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22.10.2012

15:12 Uhr

Nach US-Wahl

Investoren fürchten „Schuldendrama“

Die Wahl des neuen Präsidenten steht kurz bevor, doch die Investoren werden immer unsicherer. Sie fürchten einen Rückschlag für Konjunktur und Börsen, der die Euro-Krise wie einen kleinen Unfall aussehen lassen könnte.

Händler an der Wall Street: "Wer die Wahl gewinnt, ist egal." dapd

Händler an der Wall Street: "Wer die Wahl gewinnt, ist egal."

New York, FrankfurtOb der nächste US-Präsident nach der Wahl am 6. November Barack Obama oder Mitt Romney heißt, ist den Akteuren an den Finanzmärkten weitgehend egal. Hauptsache, der Wahlsieger hat auch eine klare Mehrheit im Kongress hinter sich. Denn bei einer anhaltenden Blockade wie derzeit zwischen dem Demokraten Obama und der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus fürchten viele Anleger ein Schuldendrama, das die Krise der Euro-Zone wie ein Kasperletheater aussehen ließe.

Bis Januar müssen sich Präsident, Senat und Repräsentantenhaus auf einen Plan zum Schuldenabbau einigen. Sonst drohen automatische Kürzungen der Staatsausgaben, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten.

Die Dividenden-Aristokraten in den USA

Mc Donald's

Branche: Gastronomie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 27,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,1

Fedex

Branche: Logistik
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 26,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 0,6 Prozent

Nike

Branche: Sportartikel
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 19,2 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,5 Prozent

IBM

Branche: IT
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 18,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

Colgate-Palmolive

Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,3 Prozent

Johnson & Johnson

Branche: Pharma
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

Coca Cola

Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 10,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,8 Prozent

Quelle: DZ Bank

Neben dem Präsidenten wählen die Amerikaner am 6. November ein Drittel der 100 Senatoren und das gesamte Repräsentantenhaus neu. "Für die Finanzmärkte ist nicht entscheidend, ob Romney oder Obama gewinnt. Entscheidend ist, wie Präsident und Kongress künftig zusammenarbeiten", sagt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Die Blockade des politischen Systems müsse aufgehoben werden. "Die politische Polarisierung der Eliten ist in den USA weit fortgeschritten und hat ein Niveau erreicht, wie es zuletzt wohl nur vor den Zeiten des Bürgerkriegs vorzufinden war", konstatierten die Experten der Deutschen Bank kürzlich in einer Studie zu den Wahlen.

Insgesamt könnte die US-Börse eigentlich mit der Obama-Amtszeit zufrieden sein: Seit seinem Amtsantritt am 20. Januar 2009 haben der Dow-Jones-Index und der S&P500 je rund 70 Prozent gewonnen. Über eine solche Marktperformance in seiner ersten Amtsperiode konnte sich zuletzt Anfang der 1950er Jahre der republikanische Präsident Dwight D. Eisenhower freuen. Der war damals aber noch Präsident eines Landes, in dem der Konsens zwischen den beiden großen politischen Parteien als eine wesentliche Errungenschaft der US-Demokratie gefeiert wurde. Heute ist dagegen alleine der Begriff "Kompromiss" für viele junge Republikaner schon ein rotes Tuch.

Vermögensreport 2012

Top 10

Schweden
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 237.297
Veränderung zum Vorjahr: -17 %

Quelle: Credit Suisse

Top 9

Großbritannien
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 250.005
Veränderung zum Vorjahr: - 6 %

Top 8

Singapur
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 258.117
Veränderung zum Vorjahr: - 4 %

Top 7

USA
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 262.351
Veränderung zum Vorjahr: + 1 %

Top 6

Frankreich
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 265.463
Veränderung zum Vorjahr: - 15 %

Top 5

Japan
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 269.708
Veränderung zum Vorjahr: +1 %

Top 4

Luxemburg
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 277.119
Veränderung zum Vorjahr: - 14 %

Top 3

Norwegen
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 325.989
Veränderung zum Vorjahr: - 7 %

Top 2

Australien
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 354.986
Veränderung zum Vorjahr: - 11 %

Top 1

Schweiz
Durchschnittsvermögen pro Erwachsenem in US-Dollar: 468.186
Veränderung zum Vorjahr: - 13 %

Die Zerreißprobe könnte gleich nach der Wahl kommen - noch bevor der neue Kongress sich Anfang Januar konstituiert und der Präsident am 21. Januar seinen Amtseid ablegt. Denn ohne Einigung des amtierenden Präsidenten mit dem jetzigen Kongress greift Anfang 2013 eine automatische Schuldenbremse, die als "fiscal cliff" (Haushaltsklippe) bezeichnet wird. Budgets für verschiedene Regierungsbereiche - darunter auch der für die Rüstungsindustrie wichtige Verteidigungshaushalt - werden automatisch gekürzt. Das Einsparvolumen beläuft sich auf 1,2 Billionen Dollar. Außerdem laufen Steuererleichterungen für Arbeitnehmer, Vermögende und Unternehmen aus. Analysten fürchten, dass die Haushaltsklippe das Bruttoinlandsprodukt um bis zu fünf Prozentpunkte kappen wird.

Kommentare (7)

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22.10.2012, 15:32 Uhr

Henkel meint ja, dass die Brüder und Schwestern in den Staaten alles besser machen und wir Europäer nur endlich den doofen Euro aufgeben müssen, damit auch wir ganz toll dastehen. So toll möchte ich - nach einem Blick über den Teich - aber lieber nicht dastehen.

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22.10.2012, 16:10 Uhr

"Sollte nach der Wahl weiterhin politischer Stillstand drohen, könnte sich die US-Notenbank Fed zu neuen quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE) veranlasst sehen, fürchtet Commerzbank-Experte Leuchtmann."

Diese Gelddrucker, Wertevernichter und Blasenschaffer sind doch Obamas Gehilfen. Wie kann es da egal sein wer die Wahl gewinnt??? Wenn Obama gewinnt, dann wird sicherlich fleissig weitergedruckt. Die FED hat doch schon gesagt, dass sie ihren Kurs bis 2016 kaum aendern wird und somit Obama seinen Vernichtungskurs auch nicht.

Account gelöscht!

22.10.2012, 16:36 Uhr

QE4 also schon in Sichtweite. Der Süchtige braucht wieder seinen Stoff, mo money mo money. Schon der leichte Entzug einer auslaufenden Steuererleichterung kann der Fixer nicht mehr aushalten. Wo wird das enden...

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