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18.02.2011

07:07 Uhr

Nachrangpapiere

Moody's stuft Bankanleihen drastisch zurück

Moody's senkt den Daumen über Nachranganleihen 23 deutscher Banken. Die Ratingagentur glaubt nicht mehr an ein Einspringen des Staates bei Bankenpleiten. Das erhöht die Risiken für Anleihegläubiger massiv.

Frankfurter Bankentürme. Auf Vater Staat dürfen sich die Institute Moody's zufolge nicht mehr verlassen. Quelle: Reuters

Frankfurter Bankentürme. Auf Vater Staat dürfen sich die Institute Moody's zufolge nicht mehr verlassen.

FrankfurtDie Ratingagentur Moody's rechnet nicht mehr mit weiteren großen staatlichen Rettungsaktionen für deutsche Banken. Das neue Restrukturierungsgesetz der Bundesregierung ziehe die Inhaber von Banken-Schuldpapieren im Krisenfall weit stärker zur Verantwortung als bisher. „Die Ratingagentur glaubt, dass die staatliche Unterstützung (...) für nachrangige Verbindlichkeiten weit weniger sicher ist als in der Vergangenheit“, erklärte Moody's-Analyst Mathias Külpmann in Frankfurt. Bisher hätten sie nur bei einer Bankenpleite um ihre Nachranganleihen bangen müssen, weil sie darauf vertrauen durften, dass im Notfall der Staat einspringen würde. Das habe sich geändert.

Als Konsequenz stufte Moody's in einer großangelegten Aktion die Bonitätsnoten für die nachrangigen Verbindlichkeiten von 23 Banken um bis zu sieben Stufen herab. Insgesamt gehe es um ein Volumen von rund 24 Milliarden Euro, hieß es in der Mitteilung. Die Agentur hatte bereits angekündigt, ihre Ratings für solche Papiere künftig fast ausschließlich an der eigenen Finanzstärke der Bank auszurichten und nicht an der Wahrscheinlichkeit einer Rettung durch den Steuerzahler.

Im Schnitt seien die Noten um zweieinhalb Stufen gesenkt worden, erklärte Moody's. Am stärksten abgewertet wurde die Deutsche Pfandbriefbank, die operative Tochter der vom Staat aufgefangenen Hypo Real Estate (HRE). Sie steht nur noch bei „B2“ statt bei „Baa1“. Um sechs Schritte nach unten ging es für die IKB, die nach der Finanzkrise an den Investor Lone Star gegangen war und mit „Caa2“ (vorher „Ba2“) nun die schlechteste Note aller 23 Banken hat.

Auch die Landesbanken müssen teilweise deutliche Abstriche machen. „Wir glauben auch, dass die Bundesregierung im Falle wiederholter Krisen im Landesbanken-Sektor möglicherweise mehr Druck auf eine Verkleinerung und Konsolidierung (der Banken) ausüben würde, was die Lage schlechter vorhersehbar macht“, sagte Külpmann. Nur bei der BayernLB und der Sparkasse KölnBonn könne von einem Interesse der öffentlichen Eigentümer am Überleben der Bank ausgegangen werden.

Die Nachrang-Ratings für die Deutsche Bank und die DZ Bank fallen um zwei Stufen auf „A3“ von „A1“, die Commerzbank rutscht um vier Stufen auf „Baa2“. Moody's hatte zuvor angekündigt, auch das „Aa3“-Rating der vorrangig besicherten Schulden der Commerzbank auf eine Herabstufung zu prüfen, aber maximal um zwei Schritte. Auf ihr lastet nach Ansicht der Analysten vor allem der defizitäre Immobilienfinanzierer Eurohypo.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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Sundance

19.02.2011, 03:51 Uhr

Wer sind die Inhaber von Banken-Schuldpapieren ? Immobilien Fonds, Rister Ritter,Pensionsfonds,Lebensversicherer oder Opus Dei ( Die Mafia des Vatikan)?
Ist jetzt schluss mit Kirche und kommt jetzt Raj Patel ?

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