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17.07.2012

09:43 Uhr

Mittelstandsanleihen

Schulden, nichts als Schulden

VonLaura de la Motte

Keine guten Nachrichten für die Inhaber von Mittelstandsanleihen: Die Verschuldungskennziffern vieler Emittenten haben sich zuletzt deutlich verschlechtert. Das zeigt eine neue Studie der Ratingagentur Scope.

Mulmiges Gefühl: Die Gefahr bei Mittelstandsanleihen wächst. Fotolia.com

Mulmiges Gefühl: Die Gefahr bei Mittelstandsanleihen wächst.

FrankfurtBei Besitzern von Mittelstandsanleihen dürften diese Zahlen für ein mulmiges Gefühl sorgen: 2011 hat sich die Fähigkeit der Emittenten von Mittelstandsanleihen, ihre Schulden aus den operativen Cashflows - also den tatsächlichen Einnahmen - zu decken, gegenüber dem Vorjahr drastisch verringert. Das ergab eine Analyse des sogenannten dynamischen Verschuldungsgrads durch die Ratingagentur Scope.

Für die Untersuchung wurden 22 Emittenten von Mittelstandsanleihen ausgewählt, die ihre Zahlen für das vergangene Jahr bereits vorgelegt haben und die in den entsprechenden Börsensegmenten notiert sind.

Der dynamische Verschuldungsgrad drückt aus, wie viele Jahre ein Unternehmen benötigt, um mit dem Cashflow eines Jahres die gesamten Verbindlichkeiten zu bedienen und zurückzuzahlen. Je höher der dynamische Verschuldungsgrad, desto schlechter.

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Von 2010 auf 2011 stieg diese Maßzahl laut Scope um über 79 Prozent. Gleichzeitig gelang es 2011 nur acht der 22 Firmen, überhaupt einen positiven Cashflow aus ihrer operativen Tätigkeit zu generieren. Der Cashflow ist ein wichtiger Finanzindikator für die Gesundheit des Unternehmens.

Reicht er nicht aus, so muss das Unternehmen Zinsen und Tilgung aus den Rücklagen oder dem Bestand zahlen. Ein anhaltend negativer Cashflow führt zur Insolvenz des Unternehmens. In diesem Jahr sind bereits drei Emittenten von Mittelstandsanleihen pleitegegangen.

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Von den 14 Unternehmen mit einem positiven Cashflow hat sich der dynamische Verschuldungsgrad bei ebenfalls acht Unternehmen gegenüber dem Jahr 2010 verschlechtert, bei lediglich vier ergab sich eine Verbesserung ihres dynamischen Verschuldungsgrads. Die Liste der negativen Fälle wird dabei angeführt von der 3W Power. Verbessert haben sich dagegen Nabaltec, Rasch Holding, MT Energie und Zamek.

Kommentare (1)

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Privatier

17.07.2012, 10:50 Uhr

Viele Unternehmen zahlen, heutzutage, ihre Schulden mit der Aufnahme von neuen Schulden.
Eigentlich, ein klassisches Schneeballsystem!
Das Eigenkapital ist, vielfach, zu gering.
Bleibt dann das Wachstum aus, platzt das Ganze sehr schnell und der Anleger schaut in die Röhre!

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