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17.04.2013

12:15 Uhr

Milliarden-Auktion

Bundesanleihen auch mit Niedrigzins erfolgreich

Deutschland versorgt sich am Anleihenmarkt erneut mit frischem Geld. Trotz erneut sinkender Rendite war die Nachfrage höher als das Angebot. Die Emission spülte 3,3 Milliarden Euro in die Kassen des Bundes.

Deutschland gibt erneut Bundesanleihen heraus. dpa

Deutschland gibt erneut Bundesanleihen heraus.

FrankfurtDeutschland muss für zehnjährige Anleihen weniger Zinsen zahlen. Die Durchschnittsrendite sank um 0,08 Punkte auf 1,28 Prozent, wie die für das Schuldenmanagement des Bundes zuständige Finanzagentur mitteilte. Die Emission spülte gut 3,3 Milliarden Euro in die Kassen des Bundes, die Nachfrage übertraf das Angebot um das 1,6-Fache.
Deutsche Staatsanleihen werden wegen des Wahl-Patts in Italien, der Zypern-Krise und des Vetos des portugiesischen Verfassungsgerichts gegen die Sparpläne der Regierung wieder stärker nachgefragt. Sie werden von den großen Ratingagenturen mit der Bestnote AAA bewertet und gelten in der Euro-Krise als sicherer Hafen.

So legen die Deutschen ihr Geld an

Top 7

Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.

Top 6

Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Rendite zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.

Top 5

Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.

Top 4

Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.

Top 3

Im Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold lag mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.

Top 2

Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahrs stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.

Top 1

Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Mit knapp 65 Prozent stellen Deutsche ab 60 Jahren die größte Gruppe der Privatanleger.

Der Bund profitiert von den niedrigen Zinsen für Staatsanleihen. Bei Papieren mit kürzerer Laufzeit zahlten Investoren zuletzt sogar Prämien für die Papiere und verzichteten auf Zinszahlungen. Das kommt dem Bundeshaushalt zugute. Die Regierung rechnet nach einem Defizit von einem halben Prozent im laufenden Jahr in den beiden Folgejahren mit ausgeglichenen Staatshaushalten. Für 2016 und 2017 sind sogar Überschüsse in Sicht, wie aus dem jährlichen deutschen Stabilitätsprogramm hervorgeht, der am Mittwoch verabschiedet wurde.

Auch Portugal wird im Tagesverlauf am Geldmarkt aktiv, geplant ist die Emission eines dreimonatigen und eines einjährigen Papiers. Die Rendite der zehnjährigen Papiere des Landes fiel am Morgen um einen Basispunkt auf 6,08 Prozent. Seit Wochenbeginn ist die Rendite um 22 Basispunkte gesunken. Am Freitag hatten die EU-Finanzminister dem Land sieben Jahre mehr Zeit zur Rückzahlung der Rettungskredite eingeräumt.

Rating-Historie der Krisenländer

Portugals S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BB / 13.01.2012

BBB- / 05.12.2011

BBB- / 29.03.2011

BBB+ / 24.03.2011

A- / 30.11.2010

A- / 27.04.2010

Portugals Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Ba3 / 13.02.2012

Ba2 / 05.07.2011

Baa1 / 05.04.2011

A3 / 15.03.2011

A1 / 21.12.2010

A1 / 13.07.2010

Aa2 / 05.05.2010

Irlands S&P-Rating

Rating / Gültig seit:

BBB+ / 13.01.2012

BBB+ / 05.12.2011

BBB+ / 01.04.2011

A- / 02.02.2011

A / 23.11.2010

AA- / 24.08.2010

Irlands Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Ba1 / 12.07.2011

Baa3 / 15.04.2011

Baa1 / 17.12.2010

Aa2 / 05.10.2010

Aa2 / 19.07.2010

Spaniens S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BBB- / 10.10.2012

BBB+ / 26.04.2012

A / 13.01.2012

AA- / 05.12.2011

AA- / 13.10.2011

AA / 28.04.2010

Spaniens Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Baa3 / 16.10.2012

Baa3 / 13.06.2012

A3 / 13.02.2012

A1 / 18.10.2011

Aa2 / 29.07.2011

Aa2 / 10.03.2011

Aa1 / 15.12.2010

Aa1 / 30.09.2010

Aaa / 30.06.2010

Italiens S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

BBB+u / 31.01.2012

Au / 05.12.2011

Au / 19.09.2011

A+u / 17.02.2011

Italiens Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

Baa2 / 13.07.2012

A3 / 13.02.2012

A2 / 04.10.2011

Aa2 / 17.06.2011

Griechenlands S&P-Rating

Rating: / Gültig seit:

B- / 18.12.2012

SD / 05.12.2012

CCC / 02.05.2012

SD / 27.02.2012

CC / 27.07.2011

CCC / 13.06.2011

B / 09.05.2011

BB- / 29.03.2011

BB+ / 02.12.2010

BB+ / 27.04.2010

BBB+ / 16.03.2010

Griechenlands Moody's-Rating

Rating: / Gültig seit:

C / 02.03.2012

Ca / 25.07.2011

Caa1 / 01.06.2011

B1 / 09.05.2011

Ba1 / 26.12.2010

Ba1 / 14.06.2010

A3 / 22.04.2010

Die Staatsanleihen von Italien und Spanien waren am Morgen gefragt. Zehnjährige Italien-Bonds rentierten mit 4,27 Prozent vier Basispunkte niedriger. Die Rendite spanische Papiere mit derselben Laufzeit fiel um zwei Basispunkte auf 4,71 Prozent. Spanien konnte am Dienstag bei der Auktion von Geldmarktpapieren das Maximalziel übertreffen und verzeichnete dabei sinkende Finanzierungskosten. Am Donnerstag legt das Land mit der Auktion von drei-, fünf- und zehnjährigen Anleihen nach.

Am Markt für US-Staatsanleihen gaben die Kurse leicht nach. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries stieg zuletzt um einen Basispunkt auf 1,72 Prozent. Der 30-jährige Longbond rentierte mit 2,90 Prozent zwei Basispunkte höher.

Kommentare (1)

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Insider

17.04.2013, 12:49 Uhr

Spätestens wenn Draghi inflationsbedingt die Zinsen erhöht,verlieren diese Niedrigzinsanleihen an Wert.

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