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28.11.2012

15:59 Uhr

Millionen-Anleihe

„Traumschiff“ will den Kapitalmarkt entern

Das Luxus-Kreuzfahrtschiff „MS Deutschland“, bekannt aus der ZDF-Serie, wirft eine millionenschwere Anleihe auf den Kapitalmarkt. Mit dem Papier soll die Bilanz wieder in Ordnung gebracht werden.

Die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH zahlt 6,875 Prozent Zinsen für die fünfjährige Anleihe, die mit einer Schiffshypothek besichert ist. dapd

Die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH zahlt 6,875 Prozent Zinsen für die fünfjährige Anleihe, die mit einer Schiffshypothek besichert ist.

Frankfurt„Traumschiff“-Fans können sich bald mit einer 60 Millionen Euro schweren Anleihe an der „MS Deutschland“ beteiligen. Das Luxus-Kreuzfahrtschiff, auf dem die ZDF-Serie gedreht wird, will mit dem Papier seine Bankverbindlichkeiten ablösen und die Bilanz wieder in Ordnung bringen.

„Wir haben das Unternehmen in ruhiges Fahrwasser gebracht und verlorenes Vertrauen bei den Reisebüros zurückgewonnen“, sagte Geschäftsführer Konstantin Bissias am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Der Kreuzfahrten-Veranstalter gehört seit zweieinhalb Jahren dem Finanzinvestor Aurelius, der das damals angeschlagene Unternehmen den Erbinnen der Reeder-Familie Deilmann abgekauft hatte.

Ausgewählte BondM-Anleihen

3Power

Zins: 9,25 %

aktueller Kurs (Stand 25.3.2013): 87,15 %

Rendite: 15,38 %

Fälligkeit: 01.12.2015

WKN: A1A29T

Quelle: Börse Stuttgart

Air Berlin

Zins: 11,50 %

aktueller Kurs: 107,10 %

Rendite: 7,03 %

Fälligkeit: 01.11.2014

WKN: AB100C

Albert Reiff GmbH & CoKG

Zins: 7,25 %

aktueller Kurs: 107,50 %

Rendite: 4,65 %

Fälligkeit: 27.05.2016

WKN: A1H3F2

Dürr

Zins: 7,25 %

aktueller Kurs: 108,05 %

Rendite: 3,80 %

Fälligkeit: 28.09.2015

WKN: A1EWGX

Ekosem Agrar

Zins: 8,75 %

aktueller Kurs: 106,45 %

Rendite: 6,85 %

Fälligkeit: 23.03.2017

WKN: A1MLSJ

German Pellets

Zins: 7,25 %

aktueller Kurs: 105,15 %

Rendite: 5,36 %

Fälligkeit: 01.04.2016

WKN: A1H3J6

getgoods.de

Zins: 7,75 %

aktueller Kurs: 100,99 %

Rendite: 7,50 %

Fälligkeit: 02.10.2017

WKN: A1PGVS

Joh. Friedrich Behrens

Zins: 8,00 %

aktueller Kurs: 106,00 %

Rendite: 5,75 %

Fälligkeit: 15.03.2016

WKN: A1H3GE

KTG Agrar

Zins: 6,75 %

aktueller Kurs: 106,35 %

Rendite: 3,99 %

Fälligkeit: 15.09.2015

WKN: A1ELQU

MITEC Automotive

Zins: 7,75 %

aktueller Kurs: 102,00 %

Rendite: 7,16 %

Fälligkeit: 30.03.2017

WKN: A1K0NJ

RENA GmbH

Zins: 7,00 %

aktueller Kurs: 102,95 %

Rendite: 5,84 %

Fälligkeit: 15.12.2015

WKN: A1E8W9

Uniwheels

Zins: 7,50 %

aktueller Kurs: 100,90 %

Rendite: 7,16 %

Fälligkeit: 19.04.2016

WKN: A1CRMQ

Die MS Deutschland Beteiligungsgesellschaft mbH zahlt 6,875 Prozent Zinsen für die fünfjährige Anleihe, die mit einer Schiffshypothek besichert ist. Aurelius garantiert laut Bissias die Zinszahlungen der ersten beiden Jahre. Gezeichnet werden können die Papiere über die Quirin Bank vom 5. bis 14. Dezember, ab 18. Dezember soll sie im Entry Standard der Börse gehandelt werden. „Diese Anleihe ist unsere Präferenz, sonst machen wir mit Bankkrediten weiter“, sagte er. „Unsere Banken sind ganz entspannt.“

Die Reederei aus Neustadt in Holstein ist derzeit bei vier Banken mit 51 Millionen Euro verschuldet, die ersten Kredite laufen Ende 2013 aus. Das Eigenkapital ist mit elf Millionen Euro negativ. Das liege aber nur an den steuerlich günstigen Abschreibungsbedingungen für das Schiff. Die 13 Jahre alte „MS Deutschland“ sei laut einem Gutachten noch 77 Millionen Euro wert, in der Bilanz stand sie Ende 2011 aber mit 46 Millionen. „Ein Luxus-Kreuzfahrtschiff läuft mindestens 35 Jahre, viele noch länger“, beruhigte Bissias mögliche Investoren.

Ratingagenturen ABC

Wie arbeiten Ratingagenturen?

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Anleiheemittenten; das können Unternehmen, Banken oder Staaten sein. Das Urteil der Bonitätsprüfer bestimmt letztlich den Kurs der Papiere. In die Bewertung fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit einflussreichsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch.

Welche Auswirkungen hat ein schlechtes Rating?

Je schlechter Ratingagenturen die Bonität eines Marktteilnehmers beurteilen, desto schwieriger und teurer wird es für diesen, sich frisches Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, im schlimmsten Fall ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern beispielsweise auch institutionelle Investoren.

Was bedeuten Ratings wie „AAA“ oder „BB+“?

Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Bei Standard & Poor's und Fitch beginnt die Skala mit der Bestnote „AAA“ (englisch: „Triple A“). Es folgen „AA“, „A“, „BBB“, „BB“, „B“, „CCC“, „CC“, „C“. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. Ab „BB+“ beginnt der spekulative Bereich, der auch „Ramsch“ (englisch: „Junk“) genannt wird. Die Skala reicht bis „D“ - das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners eingetreten ist. Etwas anders verfährt die Ratingagentur Moody's, die bei der Bewertung große und kleine Buchstaben sowie Zahlen kombiniert. „Aaa“ bedeutet „erstklassig“ und ist die höchste Bewertung. Diese Note steht für höchste Qualität, geringstes Ausfallsrisiko, vergleichbar mit Staatsanleihen. Dann folgen „Aa1“, „Aa2“, „Aa3“ für „starke Zahlungsfähigkeit“ sowie in der nächsten Stufe „A1“, „A2“ und „A3“ für „gute Zahlungsfähigkeit“. Danach wird der erste Buchstabe durch ein „B“ ersetzt. Der «spekulative Bereich“ beginnt bei „Ba1“, die niedrigste Kategorie ist „E“.

Was bemängeln Kritiker an Ratingagenturen?

Kritiker bemängeln, es bleibe oft unklar, welcher Anteil der Bonitätseinstufungen Mathematik und was Meinung ist. In der Finanzkrise kamen Ratingagenturen in die Schusslinie: In vielen Fällen behielten Unternehmen, die ein hohes Risiko trugen, zu lange ihre Topnoten. Sie wurden erst herabgestuft, als die Krise bereits akut war; Anlegern blieb keine Zeit zu reagieren. Daher ist es wenig ratsam, allein auf das Urteil von Moody's & Co zu vertrauen.

Welche Alternativen gibt es zu Ratingagenturen?

Manche Profis verlassen sich inzwischen stärker auf das Urteil eigener Analysten. Deren Meinung findet umso mehr Beachtung, wenn sie eine abweichendes Urteil zu den Ratingagenturen fällen. Privatanleger können überlegen, wenig transparente Marktsegmente über Fonds abzudecken, statt direkt in Anleihen zu investieren. So profitieren sie quasi indirekt vom Know-How weiterer Experten.

Der Umsatz ging in den ersten neun Monaten des Jahres auf 34,1 (Vorjahr: 38,5) Millionen Euro zurück, die Buchungen für 2013 seien aber um 30 Prozent gestiegen. Die Auslastung habe sich in diesem Jahr um 25 Prozentpunkte verbessert. Der operative Gewinn (Ebitda) stieg bis Ende September leicht auf knapp eine halbe Million Euro.

Bissias wies zurück, dass Schlagzeilen um die Entlassung des langjährigen „Traumschiff“-Kapitäns Andreas Jungblut zu einer Stornierungswelle geführt hätten. „Das ist absoluter Blödsinn. Ausschlaggebend für die Anziehungskraft ist das Schiff.“

Von

rtr

Kommentare (3)

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APO-Man

28.11.2012, 20:32 Uhr

„Ein Luxus-Kreuzfahrtschiff läuft mindestens 35 Jahre, viele noch länger“ sagt der Geschäftsführer.
Nützt aber alles nichts, wenn sich mit dem Schiff kein Geld mehr verdienen lässt, weil es zu klein ist und nicht den modernen Standards entspricht. Mann kann dann selbstverständlich modernisieren. Kostet aber auch ein paar Milliönchen. Größer wird das Schiff dadurch trotzdem nicht. (Betriebswirtschafter verwenden hier gerne immer den Begriff der Skalenerträge;-)
Aber vielleicht hat man ja Chance, sein investiertes Geld vor dem Abwracken abzuwohnen. Beispielsweise "auf Grund gesetzt" irgendwo in asiatischen Gefilden. Interessierte können gerne einmal zum Schicksal der "Norway" (ehemals "France") bei Wikipedia nachlesen!

HH-Ja-H

29.11.2012, 16:30 Uhr

Da gebe ich ihnen Recht.

Mit dem Schiff lässt sich nur schwer Geld verdienen.

Ein Konzept sehe ich nicht.

Im Luxus-Bereich kommt es sehr auf die Einstellung des Personals an. Da das Personal von Reichtum umgeben ist und auch höchsten Ansprüchen gerecht werden muss, ist auch ein hoher Lohn gerechtfertigt. Und Diskretion, die sich nur durch Job-Sicherheit erreichen lässt.

Ich fand es einen Hilfe-Schrei erster Ordnung, deutsche Medallien Gewinner zu verklagen.

Der Werbewert der "Deutschland" soll nun bei den Kapital-Anlegern für Cash sorgen.

Mal sehen, ob das klappt. Verkauf von Anleihen auf der Kreuzfahrt. Ein bisschen wie TIME SHARING auf MALLE::::

Ein_Schwabe

04.12.2012, 12:53 Uhr

Jeder der hier investiert, kann zusehen wie sein Geld davonschwimmt. (Zitat von: Ein Schwabe!) Aber sicherlich finden sich auch hier wieder einige schlaue Investoren, die sich die Misere im Nachhinein mit Steuergeldern vergolden lassen. Prost und Malzeit! sh

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