Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.05.2013

07:34 Uhr

Nach Manipulation

Aufseher planen neuen Libor

Alles auf Anfang: Der manipulationsanfällige Libor-Zinssatz wird wohl schon 2014 einem völlig neuen System weichen. Die Pläne dazu laufen auf Hochtouren – allerdings drohen auch beim neuen System Konflikte.

Martin Wheatley ist zuständig für die Reformierung des manipulationsanfälligen Libor-Systems. dpa

Martin Wheatley ist zuständig für die Reformierung des manipulationsanfälligen Libor-Systems.

LondonNach dem Skandal um die Manipulation international wichtiger Zinssätze soll schnell ein neues Referenzsystem eingeführt werden. Geplant sei ein Doppelsystem, das Umfragedaten und objektive Marktdaten kombiniere, sagte der zuständige britische Finanzaufseher Martin Wheatley der "Financial Times" vom Montag. Es sei nicht möglich, das bisherige System nach dem Skandal komplett aufzugeben - denn zu viele Verträge beruhten auf dem alten Referenz-Zinssatz Libor.

Der britische Libor und der europäische Euribor sind täglich neu berechnete Referenz-Zinssätze, zu denen sich Banken untereinander Geld leihen. Zahlreiche große Finanzinstitute haben diese Zinssätze offenbar über Jahre manipuliert. Das kann auch Auswirkungen auf Spareinlagen und Verbraucherkredite haben, die an Libor oder Euribor gekoppelt sind. "Wenn man die Definition ändert, ist es fast sicher, dass immer eine Seite dieser Verträge etwas verlieren und sich dann nicht mehr gebunden fühlen würde", sagte Wheatley.

Die Banken Barclays, Royal Bank of Scotland und RBS hatten über zwei Milliarden Dollar (über 1,5 Milliarden Euro) gezahlt, um die Ermittlungen in der Zinsaffäre zu beenden. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin bestätigte im Januar Ermittlungen gegen mehrere Finanzinstitute. Betroffen war unter anderem die Deutsche Bank. Die Vorstände der in den Skandal verwickelten deutschen Banken entlastete die BaFin aber.

Von

afp

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

13.05.2013, 09:17 Uhr

euribor, Libor etc. Das lockt die Bankster doch nur an, diese zu manipulieren. Der Nachweis ist schwer zu erbringen. Da werden dann undurchschaubare Konstrukte gebildet und schon geht es los.

Der_ewige_Spekulant

13.05.2013, 09:39 Uhr

Was haben denn die sogenannten "Aufseher" 20 Jahre lang kontrolliert ?!

Wurde irgend jemand in Deutschland, in den letzten 20 Jahren, wegen Anlagebetrugs überhaupt verurteilt ?

Nicht mal den Bäcker Markus Frick haben die zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Und das nach einem Betrug in Höhe von 500 Mio. €.


Man sollte die BaFin den Bereich Anleihe- und Aktienmärkte nicht mehr kontrolliert lassen. Denn sonst erweckt es bei vielen Anlegern den Anschein, als ob es tatsächlich eine staatliche Instanz gibt, die Anlagebetrüger strafrechtlich verfolgt.

NEIN liebe Anleger. Solch eine staatliche Instanz existiert nicht. Die Ermittlungen gegen Markus Frick wurden nicht etwa von der BaFin, sondern von einer Privatperson in die Wege geleitet - durch eine Anzeige wegen Betrug.

Die BaFin ist eine Alibi-Veranstaltung, die den Steuerzahler nur unnötig Geld kostet!

Account gelöscht!

13.05.2013, 09:54 Uhr

"Was haben denn die sogenannten "Aufseher" 20 Jahre lang kontrolliert ?!"

Wir brauchen wohl wirklich Aufseher fuer die Aufseher, die extrem hart durchgreifen. Aber die "Aufseher" werden daran wohl wenig Interesse haben, befuerchte ich. Die verhaengten Strafmasse passen ja auch in diese Sicht. Millardenbetruegereien als Kavaliersdelikte. Also bloss keine Aufsicht ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×