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23.10.2014

11:12 Uhr

Mexikanische Staatsanleihe

100-Jährige als sicherer Hafen

Mexiko hat hat den Ausverkauf an den Finanzmärkten in der vergangenen Woche umschifft. Kein Wertpapier macht dies so deutlich wie die 100-jährige Anleihe des Landes. Warum der langfristigste Bonds der Welt punktet.

Zwei traditionelle mexikanische Tänzer: Die Staatsanleihen des Landes sind momentan Grund zur Freude. dpa

Zwei traditionelle mexikanische Tänzer: Die Staatsanleihen des Landes sind momentan Grund zur Freude.

Während es bei den Anleihen risikoreicherer Schwellenländer von Venezuela bis hin zu Argentinien zu Verlusten kam, haben sich Mexikos Papiere mit Investment-Grade-Einstufung als sicherer Hafen entpuppt. Dahinter dürften die Öl-Reformen des Landes sowie die engen wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA stehen. Vor allem letzteres macht Mexiko weniger anfällig für eine Verlangsamung der Weltkonjunktur.

Die 2,68 Milliarden Dollar umfassenden 100-Jahre-Anleihen haben es diesen Monat bis 16. Oktober auf einen Ertrag von 5,6 Prozent gebracht. Das half, mexikanische Dollar-Bonds zum Top-Gewinner unter Schwellenländern zu machen.

Geldquelle Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Staatsanleihen oder Schuldverschreibungen sind eine der wichtigsten Finanzierungsquellen von Staaten. Im Gegensatz zu Aktien sind diese Wertpapiere mit einem festen Zins ausgestattet und das Kapital wird zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt.

Wie sicher sind Staatsanleihen?

Anleihen werden in verschiedenen Laufzeiten von zumeist 2 bis 30 Jahren ausgegeben. Lange Zeit galten sie als äußerst sichere Anlageform, da das Risiko eines staatlichen Zahlungsausfalls als sehr gering betrachtet wurde. Mit der Schuldenkrise in Europa ist dieses Bild aber ins Wanken geraten.

Woraus ergibt sich der Zins?

Als Zinszahlung erhält der Anleger die Rendite oder den Effektivzins. Dieser ergibt sich aus dem im Vorhinein festgelegten Zins der Anleihe (Kupon) und dem von ihm gezahlten Marktpreis (Kurs) des Papiers. Sinkt die Nachfrage und damit der Kurs der Anleihe, steigt die Rendite.

Angesichts einer schwachen Weltkonjunktur haben Investoren zuletzt ihre Erwartungen für einen Zinsanstieg in den USA nach hinten verschoben. Im selben Atemzug steigt die Nachfrage nach besser bewerteten, länger laufenden Anleihen wie jene aus den USA und Mexiko. Sie reagieren sensibler auf Veränderungen der Zinsen als Kurzläufer.

Mexiko profitiert letztlich auch von Anlegern, die mit dem Kauf der Papiere des Landes auf die Öffnung der mexikanischen Ölbranche für ausländische Investments erstmals in sieben Jahrzehnten setzen wollen.

„Mexikos 100-Jahre-Anleihe ist einer der größten Nutznießer fallender Renditen von US-Treasuries, weil ihre Laufzeit eine der längsten auf dem Markt ist”, sagt David Oliver, Geld-Manager bei Stone Harbor Investment Partners.

„Bei Mexiko geht es um fundamentale Reformen. Das ist interessant und hält Mexiko aus den Schreckens-Schlagzeilen heraus.” Weltweit haben Aktienmärkte im Oktober rund 3,3 Billionen Dollar an Bewertungen eingebüßt. Dahinter standen die Sorgen über eine Abschwächung der Weltkonjunktur.

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