Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.09.2014

14:28 Uhr

Nach Zinssenkung

EZB erschafft Staatsanleihen mit Negativzinsen

Die EZB hat die Leitzinsen gesenkt und möchte zudem Pfandbriefe und transparente Wertpapiere kaufen. Davon profitieren europäische Anleihen. Für irische Staatsanleihen gibt es sogar Negativzinsen.

Die Flaggen der europäischen Mitgliedsstaaten im Europaparlament in Straßburg. Die Renditen zweijähriger Papiere aus Frankreich, Niederlanden, Österreich und Belgien und Irland erreichten negative Zinsen. dpa

Die Flaggen der europäischen Mitgliedsstaaten im Europaparlament in Straßburg. Die Renditen zweijähriger Papiere aus Frankreich, Niederlanden, Österreich und Belgien und Irland erreichten negative Zinsen.

FrankfurtEuropäische Anleihen profitierten am Freitagmittag weiterhin von den unerwarteten Ankündigungen der Europäischen Zentralbank. Die zweijährige irische Rendite fiel auch erstmals unter die Nullmarke.

Am Vortag hatte die EZB alle drei Leitzinsen gesenkt und versprach ein Aufkaufprogramm für einfache und transparente Wertpapiere.

Die Ankündigungen der EZB zogen sorgten am kurzen Ende der europäischen Zinskurve für negative Rendite. So fielen die Renditen zweijähriger Papiere aus Frankreich, Niederlanden, Österreich und Belgien und Irland alle im Zuge der Ankündigungen unter Null .

„Die EZB hat wieder einmal den Markt überrascht und zeigt damit, dass sie weiter an einer akkomodativen Geldpolitk festhalten will“, sagte Jose Miguel Rodriguez im Interview nach der EZB-Sitzung, „die Spreadverengung in der Eurozone wird sich weiter fortsetzen und Anleihen aus den Peripherieländern in den kommenden Monaten am attraktivsten machen.“

Staatsanleihen: Renditen im Sinkflug

USA

Rendite (zehnjährige Anleihe): 2,61 Prozent
Renditeveränderung (in den vergangenen drei Monaten): - 17,1 Basispunkte
Quelle: Bloomberg, 10.06.2014

Deutschland

Rendite: 1,38 Prozent
Renditeveränderung: - 24,8 Basispunkte

Italien

Rendite: 2,74 Prozent
Renditeveränderung: - 62,4 Basispunkte

Spanien

Rendite: 2,57 Prozent
Renditeveränderung: - 72,9 Basispunkte

Portugal

Rendite: 3,32 Prozent
Renditeveränderung: - 110,6 Basispunkte

Irland

Rendite: 2,41 Prozent
Renditeveränderung: - 65,9 Basispunkte

Griechenland

Rendite: 5,47 Prozent
Renditeveränderung: - 132,4 Basispunkte

Frankreich

Rendite: 1,71 Prozent
Renditeveränderung: - 48,5 Basispunkte

Finnland

Rendite: 1,57 Prozent
Renditeveränderung: - 35,9 Basispunkte

Österreich

Rendite: 1,66 Prozent
Renditeveränderung: - 24,7 Basispunkte

Niederlande

Rendite: 1,60 Prozent
Renditeveränderung: - 24,6 Basispunkte

Belgien

Rendite: 1,81 Prozent
Renditeveränderung: -52,1 Basispunkte

Großbritannien

Rendite: 2,69 Prozent
Renditeveränderung: - 10,8 Basispunkte

Japan

Rendite: 0,59 Prozent
Renditeveränderung: - 2,5 Basispunkte

Schweiz

Rendite: 0,72 Prozent
Renditeveränderung: - 25,8 Basispunkte

Russland

Rendite: 4,26 Prozent
Renditeveränderung: - 89,3 Basispunkte

Türkei

Rendite: 8,67 Prozent
Renditeveränderung: - 187 Basispunkte

Zehnjährige Bundesanleihen waren fester und rentierten einen Basispunkt tiefer bei 0,960 Prozent. Am Terminmarkt stieg der Bund-Future um 16 Basispunkte auf 148,87 Prozent. Zehnjährige spanische und italienische Bonds konnten zulegen.

Die spanischen Anleihen rentierten sechs Basispunkte tiefer bei 2.090 Prozent. Dei Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen fiel vier Basispunkte auf 2,304 Prozent.

Die EZB hatte entgegen den Erwartungen ihren Leitzins um zehn Basispunkte auf das Rekordtief von 0,05 Prozent gesenkt. Nur sechs von 57 befragten Volkswirten hatten in einer Bloomberg-Umfrage einen solchen Schritt erwartet.

Die EZB wolle ein breitangelegtes Portfolio aus einfachen und transparenten Instrumenten kaufen, sowie in Euro denominierte Pfandbriefe, sagte EZB-Präsident Mario Draghi.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×