Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.07.2011

19:57 Uhr

Nach Kursverlusten

Pimco kauft italienischer Staatsanleihen

Der weltgrößte Staatsanleihenhändler Pimco greift nach italienischen Staatsanleihen. Für die Finanzmanager der Allianz-Tochter sind die jüngsten Kursverluste nur ein "Ausdruck von Panik".

Pimco-Chef Mohamed El-Erian setzt trotz Kursverlusten auf italienische Staatsanleihen. Quelle: Reuters

Pimco-Chef Mohamed El-Erian setzt trotz Kursverlusten auf italienische Staatsanleihen.

Berlin/Frankfurt„Wir nutzen die Verwerfungen im Markt“, sagte Andrew Bosomworth, Leiter des Pimco-Portfoliomanagements in München, am Dienstag. Die Allianz-Tochter habe bisher unterdurchschnittlich in italienische Anleihen investiert. Das werde nun geändert. Die zuletzt rapide Verteuerung italienischer Kreditausfallversicherungen (CDS) sei Ausdruck von Panik und nicht eines funktionierenden Markts. Italien sei nicht mit Griechenland vergleichbar. 

In der Tageszeitung „Die Welt“ verwies der Pimco-Manager darauf, dass der Großteil der Anleihen von einheimischen Sparern gehalten werde. „Das reduziert die Gefahr, dass viel Geld aus dem Land abgezogen wird.“ 

Sollte sich die Situation dennoch nicht beruhigen, sieht Bosomworth dem Bericht zufolge die Europäische Zentralbank in der Pflicht, einen Dominoeffekt zu verhindern. „Sie müsste massiv Staatsanleihen kaufen und so den Zinsanstieg aufhalten“, sagte er der Zeitung. Er gehe derzeit allerdings nicht davon aus, dass die Situation außer Kontrolle gerate. 

Bosomworth distanzierte sich von der Option, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen könne. Das sei nicht mehr kontrolliert möglich. „Ein Austritt würde mit einem ungeordneten Kapitalschnitt einhergehen und die Märkte ins Chaos stürzen“, erläuterte der Portfoliomanager. Im Juni hatte Bosomworth einen Euro-Austritt Griechenlands als Alternative zu einer Staatspleite genannt. 

Bosomworth begrüßte eine geordnete Umschuldung. „Die Politik muss endlich erkennen, dass Sparen allein dort nicht hilft.“ Pimco selbst hatte zuletzt keine griechischen Staatsanleihen mehr im Portfolio. Pimco ist mit einem verwalteten Vermögen von rund einer Billion Dollar die weltweite Nummer eins unter den Anleiheinvestoren.

 

 

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Peter

13.07.2011, 11:30 Uhr

Gewinne privatisieren,Verluste sozialisieren:PIMCO

Sonst gehts euch wohl noch gut, ihr Herren derAllianz-Tochter PIMCO!


Die zocken jetzt mit neuen Italien Bonds und wenn
es in die Hose geht (=Renditen steigen weiter , Anleihekurse rauschen runter)
soll die EZB (=Steuerzahler) wieder retten und den Müll aufkaufen.
Ich hoffe doch sehr , dass DIESE Rechnung nicht aufgeht.
Die PIMCOS sind sogar so frech, ihr Kalkül öffentlich zu verkünden.
Unglaublich wie die EU mittlerweile als Selbstbedienungsladen der Großfinanz fungiert.

Genau solche Spekulationen haben zur Krise geführt.
Schuldnern schwächster Bonität wie Griechenland wurde nach dem Euro-Beitritt viel zu billig Kredit gegeben, in der Hoffnung dass die EU es im Falle eines Defaults
wieder ausgleicht. Das muss jetzt aufhören!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×