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27.03.2014

15:26 Uhr

Mittelstandsanleihen

Maschinenbauer Rena insolvent

77 Millionen Euro Anlegergeld stehen auf dem Spiel: Mit dem Gütersloher Maschinenbauer Rena hat am Mittwoch der 15. mittelständische Anleiheemittent Insolvenz angemeldet. Anleger sollten ihre Interessen jetzt bündeln.

Auch dank der billigen Konkurrenz aus China steckt die Solarbranche in Deutschland in der Krise – mit ihr der Gütersloher Maschinenbauer Rena. AFP

Auch dank der billigen Konkurrenz aus China steckt die Solarbranche in Deutschland in der Krise – mit ihr der Gütersloher Maschinenbauer Rena.

DüsseldorfDie Mittelstandsanleihen kommen einfach nicht aus der Krise: Nach SAG Solarstrom, hkw Personalkonzepte und zuletzt Zamek, hat mit dem Gütersloher Maschinenbauer Rena der fünfzehnte mittelständische Anleiheemittent Insolvenz angemeldet.

Dabei hatte sich der Niedergang bereits abgezeichnet: Das Unternehmen, das Maschinen für die Solarindustrie fertigt, litt seit längerem unter schwindendem Absatz. Allein im dritten Quartal 2013 vermeldete das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Im Februar dann musste Unternehmenschef Jürgen Gutekunst die Pleite der Tochtergesellschaft SH+E verantworten.

Mittelstandsanleihen: Diese Fragen sollten Anleger sich stellen

Geschäftsentwicklung

Weist das Unternehmen Gewinne aus? Und wenn ja, wie lange bereits?

Quelle: Nieding + Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft

Verwendung

Wird das Geld aus der Anleiheemission investiert oder werden lediglich Altschulden bedient?

Rückzahlung

Soll die Anleihe am Ende der Laufzeit mit einer neuen Anleihe oder aus erwirtschafteten Gewinnen zurückgezahlt werden?

Sonderkündigungsrechte

Was passiert bei einem Eigentümerwechsel? Welche Sonderkündigungsrechte gibt es?

Emittent

Wird die Anleihe möglicherweise von einer eigens zu diesem Zweck gegründeten rechtlich selbständigen Tochtergesellschaft emittiert und damit im Notfall der Zugriff auf die Mutter erschwert?

Gutekunst will das Unternehmen nun in Eigenregie sanieren. Ob, wann und wie viel ihrer Einlagen Anleihegläubiger jedoch wiedersehen werden, darüber will das Unternehmen derzeit noch keine Angaben machen. Insgesamt stehen 77 Millionen Euro auf dem Spiel, die Anleger dem Unternehmen in den Jahren 2010 und 2013 auf Etappen geliehen hatten.

Klaus Nieding, Kapitalanlagerechtler und Vorstand der Nieding+Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft empfiehlt Anleihegläubigern jetzt, mit einer Stimme zu sprechen: „Die Anleihegläubiger sollten ihre Interessen bündeln, um als große Gläubigergruppe ihre Interessen im Restrukturierungsverfahren durchzusetzen.“

Nieding rechnet damit, dass „die Gesellschaft zügig an die Anleihegläubiger mit einem Restrukturierungsplan herantreten und eine Anleihegläubigerversammlung einberufen wird“.

Von

saz

Kommentare (4)

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27.03.2014, 15:32 Uhr

Weil diese Mittelstandsanleihen zum Großen Teil auf staatlichen EEG-Energiewende Subventionen gebaut haben und nicht auf der Marktwirtschaft basieren.
Will sagen...
Die sog. Erneuerbare Energiebranche ist von vornherein eine Branche der Staats-Subvention (EEG) gewesen. Der Markt hatte die Windmühlen, Solarmodule, Faulgasbehälter (Erneuerbaren Energien) NIE als marktfähig (selbstständig tragend) eingestuft. Der Staat mit seinen EEG-Subventionsgesetzt hat somit in den Markt eingegriffen und den Investoren eine Wirtschaftlichkeit der sog. Erneuerbaren Energien vorgetäuscht!

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27.03.2014, 15:51 Uhr

Die dumme Gier vieler Anleger ist kaum zu verstehen. Dabei existieren highyield bonds wie z.B. von Schäffler, in die man bis Ende 2012 relativ gefahrlos UND zu sehr auskömmlichen Renditen investieren konnte. Da steckte Substanz hinter - nur hat das heute auch der Letzte entdeckt und damit sind sie zu lowyields geworden.
Im Grundsatz gilt: Die Blase bei Bonds ist heute auch für die weniger Cleveren nicht mehr zu übersehen. Auch das ein Grund, aus Schrott wie Scholz, Rena und Co auszusteigen.

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27.03.2014, 16:58 Uhr

sehr verehrter Herr Hofmann, kein einziger Airbus würde heute fliegen ohne die erheblichen Anfangssubventionen seitens der EU. Auch Ihre angeblich so rentable Atomindustrie wurde und wird immer noch subventioniert. Die Subventionen innerhalb der EU für die Stromerzeugung aus Kernspaltungen sind höher als alle EEG Umlagen. Das hat Herr Öttinger in seinem Bericht unterschlagen. Nachzulesen beim Verband Deutscher Ingenieure (VDI) unter www.ingenieur.de. (Dabei sind die Kosten der Lagerung von radioaktiven Resten nicht berücksichtigt). Eine ganze Reihe anderer Branchen wird auch subventioniert Beispielsweise Porsche mit Subventionen für Elektroantriebe. Finden Sie es nicht schade das hier Arbeitsplätze nach China wandern? Die Energiewende findet statt, überall in der Welt, denn Strom aus Sonne und Wind oder Solarthermie ist einfach die billigste Art Energie umzuwandeln. Es ist die direkte Nutzung der Sonne - ohne dass über 200 Mio Jahre gespeicherte fossile Energieträger einfach verbrannt werden und die Luft verpesten und noch dazu klimaschädliches CO2 erzeugen.

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