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03.07.2012

14:40 Uhr

Nach Herabstufungen

Ratingagenturen stehen unter Beobachtung

VonAndrea Cünnen

Die massenhaften Herabstufung von Banken bleibt nicht ohne Folgen für die Ratingagenturen. Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde Esma wird sich die Entscheidungen der Bonitätsprüfer genau ansehen.

Moody's senkte zuletzt den Daumen über 28 spanischen Instituten. Reuters

Moody's senkte zuletzt den Daumen über 28 spanischen Instituten.

Die jüngsten Rundumschläge der großen Ratingagenturen gegen Banken haben Folgen für die Bonitätsprüfer. Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde Esma, die seit knapp einem Jahr für die Überwachung der Agenturen zuständig ist, wird sich die Herabstufungen genau ansehen.

„Es geht darum zu prüfen, ob Änderungen von Bank-Ratings genauso sorgfältig erfolgten und ob die Entscheidungsprozesse konsistent mit denen von anderen Ratingänderungen sind“, sagte ein Sprecher der Esma und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der britischen Zeitung „Financial Times“.

Die Ratingagentur Moody's hatte im Mai die Bonitätsnoten von 15 Großbanken auf einen Schlag reduziert, Standard & Poor's (S & P) hatte nach einer Änderung der Ratingmethodologie im November den Daumen über ebenfalls 15 Banken gesenkt. Und nach Ratingherabstufungen von Staaten kommen bei den Agenturen - zu den großen gehört auch Fitch - zudem regelmäßig die Ratings der Banken auf den Prüfstand.

Hier senkte ebenfalls zuletzt Moody's den Daumen über 28 spanische Institute, nachdem die Agentur die Bonität Spaniens um gleich zwei Stufen auf das Niveau knapp vor Ramsch gesenkt hatte. „Es gehört zu unserer Aufgabe, den Prozess zu überwachen, wie Ratings zustande kommen, wir bewerten aber nicht direkt jedes Rating“, sagte ein Esma-Sprecher. Die aktuelle Prüfung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Unabhängig davon müssen S & P, Moody's und Fitch Mängel beheben, die die Esma in ihrem ersten Bericht zu Ratingprozessen gefunden hatte. Dabei hatten die in Paris angesiedelten Wertpapieraufseher unter anderem festgestellt, dass die Analysten zu wenig Zeit zur Vorbereitung der Ratingentscheidungen haben, die Analysten zu häufig wechseln und interne Prozesse besser aufgezeichnet werden müssen.

In diesen Punkten steht die Esma in engem Kontakt mit den Agenturen; einen genauen Zeitplan für die Behebung der von der Esma angesprochenen Punkte gibt es noch nicht. Unklar ist zudem, ob die Mängel ein Verstoß gegen die gesetzlichen Regulierungsvorgaben sind.

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