen Woche.

Begleitet wird der Börsengang von Bank of America Merrill Lynch, JPMorgan Chase & Co. und Morgan Stanley als Joint Global Coordinators and Bookrunners. Im Konsortium ebenfalls vertreten sind HSBC Holdings Plc, EFG-Hermes Holding SAE, National Bank of Abu Dhabi PJSC, Emirates NBD PJSC, Emirates Financial Services PSC und Rothschild.

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