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02.07.2013

11:45 Uhr

Nach Finanzminister-Rücktritt

Portugal verunsichert Investoren

Das Land ist in einer brenzligen Lage: Am Rentenmarkt sorgt der Rücktritt von Portugals Finanzminister Vitor Gaspar für Nervosität. Die Rendite legt stark zu, nachdem Anleger die zehnjährigen Staatsanleihen verkauften.

Rückzug von Finanzminister Vitor Gaspar: Er zeigt, dass Portugal Schwierigkeiten hat, die Bedingungen für das Rettungsprogramm zu erfüllen. ap

Rückzug von Finanzminister Vitor Gaspar: Er zeigt, dass Portugal Schwierigkeiten hat, die Bedingungen für das Rettungsprogramm zu erfüllen.

FrankfurtDer Rücktritt von Portugals Finanzminister Vitor Gaspar hat am Rentenmarkt für Nervosität gesorgt. Anleger verkauften am Dienstag die zehnjährigen Anleihen des Landes, entsprechend legte die Rendite zu. Die Papiere stiegen auf 6,48 Prozent ab nach 6,399 Prozent im Schlussgeschäft des Vortages. Auch die Kosten für die Kreditausfallversicherung portugiesischer Anleihen kletterten in die Höhe. Fünfjährige Swaps zur Versicherung von portugiesischen Papieren (CDS) stiegen laut Datenanbieter Markit um fünf Basispunkte auf 400 Basispunkte. Damit beliefen sich die Kosten für die Versicherung von Anleihen über zehn Millionen Euro auf 400.000 Euro.

Gaspar hatte am Montagabend wegen des schwindenden Rückhalts in der Bevölkerung das Handtuch geworfen. Er gilt als Architekt der umstrittenen Sparmaßnahmen, die Portugal im Gegenzug für das Hilfsprogramm im Volumen von 78 Milliarden Euro den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds zugesagt hatte.

Der Rückzug Gaspars lege den Schluss nahe, dass Portugal in einer schwierigen Position sei, die Bedingungen für das Rettungsprogramm zu erfüllen, sagte Lyn Graham-Taylor von der Rabobank.

Nach Angaben der portugiesischen Statistikbehörde hat sich das Loch im Staatshaushalt im ersten Quartal auf 10,6 Prozent nach 7,9 Prozent im Vorjahreszeitraum vergrößert. Damit droht die Regierung ihre Haushaltsvorgaben im Zuge der milliardenschweren Rettungshilfen zu verfehlen.

Steigende Renditen

Deutschland

Rendite zehnjähriger Anleihen: 1,64 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 43 Basispunkte

USA

Rendite zehnjähriger Anleihen: 2,44 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 81 Basispunkte

Japan

Rendite zehnjähriger Anleihen: 0,86 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 28 Basispunkte

Italien

Rendite zehnjähriger Anleihen: 4,50 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 62 Basispunkte

Spanien

Rendite zehnjähriger Anleihen: 4,70 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 59 Basispunkte

Portugal

Rendite zehnjähriger Anleihen: 7,91 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 229 Basispunkte

Griechenland

Rendite zehnjähriger Anleihen: 11,08 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 42 Basispunkte

Frankreich

Rendite zehnjähriger Anleihen: 2,26 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 56 Basispunkte

Irland

Rendite zehnjähriger Anleihen: 3,97 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 49 Basispunkte

Brasilien

Rendite zehnjähriger Anleihen: 4,21 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 155 Basispunkte

China

Rendite zehnjähriger Anleihen: 3,47 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 6 Basispunkte

Indonesien

Rendite zehnjähriger Anleihen: 7,21 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: + 178 Basispunkte

Indien

Rendite zehnjähriger Anleihen: 7,50 Prozent
Veränderung seit 1. Mai: - 23 Basispunkte

Quelle

Bloomberg, 3.7.2013

Dass die Renditen am Rentenmarkt nicht noch stärker in die Höhe schossen, führten Anleger auf die Entscheidung zurück, Finanzstaatssekretärin Maria Luis de Albuquerque zum Nachfolger Gaspars zu ernennen. Dass die Nachfolge so schnell geklärt wurde, beruhige etwas, sagten Händler.

Die Renditen spanischer und italienischer Anleihen gaben dagegen nach. Die zehnjährigen Papiere Italiens warfen zeitweise nur noch 4,388 Prozent ab nach 4,468 Prozent am Vortag. Die Renditen spanischer Bonds lagen bei 4,556 Prozent nach 4,608 Prozent am Montag. Händlern zufolge schürten die überraschend guten Industriedaten aus der Euro-Zone weiterhin Optimismus. Die Einkaufsmanagerindizes hatten zu Wochenbeginn Hoffnung auf eine Stabilisierung der Euro-Zone gemacht - unerwartet positive Daten kamen aus Krisenländern wie Spanien, Irland und Italien, nur in Deutschland sank der Index. Zehnjährige Bundesanleihen warfen am Dienstag 1,7 Prozent ab und damit so viel wie am Vortag.

Von

rtr

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

02.07.2013, 11:56 Uhr

Portugal ist pleite....ist das wirklich so schwer zu verstehen?

Eurowahn

02.07.2013, 12:12 Uhr

Was hat Lügenbaron Schäuble noch über Portugal gesagt:" Portugal ist auf einem guten Weg". Das sieht man jetzt beim Haushaltsdefizit wie Schäuble lügt. Und unsere Medien in Deutschland !! Keine Empörung über die unzähligen Lügen Schäubles. Die Medien sind die größten Stiefellecker der Hochfinanz. Schäuble sagt auch, dass es für Griechenland keinen erneuten Schuldenschnitt geben wird, das ist sicher, sagte er. Da bin ich mal gespannt nach der Wahl.
Und Herr Schäuble regt sich über irische Banker auf die lügen und das Volk verhöhnen. Herr Schäuble, Sie lügen noch viel mehr und schlimmer !! Und ihre Lügen sind eine Verhöhnung des deutschen Volkes. Die irischen Banken haben ein paar Milliarden ergaunert, die sie ja als deutscher Finanzminister auch immer gerne bereitwillig den Bankern zahlen. Sie selbst veruntreuen hunderte an Milliarden von deutschem Steuergeld. Wa gehen uns irische, spanische oder französische Banken an. Wenn die Banken fallen, so sollen die Gläubiger eben ihr Geld verlieren. Für die Spareinlagen des Normalbürgers bis zu 100.000.- (oder auch weniger) Euro soll dann eben der deutsche Staat einspringen. Aber nicht für die Spekulanten in aller Welt.
Was hat Lügenbaron Schäuble schon gelogen. Aufgabe der Presse wäre es diese Lügen öffentlich mit großen Lettern anzuprangern und Herrn Schäuble öffentlich ob seiner Lügen zu demontieren.
Dass ein deutscher Minister, von allen erkennba,r so öffentlich lügen darf, ohne von der Presse getadelt
zu werden !! EINE SCHANDE !!

Peter

02.07.2013, 12:25 Uhr

@Eurowahn
Sie haben sich anscheinend schon so verrannt dass sie nur noch Unfug schreiben. Zitat: "Sie selbst veruntreuen hunderte an Milliarden von deutschem Steuergeld" Wenn Sie auch nur ein bischen ahnung von Finanzen hätten wäre dieser Satz nie geschrieben worden. Die Steuereinnahmen des deutschen Staates beliefen sich 2012 auf ca. 550 Mrd. Euro. Die Verwendung der Einnahmen ist im Haushalt festgelegt und danach geht kein Cent an die Schuldenstaaten.
Die Aufgabe der Presse ist es auch nicht die Meinung einiger verblendeter Stammtischler wiederzugeben sondern objektiv zu berichten. Diesen Auftrag erfüllt die Presse auch wenn es Ihnen nicht gefällt.

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