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18.03.2014

11:56 Uhr

Nach Abschied bei Pimco

El-Erian meldet sich zurück

VonJörg Hackhausen

Wochenlang war er in der Versenkung verschwunden, jetzt ist er wieder da: Nach seinem Abschied bei Pimco meldet sich Mohamed El-Erian in einem Onlinenetzwerk zurück. Sagt er etwas über den Disput mit Bill Gross?

Mohamed El-Erian, der ehemalige CEO und Co-Investmentchef bei Pimco, meldet sich per Twitter zu Wort. Reuters

Mohamed El-Erian, der ehemalige CEO und Co-Investmentchef bei Pimco, meldet sich per Twitter zu Wort.

DüsseldorfWenn Twitter als Gradmesser für die Popularität einer Person taugt, dann ist Mohamed El-Erian gerade ein sehr gefragter Mann. Der prominente Investor sendete gestern seinen ersten Tweet über das Onlinenetzwerk, noch etwas unbeholfen, aber durchaus sympathisch („My first tweet. Please be patient with me […]“). Nach nur einer halben Stunde hatte El-Erian (@elerianm) schon mehr als 3000 Follower. Seitdem kamen stündlich neue Anhänger hinzu, aktuell sind es rund 13.000.

Dabei ist weniger spannend, was El-Erian per Kurznachricht raus in die Welt schickt, auch nicht die genaue Zahl seiner Follower. Bemerkenswert ist vor allem, dass sich der Manager, nachdem er wochenlang abgetaucht war, wieder zurückmeldet. Zum ersten Mal seit seinem Abschied von Pimco bemüht er sich um ein eigenes Profil. Es ist ein kleiner Anfang. Aber so hat schließlich jedes Comeback begonnen.

Bei Pimco verfügte Mohamed El-Erian über große Macht: Die Vermögensverwaltung aus Newport Beach, Kalifornien, ist der größte Anleiheinvestor der Welt. Sie gehört zum Konzern der Allianz, die sich jahrelang über ansehnliche Erträge ihrer Tochtergesellschaft freuen durfte. Pimco verwaltet knapp zwei Billionen Dollar im Auftrag von Anlegern. Gemeinsam mit Bill Gross, dem Gründer von Pimco, entschied El-Erian, was mit diesem Geld passiert. Beide Chefs sollten gleichberechtigt sein. Doch in der Praxis funktionierte das wohl weniger gut als auf dem Papier.

Die Durchhalteparolen des Bill Gross

Schwieriges Jahr

Das Jahr 2013 war alles andere als gut für Bill Gross und seine Vermögensverwaltung Pimco. Die Performance war unterdurchschnittlich, die Kunden liefen davon. In seiner monatlichen Kolumne versuchte der 69-Jährige, die schwierige Lage an den Märkten zu erklären.

Januar

„Das Ergebnis des Gelddruckens wird in Form von Inflation und Abwertung von Währungen kommen, entweder gegeneinander oder gegen begrenzte Rohstoffe wie Öl oder Gold.“

Februar

„Stellen Sie sich auf niedrigere Renditen bei Ihrer Portfolio-Planung ein.“

März

„Unternehmensanleihen und Hochzinsanleihen sind überschwänglich und irrational bewertet.“

April

„Jeder von uns, selbst alte Hasen wie Buffett, Soros, Fuss, und ja - auch ich, hat seine Laufbahn im vielleicht vorteilhaftesten Zeitraum begonnen, im attraktivsten Zeitalter, das Anleger erfahren durften“

Mai

„Zentralbanken und Politiker sind wie Friseure. Sie beschneiden Ihre Investitionen. Diese Haircuts werden versteckt in Form von Steuern, manipulierten Zinsen und Inflation auftreten, die die Kaufkraft jedes Anlegers reduzieren.“

Juni

„Es kommt ein Punkt, wenn, egal wie viel Blut durch das System gepumpt wird, mit Null-Zinsen und globalen Programme zur quantitativen Lockerung, dass das Blut selbst anämisch werden kann.“

Juli

„Springen Sie noch nicht über Bord. Auch wenn wir an einen Wendepunkt für die Renditen von US-Staatsanleihen, Hypothekenpapieren und Unternehmenstiteln gelangt sind, wäre der Ausstieg eine übertriebene Reaktion.“

August

Bond-Manager müssen an die neue Welt der Null-Zinsen anpassen und niedrige Gesamterträge akzeptieren.“

September

„Eigentlich möchte man Erträge erzielen, gleichzeitig jedoch sein Anlagekapital nicht verlieren. Einige schwören auf Aktien als die alleinige Option. Ich bin mir dessen jedoch nicht so sicher. Denn wenn die US-Notenbank ihr Lockerungsspiel beendet, könnten Aktien ebenfalls in Gefahr sein.“

Oktober

„Die Fed muss irgendwann die Anleihekäufe zurückfahren. Sie können nicht jedes Jahr ihre Bilanz um eine Billion Dollar erweitern, ohne dass etwas Negatives passiert“

November

„Die Investoren in den USA und anderswo sollten auf Investitionen in die Realwirtschaft setzen, nicht auf künstlich aufgeblasene Aktien.“

Dezember

„Die Investoren spielen alle dasselbe gefährliche Spiel, das von der anhaltenden Politik des billigen Geldes und der künstlich niedrigen Zinsen abhängt, mit der verzweifelt versucht wird, das Wachstum anzukurbeln.”

Im Januar dieses Jahres trat El-Erian von seinem Posten als Co-Chef zurück – und sorgte damit für Verwunderung in der Finanzwelt. Über die Gründe hielten sich alle Beteiligten bedeckt. Allerdings schrieb das „Wall Street Journal“, dem Abschied sei ein heftiger Streit an der Spitze der Vermögensverwaltung vorausgegangen.

Die Zeitung beschrieb ein Treffen im Juni, bei dem El-Erian und Gross angeblich aneinander gerieten. Dabei soll Gross seinem Gegenüber gesagt haben: „Ich habe 41 Jahre lang Spitzenleistungen beim Investieren abgeliefert. Was hast du?“ Die Antwort von El-Erian: „Ich bin es leid, deinen Scheiß aufzuräumen.” El-Erian soll außerdem von Gross verlangt haben, er müsse Art und Weise ändern, wie er mit den Mitarbeitern umginge. Ein solcher Schlagabtausch sei vorher äußerst selten vorgekommen, berichten Mitarbeiter.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

18.03.2014, 12:41 Uhr

Das Handelsblatt hat B. Gross seit Jahren ein Forum für seine Meinung gegeben. Das dieser Mann seit mindestens 3 Jahren völlig neben der Spur liegt, wurde jedoch nie kommentiert.
Nun mußte er bei PIMCO gehen. Warum wohl?
Vielleicht kehrt nun beim HB eine distanziertere Berichterstattung zurück?

Account gelöscht!

18.03.2014, 12:52 Uhr

Wie es aussieht, musste El Erian im Auftrage der Allianz (Herr Schäuble) MASSIV bankrotte Staatsanleihen in sein Depot aufnehmen (Süd-Europa), wo Deutschland jetzt fleissige "ewige Zinsen" zu zahlen hat.

Aber wann kommt der Schuldenschnitt und PIMCO macht MASSIV Verluste dadurch, Mr. Bill Gross ??

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