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10.01.2013

17:58 Uhr

Nach EZB-Entscheid

Bundesanleihen deutlich schwächer

Die deutschen Bundesanleihen haben am Donnerstag im Verlauf deutlich nachgegeben. Dagegen verzeichneten Anleihen aus den Peripherieländern der Eurozone, insbesondere Spanien und Italien, eine Kursrally.

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Der Markt wartet auf den Zinsentscheid der EZB. dpa

Die Euro-Skulptur vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Der Markt wartet auf den Zinsentscheid der EZB.

Die deutschen Bundesanleihen haben am Donnerstag im Verlauf deutlich nachgegeben. Dagegen verzeichneten Anleihen aus den Peripherieländern der Eurozone, insbesondere Spanien und Italien, nach erfolgreichen Auftritten am Kapitalmarkt beziehungsweise Geldmarkt eine Kursrally. Investoren zeigten sich optimistisch, dass die Finanzkrise in der Eurozone nachlässt.

Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lag zuletzt sechs Basispunkte höher bei 1,54 Prozent - der höchste Stand innerhalb von elf Wochen. Der Terminkontrakt Bund-Future sank um 69 Basispunkte auf 142,88 Prozent.

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer Ratssitzung die Leitzinsen für die Eurozone, wie erwartet, nicht weiter gesenkt, sondern beließ den Satz bei 0,75 Prozent. EZB-Präsident Mario Draghi sagte auf der anschließenden Pressekonferenz, die Entscheidung, die Zinsen nicht weiter zu senken, sei “einstimmig” getroffen worden.

Die wichtigsten Fragen zum Börsenjahr 2013

Kann ich mit sicheren Anlagen die Inflationsrate schlagen?

Nein. Und das dürfte vorerst auch so bleiben, weil Zentralbanken und Regierungen die Zinsen unten halten. Nur so können sie vermeiden, dass Staaten von den Schulden erdrückt werden. Wer die Inflation schlagen will, muss begrenzt Risiken eingehen. Mit Aktien zum Beispiel.

Soll ich mein Eigenheim jetzt sanieren

Wann, wenn nicht jetzt? Zehnjähriges Baugeld gibt’s für 2,5 Prozent, von der staatlichen KfW für eine neue Heizung oder ein gedämmtes Dach sogar ab einem Prozent. Auch der Einsatz von Erspartem lohnt: Auf der Bank bringt es kaum Zinsen, und Investitionen für Dämmung und Heizung schützen gut vor Inflation. Die wird stark von Öl-, Gas- und Strompreisen getrieben. Und: Maßnahmen, die Erhalt und Modernisierung dienen, steigern den Wiederverkaufswert.

Fällt der Garantiezins meiner Lebensversicherung

Am Garantiezins aus alten Verträgen kann die Finanzaufsicht nur im Notfall rütteln. Wer neu abschließt, bekommt 1,75 Prozent auf Beiträge garantiert, nach Abzug von Provision und Kosten. Der Garantiezins orientiert sich an der Rendite von AAA-Anleihen im Schnitt der vergangenen zehn Jahre (zuletzt 3,7 Prozent). 60 Prozent davon können sich Versicherer als Garantiezins noch leisten – etwa 2,2 Prozent. Noch bleibt Luft.

Ist es Zeit, Schwarzgeld zu legalisieren?

Das Schweizer Bankgeheimnis ist praktisch erledigt, weitere Steuer- CDs können durchaus noch in die Hände der Finanzbehörden geraten. Und: Per Selbstanzeige kommen Steuerhinterzieher relativ milde davon. Das muss aber nicht so bleiben. Nebenbei: Was passiert, wenn Bürger ihre Steuern nicht zahlen, lässt sich in Griechenland besichtigen.

Soll ich mein Vermögen zu Lebzeiten schon verschenken?

Jedes Elternteil darf jedem Kind alle zehn Jahre bis zu 400.000 Euro steuerfrei schenken. Schön fürs Kind: Es bekommt das Elternhaus schon zu deren Lebzeiten und spart Steuern. Wer seine Villa nur steueroptimiert übertragen, aber selbst noch bewohnen will, sollte vorsichtshalber ein Nießbrauchsrecht eintragen lassen. Mit Kindern kann man sich zer- streiten, Verschenktes aber nur bei „grobem Undank“ zurückfordern. Die Hürden dafür aber sind hoch.

Ist mein Geld auf der Bank sicher?

Käme eine deutsche Bank oder Sparkasse in Schieflage, müssten zunächst die Einlagensicherungs-systeme der Geldhäuser die Sparer entschädigen. Doch klar ist: Bei Pleite einer sehr großen Bank oder einer Kettenreaktion wären die Töpfe schnell leer. Unabhängig davon garantiert daher seit Ende 2010 das Gesetz pro Kopf und Bank 100.000 Euro; wer mehr hat, sollte das Geld also auf mehrere Banken verteilen.

Droht ein Aktiencrash?

Eher nicht. Aktien sind, gemessen an der global schwachen Konjunktur und der Euro-Krise, zwar schon recht weit gelaufen. Und Aktienkurse zieht es nach unten, wenn die Wirtschaft darbt. Aber Investoren suchen Rendite. Sichere Staatsanleihen bringen zu wenig. Aktien solide geführter Konzerne mit guten Dividenden rentieren höher als Anleihen der Unternehmen. Wer Geld übrig hat, steckt einen Teil in solide Aktien.

Soll ich in Währungen außerhalb des Euro investieren?

Die goldene Regel heißt: Setze nie alles auf eine Karte. Das gilt auch für Währungen. Problem: Die Fluchtwährungen, allen voran der Schweizer Franken, sind schon sehr teuer. Ein paar norwegische, schwedische oder kanadische Staatsanleihen aber können Sie Ihrem Depot ruhig beimischen.

Wie sichere ich meine Kinder ab?

Indem Sie sicherstellen, dass sie etwas bekommen, wenn Ihnen etwas zustößt: Unerlässlich ist eine Risikolebensversicherung, für etwa 30 Euro monatlich gibt es im Todesfall 250 000 Euro. Dazu regelmäßig eine feste Summe ansparen, am besten in Aktien für ein Kinderdepot. Vorsichtige schließen noch eine Kinder-Invaliditätsversicherung ab, die greift weiter als eine Unfallpolice.

Soll ich jetzt Schulden machen?

Kredite sind billig, Konsum kurbelt die Wirtschaft an. Ist Ihr Job sicher, kaufen Sie sich was Schönes, viel Zinsen gibt es sowieso nicht. Bei Immobilien gilt: Auch Niedrigzins-Kredite müssen verlängert und zurückgezahlt werden. In zehn Jahren können die Zinsen viel höher sein. Wer zu wenig tilgt, ist bis zur Rente nicht schuldenfrei. Baukredite also nur so hoch ansetzen, dass Sie die Rückzahlung in einem vernünftigen Zeitraum stemmen können.

Soll ich meine Immobilie verkaufen?

Die Preise sind hoch, eigentlich ein guter Zeitpunkt. Aber die Euro-Krise ist nicht gelöst, Sachwerte bleiben gefragt. Wer verkaufen will, braucht vor allem aber einen Plan, wie er das Geld anlegt. Wer es nur auf dem Sparbuch parken möchte, sollte seine vermietete Wohnung behalten. Das gilt erst recht für das Eigenheim – so man sich wohl darin fühlt.

Soll ich Gold kaufen?

Im Zweifel ja. Wer Gold als Währung betrachtet, kann Papier immer in Edelmetall tauschen, egal, zu welchem Preis. So gesehen ist Gold das einzige Tauschmittel, das Inflation und Währungsreform überlebt hat. Wer davor Angst hat, kauft Gold – als Versicherung.

Gibt es sicheres Tagesgeld für mehr als zwei Prozent Zins?

Kaum. Solange die EZB Banken Geld für 0,75 Prozent gibt, müssen nur kapitalschwache Institute für zwei bis drei Prozent Geld sammeln. Oft greift dann nur die ausländische Einlagensicherung. Bei Pleiten wird es mühsam, an sein Geld zu kommen.

Soll ich in Oldtimer, Kunst, Uhren oder Wein investieren?

Klar doch, wenn Sie Spaß daran haben – und etwas davon verstehen. Die Angst vor Inflation treibt die Preise von Sachwerten, auch von schönen, nutzlosen, wie Cézanne und Mercedes SL. Aber Vorsicht: Laien werden von Experten übervorteilt. Lassen Sie sich unabhängig beraten, auch wenn das erst mal Geld kostet.

Zehnjährige Staatsanleihen von Italien haben deutlich zugelegt, die Rendite lag zuletzt bei 4,15 Prozent elf Basispunkte niedriger. Die zehnjährigen Spanien-Bonds verzeichneten ebenfalls markante Kursgewinne. Die Rendite fiel um zuletzt 21 Basispunkte auf 4,89 Prozent. Bei den zehnjährigen Portugal-Bonds sank die Rendite um 13 Basispunkte auf 6,21 Prozent.

Spanien hat mit drei Bondemissionen 5,8 Milliarden Euro erlöst, was über dem ursprünglichen Maximalziel von 5,0 Milliarden Euro lag. Die Finanzierungskosten lagen deutlich niedriger als bei der vorhergehenden Auktion und die Überzeichnung höher. Die Anleihe mit Fälligkeit 2015 im Volumen von 3,397 Milliarden Euro wurde mit einer durchschnittlichen Rendite von 2,476 Prozent zugeteilt. Die durchschnittliche Rendite des 2018 fälligen Papiers betrug 3,988 Prozent. Bei der 2026 fälligen Anleihe im Volumen von 469,7 Millionen Euro lag die durchschnittliche Rendite bei 5,555 Prozent.

Italien hat am Geldmarkt einjährige Papiere im Volumen von 8,5 Milliarden Euro untergebracht. Die durchschnittliche Rendite lag bei 0,864 Prozent, nach 1,456 Prozent im Dezember.

Im Segment für Unternehmensanleihen kommt die Deutsche Telekom AG über ihre Finanzierungstochter Deutsche Telekom International Finance B.V. an den Kapitalmarkt. Angekündigt sind achtjährige und 15-jährige vorrangige, unbesicherte Bonds. Die Konsortialführung liegt bei Barclays Plc, Deutsche Bank AG und Société Générale SA. Die achtjährigen Papiere im Volumen von 1,25 Milliarden Euro kommen laut informierten Kreisen mit einer Rendite von 78 Basispunkten über dem mittleren Swapsatz auf den Markt, die Rendite der 15-jährigen Bonds im Volumen von 750 Millionen Euro liegt demzufolge bei 115 Basispunkten über dem mittleren Swapsatz.

Im Hochzinssegment legt die Fresenius SE & Co. eine Anleihe im Volumen von 500 Millionen Euro mit Fälligkeit 2020 auf. Wie von informierten Personen verlautete, soll die Rendite bei 3,0 Prozent bis 3,25 Prozent liegen.

Am Markt für US-Staatsanleihen sind die Kurse gesunken. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries lag bei 1,90 Prozent vier Basispunkte höher. Die USA kommen im Tagesverlauf mit 30- jährigen Staatsanleihen im Volumen von 13 Milliarden Dollar an den Primärmarkt. Die Rendite der Langläufer stieg zuletzt um vier Basispunkte auf 3,10 Prozent.

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