Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2011

13:30 Uhr

Methodik

Wie Starmine bei der Bewertung vorgeht

VonAnke Rezmer

Um zu berechnen, wie zuverlässig die Prognosen von Analysten sind, setzt das Analysehaus Starmine auf komplexe Statistik und die genaue Abbildung von exemplarischen Aktienportfolios.

Leuchttürme im Kurswirrwarr: Analysehäuser haben sich darauf spezialisiert, die Leistungen von Analysten zu überprüfen. Quelle: dpa

Leuchttürme im Kurswirrwarr: Analysehäuser haben sich darauf spezialisiert, die Leistungen von Analysten zu überprüfen.

FrankfurtRund 1400 Experten beobachten deutsche Aktien. Da die Treffsicherheit ihrer Anlageempfehlungen ganz unterschiedlich ausfällt, werden die Analysten von unabhängigen Finanzdienstleistern genau beobachtet und beurteilt. Das US-Analysehaus Starmine zum Beispiel bewertet die Qualität von Analysten nach einer objektiv-statistischen Methode anhand der Ergebnisse von Aktienempfehlungen und der Genauigkeit der Gewinnschätzungen.

Starmine, das zum weltgrößten Finanzdatenanbieter Thomson Reuters gehört, nutzt dazu die Daten seines Mutterkonzerns. Um sich für das Starmine-Analystenranking zu qualifizieren, muss ein Analyst im entsprechenden Zeitraum - für den Analystenaward 2011 gilt das Kalenderjahr 2010 - mindestens fünf Aktien in Deutschland beobachtet haben. Für die Bewertung in den Sektoren muss ein Analyst mindestens fünf Aktien einer Branche beobachten beziehungsweise drei oder ein Drittel der Aktien eines Sektors mit weniger als 15 Titeln. Um die Güte von Aktienempfehlungen zu bewerten, bildet Starmine für jeden Analysten ein Musterportfolio. Je nach Empfehlung kommen mehr oder weniger Aktien in das Portfolio.

Es gibt Ranglisten für die jeweiligen Branchen

Für ein "Strong Buy" legt Starmine zwei Aktien hinein, für ein "Buy" eine. Hält ein Analyst eine Aktie für "neutral", geschieht nichts. Bei einer Verkaufsempfehlung werden Aktien leer verkauft. So verfolgt Starmine die Portfolioentwicklung.

Die Performance des Analysten wird mit einem entsprechenden Referenzindex abgeglichen, um die Leistungen der Analysten verschiedener Branchen vergleichen zu können. Wer mit seinem Musterportfolio besser als der Referenzindex abschneidet, qualifiziert sich für das Ranking. Ranglisten gibt es für jeden Sektor sowie für Aktientipps und Gewinnschätzungen über alle Sektoren hinweg.

Für die Bewertung der Qualität von Gewinnschätzungen vergleicht Starmine die Analysten mit ihren direkten Konkurrenten und teilt ihnen einen Platz auf einer Skala zwischen null und hundert zu. Für die Auszeichnung "Bester Broker" werden die Awards aller Analysten eines Hauses addiert. Der Broker mit den meisten Preisen gewinnt.

Ebenfalls nach einer statistischen Methode arbeiten andere Rankinganbieter wie die britische Gesellschaft AQ sowie das "Information System for Analysts (ISFA)" aus der Schweiz. Auf breite Befragungen unter Vermögensverwaltern setzen andere Rankings wie der Informationsdienst Thomson Reuters Extel. Die Umfragen gelten als besonders aussagekräftig für professionelle Investoren, die mit großen Wertpapierhäusern zusammenarbeiten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×