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02.01.2015

16:57 Uhr

MS Deutschland

Auf „Traumschiff“ lasten 60 Millionen Schulden

Auf der MS „Deutschland“ hat das ZDF immer wieder für die Reihe „Das Traumschiff“ gedreht. Mittlerweile ist das Kreuzfahrtschiff schwer verschuldet. Das Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren für die Reederei eröffnet.

Die „MS Deutschland“ im Hafen: Das ZDF führt Gespräche über ein neues „Traumschiff“. dpa

Die „MS Deutschland“ im Hafen: Das ZDF führt Gespräche über ein neues „Traumschiff“.

Eutin/NeustadtAuf der als ZDF-„Traumschiff“ bekannten MS „Deutschland“ lasten inzwischen 60 Millionen Euro Schulden. Das teilte der Sprecher des Insolvenzverwalters am Freitag in Kiel mit. Das Insolvenzverfahren für die Reederei und die Betreibergesellschaft des Schiffes ist nunmehr eröffnet. Es läuft beim Amtsgericht Eutin.

Neben den Verbindlichkeiten der MS „Deutschland“ gebe es auch etwa zwei Millionen Euro Außenstände, die die Reederei betreffen. Allein die Beteiligungsgesellschaft habe rund 1500 Gläubiger. Sie sollen demnächst ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Die erste Gläubigerversammlung ist am 20. Februar in Eutin geplant.

Mittlerweile gibt es aber Verkaufsverhandlungen und bereits eine Art Vorvertrag mit einem möglichen Investor. Diese Vereinbarung habe eine „gewisse Verbindlichkeit“, sagte der Sprecher. Allerdings müssten noch eine Reihe Formalien erfüllt werden. Den Namen wollte er nicht nennen.

Fakten zu Mittelstandsanleihen

Viele Pleiten

Insgesamt 27 Anleihen von 23 Emittenten mit einem platzierten Anleihevolumen von fast einer Milliarde Euro sind laut der Ratingagentur Scope seit 2010 ausgefallen.

Hohe Renditen

Mittelstandsanleihen locken mit hohen Zinskupons. Bei den seit 2010 begebenen 150 Papieren reicht das Spektrum von 4,0 bis immerhin 11,25 Prozent.

Milliardenmarkt

In diesen fünf Segmenten sind 113 Anleihen mit einem Volumen von 5,5 Milliarden Euro emittiert worden. Tatsächlich platziert wurden nach Angaben der Ratingagentur Scope 4,14 Milliarden Euro. Weitere 37 Anleihen mittelständischer Unternehmen sind im Prime Standard oder im Freiverkehr (Strenesse) notiert. Insgesamt kommt Scope auf ein Volumen von 7,26 Milliarden Euro (platziert 5,77 Milliarden Euro).

Spezielle Marktsegmente

Die meisten Minibonds – mehr als 100 – sind in speziellen Segmenten an den deutschen Börsen notiert, und zwar Bondm in Stuttgart, m:access in München, Mittelstandsmarkt in Düsseldorf, Mittelstandbörse in Hamburg-Hannover und dem Frankfurter Entry Standard. Einige wenige Anleihen finden sich im Prime Standard der Frankfurter Börse wieder, der stärker reguliert ist als die Mittelstandssegmente. Die Anleihe des insolventen Modelabels Strenesse ist dagegen lediglich im Freiverkehr (Open Market) der Frankfurter Börse gelistet, dem am wenigsten regulierten Markt.

Kleine Bonds

Mittelstandsanleihen gibt es seit 2010. Die Minibonds sollen Mittelständlern neue Finanzierungsmöglichkeit über den Bankkredit hinaus ermöglichen.

Auf der MS „Deutschland“ hat das ZDF immer wieder für die Reihen „Das Traumschiff“ und „Kreuzfahrt ins Glück“ gedreht. Das ZDF führt Gespräche über ein neues „Traumschiff“. Das sagte ein Sprecher des Senders am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Es gibt aber derzeit noch keine konkreten Ergebnisse, die wir bestätigen könnten.“

Die „Bild am Sonntag“ hatte jüngst berichtet, das ZDF plane seine Heile-Welt-Reihe künftig nicht mehr auf der MS „Deutschland“, sondern auf der „Amadea“ zu drehen. Die MS Deutschland ist seit 1999 Drehort für die Erfolgssendung. Es ist das vierte „Traumschiff“ seit 1981 - nach der „Vistafjord“, der „Astor“ und der „Berlin“.

Von

dpa

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