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19.09.2012

10:03 Uhr

Nachgefragt

„Eine Kapitalerhöhung wäre komplizierter“

VonChristoph Kapalschinski

Bessere Konditionen, unkomplizierte Finanzierung: Berentzen-Chef Stefan Blaschak erklärt die Vorteile von Mittelstandsanleihen - insbesondere für Unternehmen, die ins Ausland expandieren wollen.

Stefan Blaschak, Chef des Spirituosenherstellers Berentzen. Pressebild

Stefan Blaschak, Chef des Spirituosenherstellers Berentzen.

DüsseldorfHandelsblatt: Als wir vor einem Jahr gesprochen haben, sagten Sie: „Die Banken stehen bei uns Schlange, um uns Kredite anzubieten.“ Jetzt prüfen Sie eine Anleihe. Was ist passiert?

Blaschak: In unserer Krise 2008 haben sich die Banken zurückgezogen. Heute können wir uns die Banken für das Tagesgeschäft aussuchen und arbeiten mit internationalen Instituten. Daran ändert sich nichts. Jetzt wollen wir im Ausland wachsen - das würden die Banken nicht zu günstigen Konditionen finanzieren. Deshalb erwägen wir eine Anleihe.

Berentzen ist börsennotiert. Warum machen Sie keine Kapitalerhöhung?

Das wäre komplizierter, da wir unterschiedliche Aktiengattungen haben: Stämme und Vorzüge.

Derzeit planen einige Mittelständler Anleihen. Fürchten Sie, höhere Kupons bieten zu müssen?

Das glaube ich nicht. Als AG sind wir transparent, wir sind schuldenfrei - das sollte uns attraktiv machen.

Was würden Sie mit dem Geld machen?

Wir exportieren in 40 Länder über Importeure. Jetzt wollen wir in der Türkei, China und Indien mit eigenen Töchtern den Markt bearbeiten.

Wollen Chinesen und Türken wirklich Apfelkorn?

In China steht die Gesellschaft erst seit sechs Wochen. In dieser Zeit haben wir bereits 215.000 Flaschen an einen Distributeur verkauft. Dabei sind wir erst in drei großen Städten. In der Türkei haben wir seit Januar eine Verkaufslizenz. Dort haben wir schon 428.000 Flaschen an 45 Distributeure verkauft.

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