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09.09.2015

13:11 Uhr

Nach Börsencrash

China will Kapitalabflüsse verhindern

Um ihr Vermögen ins Trockene zu bringen, überweisen chinesische Anleger Geld ins Ausland. Der Praxis versuchen chinesische Behörden einen Riegel vorzuschieben. Banken müssen fortan „verdächtige” Transfers registrieren.

Ihr Vermögen im Ausland ins Trockene zu bringen, wird für Chinesen immer schwieriger. IMAGO

China fürchtet Kapitalabzug

Ihr Vermögen im Ausland ins Trockene zu bringen, wird für Chinesen immer schwieriger.

Hongkong/PekingChina verschärft im Kampf gegen Konjunkturabkühlung und Börsenturbulenzen Maßnahmen gegen Kapitalflucht. Das staatliche Devisenamt „Safe” wies Banken Insidern zufolge an, „verdächtige” Transfers ins Ausland zu melden. Wie zwei mit der Sache vertraute Personen Reuters am Mittwoch sagten, richten sich die Kontrollen gegen Individuen und Firmen. Die Finanzinstitute müssen demnach registrieren, wenn mehr als fünf Personen eine Summe von über 200.000 Dollar in den vergangenen 90 Tagen gekauft und transferiert haben. Bei Firmen sollen die Banken ihr besonderes Augenmerk darauf richten, wenn Transfersummen gestückelt werden. Künftig sollen sie solche Transaktionen nicht mehr für Kunden ausführen dürfen.

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„Es scheint sich Druck beim Abfluss von Kapital aufzubauen, und das Devisenamt versucht mit diesen Maßnahmen gegenzuhalten”, sagte einer der Insider. Aus der Volksrepublik war nach der Abwertung der Landeswährung Yuan im August offenbar verstärkt Kapital abgeflossen. Dabei spielte die Furcht vor einer harten Landung der Wirtschaft eine Rolle, die zuletzt nur noch mit Mühe die staatlichen Wachstumsvorgaben einhalten konnte. Zudem spekulieren viele Anleger auf eine Zinserhöhung in den USA, wodurch Anlagen in den Vereinigten Staaten attraktiver würden.

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Zur Stabilisierung der Währung hatte die Regierung in Peking bei Marktinterventionen im August tief in die Staatskasse greifen müssen: Die riesigen Devisenreserven schmolzen dabei im August im Rekordtempo um 93,9 Milliarden Dollar auf 3,557 Billionen Dollar ab. Der Ökonom Shen Jianguang vom japanischen Finanzhaus Mizuho rechnet damit, dass der Trend zur Kapitalflucht trotz der staatlichen Kontrollmaßnahmen anhalten wird: „Wir erwarten, dass die Kapitalabflüsse andauern werden, bis Chinas Wirtschaft im vierten Quartal als Reaktion auf staatliche Stimuli wieder besser in Tritt kommt.” Die Regierung hatte jüngst bereits ein milliardenschweres Konjunkturprogramm beschlossen und damit zur Beruhigung der Märkte beigetragen, die im Sommer in Turbulenzen geraten waren.

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