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06.03.2014

12:17 Uhr

Nach Absturz durch Krimkrise

Russlands Märkte atmen etwas auf

Nach dem ersten Schock rund ums vergangene Wochenende erholen sich die russischen Märkte wieder, die Leitindizes legen wieder zu. Doch der Rubel bleibt unter Druck und das trotz massiver Interventionen der Zentralbank.

Der Rubel bleibt weiter unter Druck, auch wenn sich die russischen Märkte insgesamt wieder beruhigen. dpa

Der Rubel bleibt weiter unter Druck, auch wenn sich die russischen Märkte insgesamt wieder beruhigen.

MoskauDie russischen Märkte sind am Donnerstag im Erholungsmodus geblieben: Die beiden Leitindizes Micex für die Aktien in Rubel und RTS für die in Dollar gelisteten Werte zogen je um 0,7 Prozent an. Dabei notierten die Titel von Gazprom 1,6 Prozent höher. Sberbank legten 2,4 Prozent zu. Damit lagen die russischen Aktien im Trend anderer europäischer Börsen. Der Dax notierte 0,3 Prozent höher, der EuroStoxx 0,4 Prozent.

Am Devisenmarkt gab der Rubel allerdings weiter nach. Die Sorgen über die Lage in der Ukraine belasteten die russische Währung trotz der umfangreichen Stützungskäufe durch die Zentralbank zum Wochenbeginn weiter, erklärten Händler. Der Dollar verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 36,15 Rubel, ein Euro um 0,2 Prozent auf 49,63 Rubel. Die Analysten von VTB Capital vermuten, dass sich der Rubel in naher Zukunft etwas stabilisieren kann. Allerdings dürfte er insgesamt unter Druck bleiben. „Wir denken auch, dass die Zentralbank angesichts der Beruhigung auf den Märkten ihr Interventionsvolumen in naher Zukunft zurückfährt.“

Die russische Zentralbank hatte am Montag 11,3 Milliarden Dollar zur Stützung des Rubel in den Markt geworfen. Am Dienstag gaben die Notenbanker etwa 300 Millionen Dollar ihrer Gold- und Währungsreserven aus, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Die Zentralbank teilte ihre Interventionsmaßnahmen erst mit zweitägiger Verzögerung mit.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Von

rtr

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