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05.10.2017

13:02 Uhr

Nach dem Unabhängigkeitsreferendum

S&P droht Katalonien mit Herabstufung

Die Ratingagentur S&P kündigt eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit Kataloniens an. Die Entscheidung über die Bonität kann sich aber noch hinziehen. Spanische Staatsanleihen übertreffen die Nachfrage.

Ratingagentur S&P droht Katalonien mit Herabstufung  dpa

Kreditwürdigkeit

Der Streit über das katalanische Unabhängigkeitsreferendum geht weiter. Eine Entscheidung über das Rating dürfte innerhalb von drei Monaten fallen.

Barcelona/MadridDie Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat Katalonien mit einer schlechteren Einschätzung der Kreditwürdigkeit gedroht. Die spanische Region wurde auf „credit watch negative“ gesetzt. Wie aus einer Analyse vom Mittwochabend hervorgeht, bestehe die Gefahr einer weiteren Eskalation zwischen der Zentralregierung in Madrid und dem katalanischen Regionalkabinett.

Laut S&P könnte die Region in Schwierigkeiten kommen, sich kurzfristig selbst zu finanzieren. Eine Entscheidung über die Kreditbewertung soll in den nächsten drei Monaten fallen.

Beim Referendum am Sonntag hatte eine große Mehrheit der Teilnehmer für die Unabhängigkeit Kataloniens votiert. Die Abstimmung war trotz eines Verbots durch das Verfassungsgericht und gegen den Willen Madrids abgehalten worden. Allerdings war die Beteiligung mit 42 Prozent niedrig, und Gegner einer Abspaltung dürften der Abstimmung überwiegend fern geblieben sein.

Trotz der Verunsicherung durch die Katalonien-Krise findet Spanien ausreichend Geldgeber am Finanzmarkt. Bei der Auktion mehrerer Staatsanleihen nahm der Staat am Donnerstag insgesamt 4,6 Milliarden Euro ein. Die Nachfrage übertraf das angebotene Volumen um jeweils mehr als das Doppelte. Die Kosten für den Staat entwickelten sich in unterschiedliche Richtungen. Bei der bis 2022 laufenden Anleihe mussten Investoren mit einer höheren Rendite von 0,530 Prozent gelockt werden, nachdem sie bei der vorherigen Auktion noch 0,213 Prozent betragen hatte. Bei den bis 2029 laufenden Papieren sank die Rendite dagegen auf 1,867 von 1,896 Prozent. An der an die Inflation gekoppelten und bis 2024 laufenden Anleihe verdient der Staat sogar Geld.

„Das ist ein gutes Zeichen für spanische Bonds“, sagte Analyst Antoine Bouvet vom Bankhaus Mizuho zu den Ergebnissen. „Allerdings gibt es eine ungewisse Zukunft.“

Kommentare (1)

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Herr Joachim Sels

05.10.2017, 11:30 Uhr

Bei so grundsätzlichen Fragen wie der nach der Separierung müsste Wahlpflicht bestehen - aber für wen ? Nur Katalanen oder nur alle Ortsansässigen ? Und wie definiert man einen Katalanen ? Was für ein Chaos entstehen kann, wenn nicht alle Wahlberechtigten zur Wahl gehen, ist gerade in Grossbritannien zu besichtigen...

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