Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.06.2017

17:53 Uhr

MSCI Emerging Market

China könnte in Schwellenländer-Index aufgenommen werden

Im vierten Anlauf soll die Aufnahme von chinesischen Aktien in den viel beachteten MSCI gelingen. Bei den Kritikpunkten begrenzter Kapitalmarktzugang für Ausländer und wackeligem Börsenhandel hat Peking nachgebessert.

Sollte chinesische Aktien in den MSCI-Index aufgenommen werden, würde der Aktienmarkt im Reiche der Mitte stark profitieren. Reuters

Privatanleger in Nanjing

Sollte chinesische Aktien in den MSCI-Index aufgenommen werden, würde der Aktienmarkt im Reiche der Mitte stark profitieren.

Schon drei Mal ist China abgeblitzt, nun könnte es aber soweit sein: Chinesische Aktien stehen vor der Aufnahme in den viel beachteten MSCI Index für Schwellenländer. Am Dienstag will der Börsenbetreiber entscheiden, ob er sogenannte A-Aktien aus der Volksrepublik in den Index aufnimmt. Die Chancen dafür stehen nach Ansicht von Experten diesmal gut. „Die Kriterien wurden so angepasst, dass die Aufnahme chinesischer Aktien nur noch eine reine Formalie ist“, sagt Anlageexperte Nicholas Yeo vom Fondsverwalter Aberdeen Asset Management.

Für China wäre das ein großer Schritt. „Die Entscheidung von MSCI über die Aufnahme der A-Aktien ist für die Anlageklasse von hoher Bedeutung und gleichzeitig die Anerkennung der Bemühungen Chinas, den heimischen Aktienmarkt für ausländische Investoren zu öffnen“, betont Portfoliomanager David Raper vom Fondsverwalter Comgest. Bislang spiegele der MSCI Emerging Markets nicht die wirtschaftliche Macht Chinas wider. Die Börsen in Shenzhen und Shanghai seien im vergangenen Jahr für knapp ein Viertel des weltweiten Börsenumsatzes verantwortlich gewesen.

Depot Contest: Schwellenländer werden immer attraktiver

Depot Contest

Schwellenländer werden immer attraktiver

Schwellenländer-Aktien kämpfen sich zurück in die Gunst der Vermögensverwalter. Für die Investments sprechen gesunde Wirtschaftsdaten und die – verglichen mit etablierten Märkten – niedrigen Bewertungen.

A-Aktien sind Wertpapiere von Unternehmen, die in der chinesischen Währung Renminbi gehandelt werden. Ursprünglich konnten die Titel nur von Bürgern aus China gehandelt werden. An den chinesischen Börsen gibt es auch B-Aktien, die in ausländischen Währungen gehandelt werden.

In den vergangenen drei Jahren hatte es der amerikanische MSCI-Betreiber abgelehnt, A-Aktien in den Index aufzunehmen. Als kritisch wurde bislang der eingeschränkte Zugang von Investoren zum chinesischen Kapitalmarkt sowie häufige Unterbrechungen beim Aktienhandel gesehen. MSCI zeigte sich nun offen dafür, 169 von 448 Papiere für eine mögliche Aufnahme vorzusehen, da die Titel von ausländischen Investoren einfacher gehandelt werden könnten durch eine Zusammenarbeit der Börsen in Hongkong und dem chinesischen Festland. Die betroffenen Aktien würden nur für 0,5 Prozent des Schwellenländer-Index stehen.

Streit um Übernahmen: Ärger mit China

Streit um Übernahmen

Premium Ärger mit China

Die EU will Übernahmen durch chinesische Firmen genauer unter die Lupe nehmen – und notfalls untersagen. Das gibt den Regierungen mehr Macht, könnte aber eine Lösung in der Debatte um Zwangsquoten für E-Autos erschweren.

Auch das schuldengeplagte Argentinien kann sich Hoffnungen machen, wieder in den Schwellenländer-Index aufgenommen zu werden. 2009 hatte MSCI das südamerikanische Land in den „frontier index“ zurückgestuft, in dem Wertpapiere von Ländern zusammengefasst sind, die noch keine Schwellenländer sind. MSCI will dazu seine Entscheidung in der kommenden Woche verkünden.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×