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01.05.2015

22:35 Uhr

Nach Kurseinbrüchen

Wall Street macht Vortagsverluste wett

Zuletzt waren viele Kurse eingebrochen, was den Dow Jones in die Tiefe gerissen hatte. Zum Wochenschluss erholte sich der Handel an der US-Börse aber wieder. Einzelne Unternehmenswerte können besonders profitieren.

An der New York Stock Exchange erholen sich die Kurse. ap

Der Blick geht wieder nach oben

An der New York Stock Exchange erholen sich die Kurse.

New YorkDie Wall Street hat am Freitag zugelegt. Börsianer sprachen von einer Erholung nach den deutlichen Verlusten am Vortag. Zudem hätten freundliche Konjunkturdaten für Kauflaune gesorgt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von einem Prozent bei 18.024 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 17.859 und 18.028 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 zog um 1,1 Prozent auf 2108 Zähler an. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,3 Prozent auf 5005 Stellen. Damit machten die Indizes nahezu ihre gesamten Vortagesverluste wieder wett. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow dennoch ein Abschlag von 0,3 Prozent, für den S&P von 0,5 und für die Nasdaq von 1,7 Prozent. Der Dax in Frankfurt blieb am 1. Mai geschlossen.

Die Kauflaune der Amerikaner hat sich im April gebessert. Das Barometer für die Verbraucherstimmung stieg der Uni Michigan zufolge um 2,9 auf 95,9 Zähler. Der Konsum steht für etwa 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der größten Volkswirtschaft der Welt. Die US-Industrie startete indes mit nur wenig Schwung ins zweite Quartal. Der Einkaufsmanager-Index stagnierte im April bei 51,5 Punkten. Die US-Wirtschaft trat im ersten Quartal wegen des starken Dollar und des ungewöhnlich strengen Winters weitgehend auf der Stelle.

Bei den Einzelwerten brachen LinkedIn um 18,6 Prozent ein, nachdem das Karriere-Netzwerk sein Gewinnziel gesenkt hat. Nach unerwartet schwachen Quartalszahlen verloren Visa -Papiere 0,4 Prozent.

Was treibt die Börsen auf Rekordhoch?

Geldschwemme

Die wichtigste Triebfeder des Börsenbooms ist die Geldflut der Notenbanken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre ohnehin lockere Geldpolitik sogar nochmals dramatisch ausgeweitet: Seit 9. März kaufen die Währungshüter monatlich Vermögenswerte in Höhe von 60 Milliarden Euro. Ein Großteil des vielen Geldes fließt in Aktien.

Anlagenotstand

Weil die EZB gleichzeitig den Leitzins auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt hat, herrscht Anlagenotstand: Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld und Anleihen bringen kaum noch Renditen. Das treibt Anleger in riskantere Investitionen wie Aktien, aber auch in Immobilien.

Euroschwäche

Der Euro ist durch die Geldpolitik auf Talfahrt. Das hilft der Exportwirtschaft, weil deutsche Waren dadurch im Ausland günstiger werden. Aktien internationaler Unternehmen profitieren.

Unternehmensgewinne

Deutschlands Börsenschwergewichte haben schon 2014 glänzend verdient - trotz internationaler Krisen. Nach einer Auswertung der Unternehmensberatung EY stieg der operative Gewinn der ersten 15 Dax-Konzerne, die Zahlen für 2014 vorlegten, um fast ein Viertel.

Für die beiden größten US-Autobauer General Motors und Ford läuft es im April auf ihrem Heimatmarkt wieder besser. GM-Aktien stiegen um ein Prozent, Ford um 0,1 Prozent.

Monsanto legten 3,9 Prozent zu. Einem Agenturbericht zufolge hat der weltgrößte Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller in den vergangenen Wochen erneut die Schweizer Syngenta wegen einer Übernahme kontaktiert. Die in New York notierten Syngenta-Papiere legten rund 16 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 740 Millionen Aktien den Besitzer. 1850 Werte legten zu, 1201 gaben nach und 123 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,85 Milliarden Aktien 1664 im Plus, 1118 im Minus und 125 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die Zehnjährigen verringerten sich um 21/32 auf 99-01/32. Sie rentierten mit 2,110 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 16/32 auf 93-17/32 und hatten eine Rendite von 2,822 Prozent.

Der Euro konnte seine Kurszuwächse ausbauen und notierte mit 1,1214 Dollar. Der Ölpreis gab leicht nach, ebenso Gold.

Von

rtr

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