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31.03.2011

16:03 Uhr

Nach dem Beben

Investoren setzen auf rasche Erholung Japans

Die Katastrophen-Meldungen aus Japan reißen nicht ab - doch die Anleger lässt das bisher kalt. Die führenden Investmenthäuser rechnen nach dem Erdbeben mit einem schnellen Aufschwung.

Die Anleger an der Börse in Tokio üben sich in Geduld. Quelle: dapd

Die Anleger an der Börse in Tokio üben sich in Geduld.

New York/London/TokioTrotz der noch ungewissen Krisen-Kosten setzen Anleger auf eine rasche Wirtschaftserholung in Japan. Investoren zogen im März kaum Kapital aus Aktien der drittgrößten Volkswirtschaft zurück, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 54 führenden Investmenthäusern in den USA, Europa und Japan ergab. 

Unter dem Eindruck der Japan-Krise, der Unruhen in der arabischen Welt und weiter steigenden Energiepreisen mieden die Investoren in den vergangenen vier Wochen zwar grundsätzlich riskantere Anlageformen. Der Anteil des Kapitals, den die Investmenthäuser in japanischen Aktien hielten, verringerte sich aber um lediglich 0,1 Punkte auf 12,6 Prozent im Vergleich zum Februar. Der Rückgang ging vor allem auf Investoren aus Kontinentaleuropa zurück, während britische und US-amerikanische Anleger ihr Engagement in Japan sogar leicht erhöhten. Von einer Flucht aus japanischen Aktien kann somit kaum die Rede sein. Der Markt setzt offenbar auf eine rasche Erholung der japanischen Wirtschaft. 

Kurzfristig betrachtet zeichnet sich allerdings ein düsteres Bild: Die japanische Industrie erlitt im März einen Rekordeinbruch. Die Geschäfte gingen dem Branchenindex PMI zufolge um 6,5 Punkte auf 46,4 Zähler im Vergleich zum Februar zurück. Noch nie zuvor war der Index innerhalb eines Monats so stark gefallen. Analysten schlossen nicht aus, dass die Industrie wegen der Strom- und Produktionsausfälle in vielen Werken weiter an Fahrt verlieren könnte. 

Japan dürfte nach Einschätzung der Investmentgesellschaft Pimco für den Wiederaufbau mehr Geld aus dem Ausland abziehen als bisher geschätzt. Das Land müsse voraussichtlich zudem mehr Kapital am Markt aufnehmen und auf eine Verbriefung seiner Kredite zurückgreifen, sagte Pimco-Chef-Investor Mohamed El-Erian bei einer Reuters-Veranstaltung in New York. Der US-Dollar, der Euro und der Yen brächten derzeit aus unterschiedlichen Gründen Risiken mit sich, weswegen sein Haus sich stärker an erfolgreichen Schwellenländern orientiere. „Es geht nicht mehr um das sauberste Hemd, es geht um das sauberste Hemd unter den schmutzigen“, sagte er

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

01.04.2011, 11:05 Uhr

Der Artikel gibt die Position von Pimco-Chef El-Erian nur bruchstückhaft wieder. Er nennt (in der FTD) wichtige Gründe dafür, dass Japan vor einzigartigen Herausforderungen steht.
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:top-oekonomen-pimco-chef-unterschaetzt-die-japanische-tragoedie-nicht/60032674.html
Wenn andere zu einem optimistischen Ergebnis kommen, basiert dies anscheinend auf einem veralteten Sachstand, d.h. sie sind noch nicht in der aktuellen Wirklichkeit angekommen.

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