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12.03.2013

11:45 Uhr

Nach Herabstufung

Italien muss höhere Zinsen zahlen

Am Freitag hat die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit von Italien herabgestuft. Jetzt hat das Land neue Anleihen begeben - und muss die höchsten Zinsen seit Dezember zahlen. Spanien zahlt weniger als zuletzt.

Eine Euro-Münze aus Italien. Der Krisenstaat hat bei der Anleiheauktion höhere Zinsen zahlen müssen. dpa

Eine Euro-Münze aus Italien. Der Krisenstaat hat bei der Anleiheauktion höhere Zinsen zahlen müssen.

RomItalien hat sich erstmals seit der jüngsten Herabstufung seiner Bonität an den Geldmarkt gewagt und den Investoren dabei höhere Renditen zahlen müssen. Das klamme Land teilte am Dienstag einjährige Schuldtitel im Volumen von 7,75 Milliarden Euro zu. Dafür wurde eine Durchschnittsrendite von 1,28 Prozent fällig - der höchste Wert seit Dezember 2012. Die Nachfrage nach den Papieren überstieg das Angebot um das 1,5-Fache.

Die jüngste Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Italien hatte den Druck auf die Parteien für einen Kompromiss bei der Regierungsbildung erhöht, ohne dass sich nach dem Wahlpatt eine Lösung abzeichnet.

Die Ratingagentur Fitch begründete die am Freitagabend bekanntgegebene Senkung der Bonität Italiens auf „BB+“ neben der schweren Rezession mit der politischen Instabilität. An den Finanzmärkten sorgte der Schritt für neue Verunsicherung.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

Spanische Bonds stiegen nach der Auktion von zwei Schatzwechseln den zehnten Tag in Folge - das ist die längste Serie seit August 2005. Die Rendite zehnjähriger Spanien-Bonds fiel nach der Auktion um fünf Basispunkte auf 4,71 - den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Zum Vergleich: Im Juli 2012 hatte die Rendite in diesem Laufzeitbereich mit 7,75 Prozent das höchste Niveau seit Einführung des Euro erreicht.
Spanien beschaffte sich mit zwei Geldmarktpapieren insgesamt 5,83 Milliarden Euro und übertraf das Maximalziel von 5,5 Milliarden Euro. Die Finanzierungskosten fielen niedriger aus als zuletzt. Die Durchschnittsrendite bei den sechsmonatigen Papieren belief sich auf 0,794 Prozent, nach 0,859 Prozent am 12. Februar. Bei einjährigen Papieren ging die Rendite von zuvor 1,548 Prozent auf nun 1,363 Prozent zurück.

Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lag zuletzt um drei Basispunkte niedriger bei 1,49 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future stieg um 21 Basispunkte auf 142,93 Prozent.

Deutschland hat am Primärmarkt eine zehnjährige inflationsindexierte Emission um 1,0 Mrd. Euro aufgestockt, wobei die Zuteilung ohne Marktpflege 870 Millionen Euro umfasste. Die durchschnittliche Rendite lag bei minus 0,34 Prozent, die Überzeichnungsquote belief sich auf das 1,8-fache.


Von

rtr

Kommentare (20)

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Michael

12.03.2013, 11:55 Uhr

Ja wo kommt's Geld denn her?

Account gelöscht!

12.03.2013, 12:25 Uhr

Das möchte ich auch wissen. Ist das geheim?

Account gelöscht!

12.03.2013, 12:31 Uhr

1,28% ist aber lächerlich WENIG.
Der höchste Wert seit DEZEMBER 2012 (?) WOW was für eine lange Zeit!
Zinsen sollten immer mindestens bei dem Inflationssatz liegen, da lägen sie bei Risikoloser Anlage FAIR.(Damit würde man die gleiche Kaufkraft wieder zurückzahlen müssen, die man sich geliehen hat)
'Risikolos' würde ich Italien nicht nennen.
Rechnet man das zusammen, sollten es schon 4-5% sein das die Italiener da zahlen sollten.

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