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05.05.2014

14:37 Uhr

Moodys-Gutachten

Unabhängiges Schottland hätte A-Rating

Im Herbst könnte Schottland ein unabhängiger Staat werden. Die Ratingagentur Moody's hat schon jetzt geprüft, welches Rating dieses Land bekäme. Es ist nicht so schlecht wie das von Griechenland, könnte aber besser sein.

Die schottischen Wähler stimmen am 18. September über ein Ausscheiden aus dem Vereinigten Königreich ab. dpa

Die schottischen Wähler stimmen am 18. September über ein Ausscheiden aus dem Vereinigten Königreich ab.

FrankfurtDie Kreditwürdigkeit von Schottland würde nach Angaben der Ratingagentur Moody's im Fall der Unabhängigkeit des Landes niedriger als die von Großbritanniens bewertet werden.

Für ein Gutachten hat Moody's Schottland nach denselben Kriterien bewertet, die es auf souveräne Staaten anwendet. Die Agentur kam zu dem Ergebnis, dass ein Rating im Bereich „A“ zunächst am wahrscheinlichsten wäre. Allerdings wären „die Risiken eher nach unten gerichtet“, schrieb die Agentur in einer am Freitag veröffentlichten Einschätzung. Großbritannien wird von der Agentur mit „Aa1“ eingestuft, der zweitbesten Note auf der Skala. Die beste Note aus dem Bereich „A“ liegt drei Stufen darunter. Moody's bewertet Polen mit „A2“, die Tschechische Republik mit „A1“.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Die schottischen Wähler stimmen am 18. September über ein Ausscheiden aus dem Vereinigten Königreich ab. Die Frage, ob Schottland im Fall der Unabhängigkeit das Pfund als Landeswährung behalten würde, spielt im Meinungsstreit im Vorfeld der Abstimmung eine große Rolle. Die schottischen Nationalisten haben damit gedroht, keinen Anteil an der britischen Staatsschuld zu übernehmen, wenn ihnen eine Währungsunion mit dem Vereinigten Königreich verweigert wird.

Viele Fragen würden erst in etwaigen Verhandlungen geklärt, sagte die Londoner Moody's-Expertin Sarah Carlson. Der Bericht „basiert auf dem, was wir wissen, unter Berücksichtigung der Ungewissheiten“, sagte sie.

Mit einem Rating im Bereich „A“ wäre Schottland besser eingestuft als Länder wie Portugal, Griechenland und Italien.

Das wahrscheinlichste Ergebnis des Referendums ist ein Verbleib Schottlands im Vereinigten Königreich, sagte Carlson. Zwar haben die Befürworter der Unabhängigkeit in den Meinungsumfragen Boden gutgemacht, sie liegen aber nach wie vor hinter den Anhängern des Status Quo.

In einer am Donnerstag veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 58 Prozent der Teilnehmer, sie beabsichtigten, für die Fortsetzung der 300 Jahre alten Union mit England und Wales zu stimmen. Nur 42 Prozent wollen der Unabhängigkeit den Vorzug geben.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

05.05.2014, 15:45 Uhr

Die EU-Länder , auch Amerika , sind hochgradig pleite ! Und alle haben trotzdem mindestens A .... also was sollen blödsinnige Bewertungen ?

Account gelöscht!

05.05.2014, 16:05 Uhr

Wenn es so kommt wie ich hoffe, dann sollten wir den Schotten unbedingt anbieten (Referendum in Schottland), sich Deutschland anzuschließen!!!

Man stelle sich vor:
Erste Bundesliga, fünfter Spieltag: Borussia Dortmund vs. Celtic Glasgow!

Wäre das geil oder was? Unabhängig von den blöden langen Gesichtern der sog. Windsors und ihrem käsehäutigen, niveaulosen Untertanen-Gesindel...

Account gelöscht!

05.05.2014, 17:25 Uhr

@ PeterKock

Pleite bedeutet Sie können oder wollen nicht mehr tilgen oder Schuldzinsen bezahlen. Das Rating sagt nur dass irgendjemand die Schulden bedient.

Anscheinen sind sich die Rating-Agenturen in den USA ganz sicher dass der Michel auch 45 Wochenstunden arbeitet um seine Schuldzinsen zu bedienen. Und dass er dabei auch gerne auf mehr verzichtet um auch die Zinslast des Club Meds bezahlen zu können.

Regt sich heute etwa auf der Straße jemand wegen realer Negativzinsen auf? Nein?
Also ist das AAA für D und ein A für Länder für die D haftet gerechtfertigt.

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