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27.10.2011

16:53 Uhr

Nach Euro-Gipfel

Kursfeuerwerk an der Börse - Dax gewinnt fünf Prozent

Die Ergebnisse des Euro-Gipfels und positive US-Daten haben den Dax beflügelt: Der deutsche Leitindex schoss 5,35 Prozent in die Höhe. Bankaktien und ein Automobilhersteller zählen zu den größten Gewinnern.

Gute Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett. Der Dax konnte sprang am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Anfang August. dapd

Gute Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett. Der Dax konnte sprang am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Anfang August.

DüsseldorfPositive Nachrichten aus Brüssel und den USA haben den deutschen Aktienindex am Donnerstag rasant nach oben befördert. Der Dax legte ganze 321 Punkte zu und schloss bei 6.337 Punkten. Mit einem Plus von 5,35 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Mittwoch erreichte der Leitindex damit den höchsten Stand seit Anfang August.

Börsianer feierten die Ergebnisse des Euro-Gipfels mit einem wahren Kursfeuerwerk: In Brüssel hatten sich die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone darauf geeinigt, dem Rettungsfonds EFSF mehr Schlagkraft zu verleihen. Zudem verzichten die Gläubiger Griechenlands auf einen Teil ihrer Ansprüche - der viel diskutierte Schuldenschnitt kommt. Die Aktien der Banken reagierten euphorisch: Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks legte als bester Sektor sieben Prozent zu. Deutsche Bank und Commerzbank lagen zuletzt satte 15 und 16 Prozent im Plus. Noch größer waren die Gewinne bei Frankreichs Banken- und Versicherungstiteln. Die drei wichtigsten Großbanken - Société Générale, BNP Paribas und Credit Agricole - legten zwischen 15 und 23 Prozent zu. Zuvor hatten die Banken angekündigt, ihr Eigenkapital im Gesamtvolumen von 8,8 Milliarden Euro aus eigener Kraft aufzustocken. Der französische Leitindex CAC 40 stieg um fünf Prozent, auch der griechische ASE-Index legte um fünf Prozent zu.

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Positive Nachrichten kamen am Nachmittag auch aus Übersee: Die US-Wirtschaft konnte im dritten Quartal ihr Wachstumstempo nahezu verdoppeln. Das Bruttoinlandsprodukt legte vorläufigen Berechnungen zufolge um 2,5 Prozent zu. Dies teilte das Handelsministerium am Donnerstag mit. Experten hatten mit diesem Zuwachs gerechnet. Damit wuchs die Wirtschaftsleistung so kräftig wie seit einem Jahr nicht mehr und deutlich stärker als im Frühjahr (1,3 Prozent). Auch die Verbraucher legten ihre Vorsicht ab und gaben 2,4 Prozent mehr aus. Dies dürfte Sorgen um eine Rezession in der weltgrößten Volkswirtschaft vorerst vertreiben

Die Entscheidungen des EU-Gipfels in Brüssel haben die Märkte am „Tag danach“ zu Riesensprüngen angespornt. Börsianer zeigen sich wagemutig, Experten loben die Fortschritte und warnen vor Euphorie: „Es ist nicht der große Wurf, aber ein Schritt weiter“, erklärte Gustav Horn, Direktor des IMK-Institus. Allein die Tatsache, dass sich die Politiker zu einer Entscheidung durchgerungen haben, gebe Rückenwind, erklärte Roger Peeters, Analyst bei Close Brothers Seydler Bank.

Nicht alle Analysten sehen die Ergebnisse des Euro-Gipfels durchweg positiv. Die Devisen-Experten der Commerzbank warnen: „Es ist nicht sicher, ob der Hebel des EFSF gelingt.“ So könne der „massiv erhöhte Griechenland-Haircut bestehende Ansteckungseffekte verstärken und neue auslösen.“

Erleichtert, aber nicht euphorisch haben die Anleger am Devisenmarkt auf das weitreichende Maßnahmenpaket der Euro-Länder zur Bekämpfung der Schuldenkrise reagiert. Die Gemeinschaftswährung kletterte
am Donnerstag um 1,8 Prozent auf 1,4126 Dollar. „Das ist nicht schlecht, aber eine wahre Rally sieht anders aus“, sagte ein Händler. Für HSBC-Trinkaus-Analyst Rainer Sartoris ist der etwas gebremste Anstieg nicht weiter verwunderlich: „Mit den nun verkündeten Maßnahmen rückt eine Stabilisierung der Krisen-Situation zwar näher, aber jedem muss klar sein, dass die Lösung des Schuldendilemmas in der Euro-Zone noch ein weiter Weg ist.“

Der Tag an den Märkten (Stand: 17.30 Uhr)

Dax

+ 4,9 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 5,7 Prozent

Dow Jones

+ 2,1 Prozent

Nikkei

+ 0,22 Prozent

CSI 300

+ 0,22 Prozent

Euro

1,4168 Dollar (+ 2,1 Prozent)

Öl (Brent)

112,43Dollar (+ 1,9 Prozent)

Gold

1.729 Dollar (+ 0,6 Prozent)

Auch die Europäische Zentralbank steht weiter vor schwierigen Zeiten: Zwar ist der politische Druck auf die Währungshüter durch den EU-Gipfel nicht weiter gestiegen. Entgegen politischer Forderungen wird das Institut nicht noch stärker Teil der Lösung der Schuldenkrise und auch nicht zum Geldgeber des Rettungsfonds EFSF. Doch aus dem Schneider ist die EZB nach dem Brüsseler Krisengipfel keineswegs. „Sollte Italien wackeln, dann wird auch die Billion, auf die der Rettungsschirm jetzt aufgepumpt wird, nicht mehr reichen. Es hängt an der Politik in Rom, ob der Gipfel ein Erfolg wird und die EZB aufhören kann, Staatsanleihen zu kaufen“, sagte ein enger Vertrauter von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, der nicht namentlich genannt werden will. Und Postbank-Chefökonom Marco Bargel macht klar: „Wenn es wirklich hart auf hart kommt, wird die EZB am Ende doch wieder als letzter Kreditgeber einspringen müssen.“

Kommentare (183)

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Account gelöscht!

27.10.2011, 07:44 Uhr

Guten Morgen zusammen,

Eröffnung wohl um 6160. Altes Verlaufshoch 6081 und Vortageshoch 6145 werden damit gleich zum Start überboten.
Eine Idee ist somit, bei Rücksetzern in Richtung 6081 Long mit Ziel 6145 zu gehen. Ich konzentriere mich heute aber auf das US-BIP um 14:30, um mit einem Straddle kurz zuvor positioniert zu sein. Newstrading eben.
Auf einen erfolgreichen und trollfreien Handelstag!

Account gelöscht!

27.10.2011, 08:03 Uhr

Moinsen, Vorsicht ist angesagt. Die Euphorie kann sehr schnell verpuffen. Sell on good News eben.

ganz grober Plan:
short am R2
long am R1

sehr interessant wird der Handel am Nachmittag werden.

@ deltaone Heute wird wahrscheinlich ein trollreicher Tag, 3% plus zieht die Trolle wohl an.

Account gelöscht!

27.10.2011, 08:09 Uhr

@venkerob: Gut möglich, das es trollreich wird. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Muß los, bis später!

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