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20.04.2011

09:18 Uhr

Mögliche Insidergeschäfte

Aktionär verklagt Warren Buffett

US-Investor Warren Buffett hat sich wegen möglichen Insiderhandels seines früheren Kronprinzen David Sokol eine Klage eingehandelt. Ein Aktionär wirft ihm vor, das Ansehen von Berkshire Hathaway geschädigt zu haben.

Warren Buffett muss um seinen guten Ruf fürchten. Quelle: Reuters

Warren Buffett muss um seinen guten Ruf fürchten.

WilmingtonDie zwielichtigen Aktiengeschäfte seines Ex-Vertrauten David Sokol haben für US-Starinvestor Warren Buffett ein juristisches Nachspiel. Ein Aktionär seiner Investmentholding Berkshire Hathaway habe Buffett auf Schadenersatz verklagt, weil die Vorkommnisse das Ansehen des Unternehmens beschädigt hätten, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Sokol hatte Buffett den Kauf der milliardenschweren Spezialchemiefirma Lubrizol empfohlen. Buffett befolgte seinen Rat. Das Prekäre daran: Der enge Vertraute Sokol hatte kurz zuvor auf eigene Rechnung knapp 100.000 Lubrizol-Aktien gekauft. Die stiegen schlagartig im Wert, als Buffett die Übernahme ankündigte. Der Verdacht des verbotenen Insiderhandels kam auf, Sokol trat zurück.

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Warren Buffett ist nicht nur ein begnadeter Investor, sondern auch Chef von Berkshire Hathaway – und als solcher eben auch von weltweit 233.000 Beschäftigten. Von seinen Führungsmethoden kann man viel lernen.

"Sokol wusste, dass Buffett seiner Empfehlung vermutlich folgen würde", begründet der Investor Mason Kirby seine Klage. Als Ergebnis des unethischen Verhaltens von Sokol habe Berkshire einen immensen Reputationsschaden erlitten. Kirby behauptet, Buffett und Sokol hätten gemeinsame Sache gemacht. Damit hätten sie Pflichten gegenüber den Aktionären verletzt und Berkshire der Gefahr von Ermittlungen der Finanzaufsicht SEC und möglicher negativer Ratingentwicklungen ausgesetzt.

Sokol selbst hatte Ende März in einem Interview gesagt, er habe sich nichts vorzuwerfen. Buffett bemühte sich in einem Brief um Aufklärung. Er habe erst nach der Kaufentscheidung erfahren, wie hoch die Lubrizol-Beteiligung seines Vertrauten gewesen sei, schrieb er. Sokol habe zwar nebenbei erwähnt, dass er Aktien der Firma halte, aber nicht gesagt, wie viele und seit wann. Allerdings sähen weder er noch Sokol in dem Deal etwas Verbotenes, betonte er - möglicherweise mit Blick auf die strenge Börsenaufsicht SEC als interessierten Mitleser. Schließlich habe Sokol keine Garantie gehabt, dass Berkshire am Ende tatsächlich bei Lubrizol zuschlagen werde.

Andererseits betonte Buffett damals, der Rückzug Sokols habe nichts mit dem Deal zu tun. Für den 80-Jährigen wäre der Schatten eines Insiderhandels im engsten Umfeld besonders schmerzhaft. Zeit seines Lebens forderte er höhere ethische Standards in der Wirtschaft und versuchte auch, dies vorzuleben. Sein Milliardenvermögen häufte er mit intelligenten Investitionen an, seine Fans gab ihm dafür den Spitznamen „Orakel von Omaha“.

Von

dpa

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