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09.07.2013

15:08 Uhr

Miese Performance

Pimco laufen die Anleger davon

Die US-Vermögensverwaltung verliert mehr als zehn Milliarden Dollar - in nur einem Monat. Es sind die größten Abflüsse seit Beginn der Aufzeichnungen. Vor allem der Flaggschiff-Fonds von Bill Gross läuft nicht.

Hier strahlt Bill Gross noch: Doch der Fondsmanager muss hohe Abflüsse verkraften. dapd

Hier strahlt Bill Gross noch: Doch der Fondsmanager muss hohe Abflüsse verkraften.

New YorkDer Vermögensverwalter Pimco kämpft offenbar an mehreren Fronten mit einem Vertrauensverlust der Anleger. So zogen die Anleger im Juni insgesamt 14,5 Milliarden Dollar aus US-Fonds der Allianz-Tochter ab, wie das Analysehaus Morningstar errechnet hat. Das seien die größten Abflüsse seit Beginn der Aufzeichnungen 1993, erklärten die Experten in der Nacht zum Dienstag.

Pimco ist schon länger in den Schlagzeilen - vor allem, weil der Flaggschiff-Fonds Total Return von Investmentlegende Bill Gross nicht mehr so richtig läuft. Erst lag Gross mit mehreren Wetten in der Euro-Schuldenkrise daneben. Dann trat er bei US-Staatsanleihen überraschend früh auf die Bremse. Aus dem weltgrößten Anleihefonds, der im Juni mit einem Minus von 2,64 Prozent die schlechteste Monats-Entwicklung seit September 2008 gezeigt hatte, zogen die Kunden zuletzt rekordverdächtige 9,6 Milliarden Dollar ab. Schon im Mai waren mehrere Milliarden abgeflossen.

Die 9,6 Milliarden sind in den 14,5 Milliarden Dollar bereits enthalten, die Morningstar jetzt errechnet hat. Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Andere US-Publikumfonds mussten ebenfalls Federn lassen. Welche Produkte das genau waren, sagte Morningstar nicht.

Was 2013 aus 100.000 Euro wurde (1.Halbjahr)

Silber

62.510 Euro

Brasilianische Aktien

73.320 Euro

Gold

74.490 Euro

Russische Aktien

83.690 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai Composite)

88.730 Euro

Türkische Aktien

90.210 Euro

Bundesanleihen

98.260 Euro

US-Treasuries

98.540 Euro

Sparbuch

100.032 Euro

Tagesgeld

100.930 Euro

US-Dollar

101.220 Euro

Deutsche Aktien

104.360 Euro

Öl (WTI)

105.550 Euro

Japanische Aktien

113.630 Euro

US-Aktien

115.280 Euro

Venezolanische Aktien

151.720 Euro

Mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt gut zwei Billionen Dollar (per Ende März) ist Pimco eine der wichtigsten Stützen im Allianz-Konzern und maßgeblicher Gewinntreiber. Im ersten Quartal freute sich das Investmenthaus, das weitgehend an der langen Leine agiert, noch über deutliche Mittelzuflüsse der Kundschaft, die im Niedrigzinsumfeld auf der Jagd nach Rendite sind. Nun bekommt das Bild erste Kratzer. Details werden die Zahlen zum zweiten Quartal zeigen, die die Allianz am 2. August vorlegt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.07.2013, 17:15 Uhr

Nicht nur bei Pimco, die gesamten Anleihen verzeichneten in den USA beispiellose Abfluesse. Wer haelt schon eine Anleihe, wenn davon auszugehen ist, dass die Zinsen steigen. Und hier genuegt oft schon der Gedanke daran.

Klar, in einem echten Markt wird sich dies wieder einpendeln. Aber echte Maerkte gibt es ja fast nicht mehr, sondern mehr und mehr "Zentralbankmaerkte".

Aber weder die USA, noch die EU, noch GB, noch Japan werden das Gelddrucken so bald einstellen. Es gibt zu viele Nutzniesser dabei, wenn dies auch nicht unbedingt der Buerger sein muss.

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