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23.05.2014

10:11 Uhr

Milliardenwette

US-Investor „begeistert“ von der Ukraine

Der Ukraine droht die Spaltung. Doch ein US-Investor setzt Milliarden auf das Land. Er sei begeistert von den Aussichten des Landes, die Übergangsregierung habe außergewöhnliche Arbeit geleistet. Zweckoptimismus?

Ukrainische Bürger auf einer Wahlkampf-Veranstaltung: Wie wird die Zukunft der Ukraine aussehen? AFP

Ukrainische Bürger auf einer Wahlkampf-Veranstaltung: Wie wird die Zukunft der Ukraine aussehen?

LondonMichael Hasenstab, der den rund 70 Milliarden Dollar schweren Templeton Global Bond Fund bei Franklin Templeton verwaltet, ist heute „begeisterter“ mit Blick auf die Aussichten der Ukraine als vor einem Jahr. Das erklärte er beim Investorentag von Franklin Templeton. „Die Übergangsregierung hat eine außergewöhnliche Arbeit bei den schwierigen Reformen geleistet“, sagte er.

Michael Hasenstab ist Chef der Global Bond Group bei Franklin Templeton. dapd

Michael Hasenstab ist Chef der Global Bond Group bei Franklin Templeton.

Im ersten Quartal erhöhte Hasenstab seine Wette auf die Ukraine. Insgesamt hat er 7,6 Milliarden Dollar in ukrainische Staatsanleihen investiert. Umgerechnet sind dies in etwa 5,6 Milliarden Euro. Franklin Templeton ist damit der weltgrößte Gläubiger von internationalen Ukraine-Anleihen.

Hasenstab gilt als einer der besten Anleihe-Fondsmanager der Welt. Er ist bekannt für seine riskanten Wetten. Der Templeton Global Bond Fund hat in den vergangenen zehn Jahren rund 99 Prozent vergleichbarer Fonds geschlagen, wie aus Daten des Marktforschers Morningstar hervorgeht. In 2014 hinkt er 87 Prozent der Konkurrenz hinterher.

Die Ukraine in den Fonds von Templeton

Templeton Global Bond

Anteil Ukraine: 3,51 Prozent von 39,16 Milliarden Dollar

Templeton Global Total Return Fund

Anteil Ukraine: 3,3 Prozent von 35,65 Milliarden Dollar

Templeton Emerging Markets Bond Fund

Anteil Ukraine: 10,63 Prozent von 6,21 Milliarden Dollar

Bereits am 5. April hatte Hasenstab in einem Video, das auf der Webseite von Franklin veröffentlicht wurde, die ukrainische Regierung gelobt. Sie sei nicht nur die kurzfristigen Probleme angegangen, sondern habe auch die Voraussetzungen geschaffen, damit das Land in den nächsten fünf bis zehn Jahren blühen kann. Es seien sehr schwierige, aber wichtige strukturelle Reformen angestoßen worden.

Kommentare (7)

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23.05.2014, 10:28 Uhr

Zweckoptimismus? Eher weniger. Rein pragmatisches Kalkül: die Ukraine kommt früher später in die EU, in die Schuldenunion und wer wird haften?
Die griechischen Staatsanleihen sind doch ein sicheres Investment, da die Nordstaaten haften. So ists auch mit der Ukraine

Account gelöscht!

23.05.2014, 10:30 Uhr

Und Steinmeier gibt den politischen Ausputzer.

Account gelöscht!

23.05.2014, 11:24 Uhr

Nachdem der Sohn des US Vizepresidenten bereits einen Vorstandsposten in der Ukrainischen Gasindustrie übernommen hat positioniert sich der nächste Teilnehmer beim run auf die 'assets' der Ukraine. Was heißt aber hier 'Strukturreformen'. Es sind Zwangsauflagen des IWF die für 90 % der Bevölkerung sinkende Löhne, Renten steigende Preise etc. bedeuten werden. Das böse Erwachen kommt noch. Dann kann sich der Volkszorn ganz schnell gegen die jetzige, ach so investorenfreundliche, Regierung wenden. Die politische Stabilität müßte denn mit undemokratischen Maßnahmen gesichert werden. Es wäre interessant zu beobachten ob der Westen dann auch so laut für Demokratie und Menschenrechte schreien würde wie während des ' regime change'.

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